Investmentfonds


Investmentfonds bieten die Chancen, sich nicht nur auf eine Investition zu konzentrieren und selbst für die Organisation verantwortlich zu sein, sondern diese Verantwortung an die Fondsmanager abzugeben und somit eine große Bandbreite an Investitionsbereichen nutzen zu können. Auch jemand, der nur wenig Geld investieren möchte, erhält durch Investmentfonds die Möglichkeit, sich an vielen Anlagen zu beteiligen. Dabei kann es sich um Unternehmen in Europa oder Immobilien in Asien handeln.

Grundsätzlich sind Investmentfonds darauf aus, jedem, ob mit wenig oder viel Kapital, bei einer sich rentierenden Anlage zu helfen, ohne dass Anleger dabei ein zu großes Risiko eingehen müssen. Erstmalig wurde dies in England 1860 umgesetzt und erst nach dem zweiten Weltkrieg auch in Deutschland. Ein Fonds ist so aufgebaut, dass das Geld aller daran beteiligten Anleger zusammengenommen wird, um dann damit Investitionen in Wertpapiere, Rohstoffe, Immobilien und weitere Objekte zu tätigen. Da die Gesellschaft, die für die Verwaltung des Fonds zuständig ist, wie ein Kreditinstitut gewertet wird, muss es sich an die strengen Anlagegrundsätze der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) halten. Der Hintergrund dabei ist die Reduktion des Verlustrisikos, weshalb es den Gesellschaften nur erlaubt ist hochspekulative Geschäfte durchzuführen, wenn dies nach Auflagen geschieht.

Viele Kriterien führen zu Unterscheidungen zwischen Investmentfonds. Eines davon stellen die Personengruppen dar, für die gewisse Fonds gedacht sind. Einerseits gibt es sogenannte Publikumsfonds, zu denen jeder beliebige Anleger Zugang hat. Hier gibt es keine Begrenzung der Anteile. Andererseits gibt es die Spezialfonds, zu denen nur für institutioneller Anleger der Zugang gewährt wird. Dazu zählen unter anderem Pensionskassen oder Versicherungen. Beide Fondsvarianten müssen sich an das Investmentgesetz halten, wobei Spezialfonds nicht in dem Ausmaß reguliert sind, wie es bei Publikumsfonds der Fall ist.

Bevor KAGs eine Investition tätigen, wiegen sie die Chancen und Risiken ab, die sich bei der Anlage ergeben könnten. Daraufhin wählen sie die Anlageobjekte aus. Wie bereits erwähnt, bieten Fonds ein geringeres Verlustrisiko, indem sie die Anlagen auf viele verschiedene Bereiche verteilen. Sollte dann eine schwache Periode in einem der Bereiche auftreten, können diese Verluste durch Gewinne besserer Bereiche ausgeglichen werden. Demnach stellen Investmentfonds mit starker Spezialisierung auf wenige bestimmte Bereiche ein höheres Risiko dar. Aus diesem Grund müssen die meisten Fonds Einschränkungen beachten, durch die eine maximale Investition von 5 Prozent in einen einzelnen Titel gestattet ist. In einigen Fonds verschiebt sich diese Einschränkung auf 10 Prozent. Bei offenen Immobilienfonds ist vorgeschrieben, dass sie mindestens 10 verschiedene Titel zur Investition heranziehen müssen, wobei sie für neuen Titel nicht mehr als 15 Prozent einsetzen dürfen. In der Regel bleiben Investmentfonds dauerhaft erhalten und verfallen nicht irgendwann. Dabei sind jedoch Zusammenschlüsse mit anderen Fonds oder Schließungen möglich, was für Anleger nicht den Verlust bedeutet. Stattdessen informieren die Fonds über weitere Möglichkeiten nach der Schließung oder dem Zusammenschluss mit anderen.

Investmentfonds: Gesetzlicher Schutz für Fondsanleger

Für die Absicherung der Fondsanleger einerseits und die Organisation des Handels andererseits dienen diverse Gesetze, an die sich die deutschen Investmentgesellschaften halten müssen. Nachdem im Jahr 2013 das Kapitalanlagengesetzbuch (KAGB) eingeführt wurde, haben sich die gesetzlichen Vorschriften für die Investmentfonds grundlegend geändert. Auch das Kreditwesengesetz ist ausschlaggebend für die KAGs, da diese als Kreditinstitute gelten. Aus diesem Grund ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) auch für die Überwachung und Genehmigung der Investmentfonds zuständig.

Der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) ist der Dachverband, unter dem die deutschen Investmentgesellschaften angeordnet sind. Diesen gibt es seit den 70er Jahren, seit dem Jahr 2002 unter der aktuellen Bezeichnung. Ein Aufgabenbereich des BVI liegt darin, den Privatanlegern die gleichen Chancen zu bieten, wie sie auch für Professionelle vorhanden sind.

Thesaurierende und ausschüttende Investmentfonds

Investmentfonds unterscheiden sich in ausschüttende oder thesaurierende Fonds, je nach Verwendung der erzielten Gewinne. Während bei den ausschüttenden Fonds regelmäßige Termine zur Auszahlung (beispielsweise einmal im Jahr) feststehen, an denen die Anleger ihre Anteile an den Gewinnen erhalten, die durch Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen oder Veräußerungen entstanden sind, nutzen thesaurierende Fonds eben diese Gewinne, um die Anlage damit weite aufzustocken. Auf diese Weise sorgen sie für Gewinne aus dem Zinseszinseffekt.

Bei Investmentfonds wird der Wert bzw. der Preis eines Anteils am Fonds nicht auf die gleiche Weise wie bei Aktien- und Anleihekursen berechneT. Während diese Angebot und Nachfrage dafür nutzen, richtet sich der Preis eines Investmentfondsanteils danach, wie groß das Vermögen des Fonds ist und wie viele Anteilscheine bereits bestehen. Dadurch werden die Anteile bei steigendem Vermögen teurer und bei sinkendem Vermögen günstiger. Anleger in Investmentfonds haben dauerhaft die Möglichkeit, die Fondsanteile zurückzugeben und so ihr Geld zurückzuerhalten. Dies bedeutet für den Fonds, dass immer so viel Geld vorhanden sein muss, um den Anlegern ihres zurück zahlen zu können. Von dieser Regelung ausgenommen sind seit dem Jahr 2011 nur offene Immobilienfonds, die eine Anteilrückgabe auch aussetzen dürfen.

Anlagekosten bei Investmentfonds

Neben den möglichen Gewinnen müssen potentielle Anleger auch darauf achten, was sie der Anteil an einem Investmentfonds kosten wird. Dies können sie teilweise an den laufenden und einmaligen Kosten festmachen, denn diese werden im Vorfeld festgelegt. Darüber hinaus verlangen die Fondsgesellschaften auch Verwaltungsgebühren, die jeweils bei einem Prozent oder mehr des Fondsvermögens liegen können. Auch Erfolgsbeteiligungen verlangen einige Fonds von ihren Anlegern, welche dann fällig werden, wenn der Gewinn über den im Vorfeld kalkulierten Vergleichsmarkt, auch Benchmark genannt, hinausgeht. Zu den Kosten für die Anleger kommen ach Depotbankvergütungen hinzu, die sich in den meisten Fällen ebenfalls auf ein Prozent belaufen. Bei einigen dieser Kosten erfolgt die Abrechnung intern, während andere nicht vom Anleger selbst gezahlt werden, sondern mittels des Fondsvermögens. Dies wirkt sich negativ auf die Wertentwicklung des Fondsvermögens aus.

Anleger müssen ebenfalls für Ausgabeaufschläge aufkommen, die sich auf zwischen ein und fünf Prozent der eingesetzten Summe belaufen. Sie werden als Beratungsgebühr gewertet, wenn es um die Auswahl des Fonds geht. In den meisten Fällen fallen die Ausgabeaufschläge höher aus, wenn es sich um renditestarke Aktienfonds handelt als es bei sicheren Fonds der Fall ist. Oftmals fordern Immobilienfonds einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent, während sich dieser bei Rentenfonds auf zwei bis vier Prozent beläuft. In den wenigsten Fällen müssen die Anleger jedoch in vollen Ausmaß für diese Aufschläge aufkommen, denn die Direktbanken lassen dabei zunehmend Nachlässe zu. Im Gegensatz dazu müssen die Anleger keinerlei Aufschläge zahlen, wenn der Handel über die Börse stattfindet.

Für die Verwaltung des Fondsvermögens sind in- und ausländische Gesellschaften zuständig. Sie stellen die Fonds erst zur Verfügung. Daneben ist auch die Depotbank Teil des sogenannten Investmentdreiecks. Diese sorgt für die Verwahrung des Vermögens sowie für die Berechnung der Anteilspreise nach dem Stand der Börse. Darüber hinaus kontrollieren sie auch, ob die Anlagerichtlinien befolgt werden. Das jeweilige Vermögen der Investmentfonds bezieht sich auch streng immer nur auf den bestimmten Fonds, sodass das Vermögen weiterer Fonds der gleichen KAG oder dessen Vermögen dabei keine Rolle spielen. Aus dem Grund handelt es sich um Sondervermögen, wenn Anleger Geld in den Fonds einzahlen oder diesen durch Gewinne aufstocken.

Aktiv und passiv verwaltete Investmentfonds

Ein weiteres Unterscheidungskriterium bei Investmentfonds ist die aktive oder passive Verwaltung. Eine aktive Verwaltung zielt darauf ab, die Benchmark, von der im Vorfeld ausgegangen wird, zu übertreffen. Die Verwaltung übernehmen in dem Fall professionelle Fondsmanager und Kaufen oder Verkaufen die Anlagen. Dafür nutzen sie Marktanalysen. Im Gegensatz dazu werden passiv verwaltete Fonds auch als Indexfonds bezeichnet, weil diese mit der Wertentwicklung eines bestimmten Index zusammenhängen. Dadurch kommt es bei dem Gewinn des Index zum steigenden Vermögen des Investmentfonds. Umgekehrt gilt das gleiche für Verluste.

Passiv verwaltete Fonds (auch englisch als Exchange Traded Funds, ETF bezeichnet) werden weniger häufig angewandt als es bei aktiv verwalteten Fonds der Fall ist, obwohl sie eigentlich kostengünstiger sind und darüber hinaus mehr Transparenz in ihrer Zusammenstellung aufweisen. Bei aktiven Fonds werden jedoch die Anlagen breiter gefächert, was eine größere Sicherheit mit sich bringt. Somit besteht hier im Vergleich zu den ETFs die Möglichkeit, Schwachstellen auszugleichen, wobei die ETFs bei einem schlechten Index den negativen Auswirkungen nicht entgehen können.

Offene und geschlossene Investmentfonds

Investmentfonds können offen oder geschlossen sein. In den meisten Fällen liegen offene Fonds vor. Hier basiert das Konzept darauf, den Verkauf der Anteile an der Nachfrage der Investoren zu orientieren. Dabei steht im Vorfeld weder fest, wie viele Anteile verkauft werden können noch wie viele Anleger zugelassen werden. Bei den offenen Fonds wird den Anlegern die Möglichkeit geboten, jederzeit ihr Geld für die Rückgabe der Anteile zurück zu erhalten. Diese Möglichkeit ist allerdings bei offenen Immobilienfonds ausgeschlossen. Stellt man den offenen Investmentfonds die geschlossenen gegenüber, sind diese hinsichtlich der Anteile eingeschränkt. Das bedeutet, wenn die festgelegte Anteilsmenge von Anlegern gekauft wurde, kommt es zur Schließung des Fonds. In diesem Fall können die Anleger ihre Anteile nicht zurückgeben und dementsprechend ihr Geld auch nicht zurückerhalten. Für Anleger besteht dann eine alternative Möglichkeit, indem sie die Anteile an Kapitalanleger weiterverkaufen. Dies ist mit der Zeit ein eigener Markt geworden. Ist die Kapazität eines offenen Investmentfonds ausgeschöpft, dürfen auch diese den Fonds schließen und keine weiteren Anteile mehr vergeben. Fonds mit Investitionen in kleinere Entwicklungsländer oder Nebenwerte kommen häufiger in diese Lage.

Vor- und Nachteile von Investmentfonds

Investmentfonds weisen sowohl Vorteile als auch Nachteile auf. Bei den Vorteilen handelt es sich um die folgenden:

  • Anlagen in breit gefächerten Bereichen:
    Da Investmentfonds in verschiedene Bereiche investieren, und dies auch bei geringem Kapital, entsteht eine höhere Gewinnchance sowie ein geringeres Verlustrisiko durch Schwächeperioden.
  • Informationen durch Profis:
    Als privater Anleger stehen nicht die gleichen Informationsquellen zur Verfügung, wie es bei Fonds der Fall ist. Manager des Investmentfonds können mit Analysten oder sogar dem Unternehmen direkt, in das investiert wird, in Kontakt treten.
  • Rückgabe von Anteilen:
    Anleger können von den Fonds jederzeit ihr Geld zurückverlangen, indem sie die Anteile, die sie erworben haben, wieder zurückgeben. Mit der Ausnahme von offenen Immobilienfonds ist dies immer möglich.
  • Komfort:
    Anleger können auch mit kleinem Geld große Gewinne erzielen, und müssen sich darüber hinaus nicht einmal selbst darum kümmern, gute Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Erwerben sie Anteile an thesaurierenden Fonds, werden sogar die Gewinne automatisch weiter angelegt, um höhere Renditen zu erzielen. Investmentfonds finden Anlagemöglichkeiten in Märkten, auf die private Anleger erst gar keinen Zugriff hätten oder diesen nur schwer erhalten würden.

Neben den genannten Vorteilen von Investmentfonds bringen sie jedoch auch einige wenige Nachteile mit sich:

  • Marktrisiko:
    Sollte der Markt, in den der Investmentfonds für Anleger investiert hat, einbrechen, sodass die Kurse fallen, können auch die Fonds an dieser Stelle keine Verluste vermeiden. Je breiter die Anlagen jedoch auf verschiedene Bereiche und Märkte verteilt sind, desto geringer wirken sich die Verluste aus, da durch andere, erfolgreiche Märkte, Gewinne zum Ausgleich erzielt werden.
  • Devisenkursrisiko:
    Das Wechselkursrisiko kann nicht vermieden werden, wenn Anlagen im Ausland getätigt werden. Dies gilt für Investmentfonds genauso wie für private Anleger.
  • Managementrisiko:
    Auf der einen Seite muss sich der Anleger um nichts weiter kümmern, als Geld in einen Fonds zu investieren. Wohin dieses Geld weiterfließt entscheidet dann das Fondsmanagement. Dadurch bleibt dem Anleger zwar Arbeit erspart, er kann jedoch auch nicht eingreifen, wenn das Management anders handelt als gewünscht und die Ziele nicht erreicht.

Welchen Fondstypen Anleger im Endeffekt auswählen hängt vor allem damit zusammen, welcher Risikotyp die Anleger selber sind, denn einige Fonds sind risikofreudiger als andere. Das gleiche gilt für die Anlegertypen, die entweder sichere Gewinne erzielen wollen zu einem geringen Risiko und dafür kleinere Gewinne in Kauf nehmen, oder hohe Gewinne erzielen wollen und dafür auch bereit sind, höhere Risiken einzugehen. Die Eigenschaften der Menschen lassen sich auf die Anlegertypen übertragen. Daraus folgt, dass

  • eher vorsichtige Menschen ein größeres Bedürfnis nach Sicherheit haben,
  • Menschen, die gern etwas erleben, auch mit höherem Risiko umgehen können,
  • Genießer das Risiko etwas geringer halten und froh über jede Art von Gewinn sind und
  • chancenorientierte und risikobereite Menschen auch hohe Gewinne erzielen wollen.

Hinsichtlich der Risikobereitschaft der Anleger geht die Finanzwelt von den sogenannten Anlagementalitäten aus. Dabei kommen die folgenden Varianten zustande:

  • Konservativ und risikoavers: Diese Anleger gehen lieber auf Nummer sicher, vermeiden Verlustrisiken und nehmen dafür auch in Kauf, dass ihre Gewinne geringer ausfallen.
  • Spekulativ und risikobewusst: Diese Anleger greifen zu, wenn sie eine Chance sehen. Das bedeutet, dass sie auch höhere Risiken eingehen, um einen hohen Gewinn rauszuholen. Hier besteht die Gefahr, dass die Anleger ihr gesamtes eingesetztes Geld verlieren.

Die Anlegermentalität hängt hauptsächlich von den Zielen der Anleger ab, ob sie langfristig Rücklagen bilden wollen oder einfach spontan auf einen Gewinn hoffen.

Es gibt drei Faktoren, die ein Wertpapier in seinem Kern bestimmen können. Bei diesen handelt es sich um Liquidität, Rendite und Sicherheit/Risiko. Liquidität schließt den Zugriff der Anleger auf das Geld durch die Rückgabe der Anteile zu jeder Zeit ein. Besteht Sicherheit, ist das Risiko eines Verlustes gering. Mit Renditen kommen hohe Gewinne zustande. Setzt man die drei Faktoren miteinander in Beziehung, ergeben sich gewisse Zusammenhänge:

  • Fällt die Rendite höher aus, liegen die Sicherheit und Liquidität in der Regel niedriger.
  • Ist die Liquidität hoch, kommen geringere Renditen zustande bei niedriger Sicherheit.
  • Eine höhere Sicherheit verringert die Renditen und die Liquidität.

Bevor Anleger sich für Investitionen oder Investmentfonds entscheiden, sollten sie anhand des Portfolios abgleichen, ob die Ziele mit den eigenen Prioritäten übereinstimmen.

Investmentfonds kaufen

Wer Investmentfonds kaufen möchte, muss sich im Vorfeld darüber klar werden, welche Ziele er mit der Anlage verfolgt. Außerdem sollte er sich mit den Marktentwicklungen der verschiedenen Branchen und Unternehmen, in die bestimmte Fonds investieren, auseinandersetzen. Anleger müssen ebenfalls einschätzen, in welchem Ausmaß sie dazu bereit sind, Risiken einzugehen.

Eine Informationsquelle für die jeweiligen Marktentwicklungen stellen Tageszeitungen dar. Des Weiteren können potentielle Anleger Internetseiten von Banken heranziehen, auf denen diese ihre Analysen veröffentlichen. Die Fondsgesellschaften selbst stellen Monatsberichte der Fondsmanager zur Verfügung. All diese Quellen helfen Anlegern dabei, sich über die Entwicklungen und Erwartungen in gewissen Märkten, Branchen, Ländern, Unternehmen usw. zu informieren, um den Investmentfonds zu finden, der ihnen am meisten zusagt, wenn sie Investmentfonds kaufen wollen. Grundsätzlich wird Anlegern empfohlen, sich einige wenige Märkte auszusuchen, die sie dann genauer betrachten und mit ihrer Risikobereitschaft vergleichen. Über zu viele verschiedene Bereiche können einzelne Anleger schnell den Überblick verlieren. Besonders wer neu im Börsengeschäft ist, sollte sich von erfahrenen Leuten helfen lassen. Dafür dienen beispielsweise Investmentclubs, die sowohl für konservative Anleger, die lieber auf Nummer sicher gehen, als auch für spekulative, risikobereite Anleger gedacht sind.

Neben dem persönlichen Austausch in derartigen Clubs dient auch Literatur zur Information über Vorgehensweisen an der Börse, wenn jemand Investmentfonds kaufen möchte. Haben potentielle Anleger bereits einen bestimmten Fondstyp im Auge, können sie sich anhand der Wertpapierprospekte Informationen über Verkaufs- und Unternehmensinformationen beschaffen. Diese Informationen beziehen sich auf die Wertpapiere, die Anbieter, die Unternehmensstruktur, die Finanzlage, die Geschäftstätigkeit und Beteiligte wie Organe oder Gesellschaften. Das Wertpapierprospektgesetz aus dem Jahr 2005 sorgt für die Veröffentlichungspflicht von Wertpapierprospekten nach der Prüfung durch die BaFin auf Vollständigkeit, Kohärenz und Verständlichkeit. Herausgeber der Prospekte sind dazu verpflichtet, nur richtige und vollständige Angaben in den Prospekten zu tätigen. Erkennen Anleger Fehler in diesen, können sie die Kosten für einen Erwerb zurückverlangen.

Wichtige Kennzahlen für die Entscheidung Investmentfonds zu kaufen

Bestimmte Kennzahlen können Anleger den Datenblättern entnehmen und so einen Anhaltspunkt für die Entscheidung beim Investmentfonds kaufen erhalten. Zu den Kenndaten gehören: Sharpe Ratio, Jensens Alpha, Treynor-Maß, Tracking Error, Information Ratio, Maximaler Verlust, Volatilität, Beta, Bezugsdatum. Im Folgenden wird auf diese Kennzahlen genauer eingegangen:

Sharpe Ratio: Diese ist positiv, sobald sie größer als eins ist, was eine höhere Rendite für den jeweiligen Fonds gegenüber einer Anlage ohne Risiko bedeutet. Grundlegend ist die Sharpe Ratio die Überschussrendite eines Fonds verglichen mit dem Risiko der Anlage. Das Risiko kann durch die Volatilität des Fonds (die Schwankungsbreite) gemessen werden.

Jensens Alpha: Mit diesem Wert kann der Anleger die Fondsentwicklung während eines Jahres mit der Benchmark vergleichen, wobei kein erhöhtes Risiko für den Anleger zustande kam. Es handelt sich also bei dieser Kennzahl um die Mehrrendite oder die Outperformance eines Fonds, die bereits mit dem Risiko in Zusammenhang gesetzt wurde und dann mit der Benchmark verglichen wird. Fällt dieser Kennwert höher aus, bedeutet das auch eine höhere Outperformance des Fonds. Da sich die Kennzahl auf den Teil der Rendite bezieht, der nicht mit der Marktentwicklung zusammenhängt, kann mit dieser Zahl die Leistung des Fondsmanagements bewertet werden.

Treynor-Maß: Diese Kennzahl wird auch Treynor Ratio oder Reward-to-Volatility genannt. Für diese Kennzahl werden die Überschussrendite eines Fonds und ein Beta-Faktor, bei dem es sich um das Risiko des Fonds verglichen mit dem Risiko der Benchmark handelt, herangezogen. Die Sharpe Ratio des Fonds wird hier mit dem Beta-Faktor in Bezug gesetzt. Hinsichtlich der Fondsauswahl ist ein höherer Treynor positiv für einen Fonds. Wollen Anleger Fonds vergleichen, die nicht in den gleichen Markt investieren, bietet sich statt des Treynor-Maß eher die Sharpe Ratio als Vergleichsfaktor an.

Tracking Error: An diesem Wert lässt sich die Wertentwicklung des jeweiligen Investmentfonds im Vergleich zum Referenzindex verfolgen. Dabei bedeutet ein niedriger Tracking Error eine stark vergleichbare Entwicklung des Fondswerts mit der des Referenzindex.

Information Ratio: Hier wird die aktive Rendite des Investmentfonds mit dem aktiven Risiko in Beziehung gesetzt. Die Berechnung erfolgt, indem die relative Fondsrendite durch das Fondsrisiko geteilt wird. Anhand dieser Kennzahl erhält der Anleger Informationen über die Qualität des Fondsmanagements. Ein Fonds mit höherer Information Ratio ist bei einem Fondsvergleich demnach der lukrativere.

Maximaler Verlust: Dies ist in dem Zeitraum der vorangegangenen drei Jahre die stärkste Wertminderung, die aufgetreten ist.

Volatilität: Anhand dieser Kennzahl kann das Risiko einer Kapitalanlage festgemacht werden, da es sich um die durchschnittlichen Kursschwankungen in Prozent handelt. Eine höhere Volatilität bedeutet also gleichzeitig ein höheres Risiko.

Beta: Dieser Wert vergleicht das Fondsrisiko mit dem Risiko des Referenz-Index. Ein höherer Beta-Faktor bedeutet dadurch ein höheres Fondsrisiko als Referenzindex-Risiko. Ein solcher Fonds kommt also eher für risikobereite Anleger in Frage, während konservative Anleger sich auf Fonds mit einem geringen Beta-Faktor konzentrieren sollten.

Bezugsdatum: Durch dieses Datum erfahren Anleger den Anteilspreis, der als Grundlage für die Kennzahlen dient.

Fondsrating zur Orientierung

Unabhängige Ratingagenturen unterstützen potentielle Anleger, die Investmentfonds kaufen wollen, dabei, sich für den richtigen Investmentfonds zu entscheiden. Dies kann allein und ohne Vorwissen ziemlich schwer sein, denn eine riesige Vielfalt an inländischen und ausländischen Fonds steht den Anlegern zur Verfügung. Diesen wird es dadurch sehr erschwert, bestimmte Anlageobjekte hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken zu beobachten und zu bewerten, besonders da dies über einen langen Zeitraum stattfinden sollte, um wirkliche Tendenzen und nicht nur kurzzeitige Entwicklungen herauszufiltern. Wendet man sich an eine Ratingagentur, erhält man Einschätzungen zu der Qualität der einzelnen Fonds, die daraufhin in verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

Einige derartige Agenturen nehmen die Bewertungen durch die Vergabe von Sternen von 1 bis 5 vor, andere benennen diese fünf Qualitätsstufen mit A-E. Gemein haben diese Agenturen, dass sie die besten Fonds als diejenigen einschätzen, die Mehrrenditen über längere Zeiträume liefern können. Darüber hinaus fließen die Zins- und Tilgungsleistung und die Kreditwürdigkeit in die Bewertung mit ein, wodurch die Einteilung der Unternehmen in verschiedene Bonitätsklassen möglich wird.

Je nach Agentur, wird die Bewertung der Investmentfonds unterschiedlich gehandhabt. Dabei achten einige Agenturen auf die Wertentwicklung eines Fonds, ob diese stabil bleibt oder Schwankungen häufig sind, andere Agenturen betrachten auch die Höhe der Ausgabeaufschläge. In jedem Fall ist die Managementqualität eines Fonds ausschlaggebend. Die Ratings werden auch von Fondsmanagern, institutionellen Investoren, Finanzdienstleistern und Banken hoch angesehen. Aus dem Grund sind die Ratings oftmals auf den Websites dieser Akteure zu finden.

Beispielhaft für Ratingagenturen sind zum einen die US-amerikanische Agentur Morningstar und die Agentur Lipper. Die Agentur Morningstar befindet sich an der Spitze der Ratingagenturen. Ihr Konzept beinhaltet den Vergleich und die Bewertung der Wertentwicklung der jeweiligen Fonds. Dabei beziehen sie sich auf einen Zeitraum zwischen drei und zehn Jahren. Die Bewertung findet anhand von Sternen statt, wobei die Fonds maximal fünf Sterne erreichen können. Diese höchste „Punktzahl“ erhalten die obersten 10 Prozent in einer der Bewertungskategorien, bei denen es sich beispielsweise um „Aktien Europa Nebenwerte“ oder „Anleihen Euro hochverzinslich“ handelt. Werden Fonds den untersten 10 Prozent zugeordnet, besteht die Bewertung aus lediglich einem Stern. Die Agentur entscheidet nach dem Aufbau des Portfolios. Damit ein Fonds in ein Rating aufgenommen wird, muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass dieser sich mindestens drei Jahr auf dem Markt befindet.

Bei der Ratingagentur Lipper sind die Aspekte absoluter Gewinn, dauerhafter Gewinn, Werterhaltung und Kosten für die Bewertung ausschlaggebend. Anstelle von Sternen, werden hier Noten von eins bis fünf vergeben. Die beste Note stellt an dieser Stelle die fünf dar. Diese bekommen diejenigen Fonds, die sich innerhalb einer Kategorie unter den ersten 20 Prozent befinden und werden als „Lipper-Leaders“ bezeichnet. Dementsprechend erhalten die Fonds der unteren 20 Prozent die Note eins.

Investmentfonds Steuern

Vor dem Jahr 2009 wurden Kapitalerträge wie Dividenden, Kursgewinne oder Zinsen nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert, was nun anhand der einheitlichen Abgeltungssteuer vorgenommen wird.  Diese beläuft sich auf 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und möglicherweise Kirchensteuern. Anleger können mittels der Einkommensteuererklärung Steuern zurückerhalten, wenn ihr Grenzsteuersatz unterhalb von 25 Prozent liegt. 

Bei der Versteuerung von Kapitalerträgen fungieren die Banken als eine Art Finanzamt, denn sie sorgen dafür, dass die Investmentfonds Steuern einbehalten werden. Der Anleger erhält also direkt einen Ertrag, der schon um die Steuern vermindert wurde. Für die Kursgewinne bei Verkäufen von Wertpapieren durch die Anleger, kommt die depotführende Bank zum Einsatz. Für jedes Depot richten die Banken ein Verlustkonto für ihre Kunden ein, um die Gewinne mit den Verlusten zu verrechnen. Dabei kommt es erst zum Steuerabzug, nachdem die Verluste und evtl Freistellungsbeträge von den Gewinnen übertroffen werden. Anleger erhalten die Steuern zurück, wenn sie diese bereist im Vorfeld für ihre Gewinne gezahlt haben, dann jedoch Verluste erlitten.

Die Banken berechnen die Verluste jeweils für ein Jahr, sodass Anleger ihre Verluste auch auf das nächste Jahr verteilen können, wenn in einem Jahr ausschließlich Verluste zustande gekommen sind. Die Abgeltungssteuern, die Anleger für ihre Kapitalerträge zahlen müssen, sind zunächst durch einen Sparerpauschbetrag begrenzt. Dieser beläuft sich auf 801 Euro und kann als Werbungskostenabzug geltend gemacht werden, sodass die Steuern erst dann anfallen, wenn mehr als 801 Euro im Jahr an Kapitalerträgen erzielt werden. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Sparerpauschbetrag auf 1.602 Euro. Für Wertpapiere vor dem Jahr 2009 gilt nicht die neue sondern die alte Regelung, wodurch eine zwölfmonatige Spekulationsfrist angewandt wird. Im Fall von Zinsen und Dividenden, auch wenn sie vor dem Jahr 2009 zustande gekommen sind, gilt die neue pauschale Besteuerung zu 25 Prozent.

Für Investmentfonds bedeuten diese Regelungen im Wesentlichen Folgendes: Während bei Aktienfonds, Branchenfonds und Dachfonds Dividenden und Kursgewinne zustande kommen, bekommen Renten- und Geldmarktfonds darüber hinaus noch Zinsen. Diese drei Arten von Erträgen, die Anleger durch die verschiedenen Fondstypen erzielen können, müssen jeweils vollständig zu 25 Prozent versteuert werden. Anleger erhalten Steuern nur dann zurück, wenn ihr Grenzsteuersatz niedriger ist als die Abgeltungssteuer. Einen Unterschied hinsichtlich der Versteuerung macht die Tatsache aus, ob es sich um einen ausschüttenden Fonds oder einen thesaurierenden Fonds handelt. Nur wenn der Fonds die Gewinne an den Anleger ausschüttet, muss dieser die Abgeltungssteuer leisten. Behalten Fonds die Gewinne ein, um sie unmittelbar in weitere Anlagen zu investieren, entfällt die Steuerpflicht des Anlegers.

Bevor die Abgeltungssteuer anfällt, führen die Banken in der Regel eine Verlustrechnung durch, sodass die Steuer letztendlich nur für den Nettogewinn gezahlt werden muss. Im Fall von Aktienanlagen wird dabei eine Sonderregelung vorgenommen. Diese beinhaltet, dass Verluste bei Aktienverkäufen ab 2009 ist die Verrechnung nur dann zulässig, wenn sie mit Gewinnen aus Aktienverkäufen stattfindet. Zinsen oder Dividenden dürfen dafür also nicht herangezogen werden. Der Gedanke hierbei ist die Verhinderung von Steuermindereinnahmen, wenn die Kurse gravierend einbrechen. Bei den Fonds sind dagegen Kursgewinne, Zinsen und Dividenden unbeschränkt für die Verlustverrechnung zulässig.

Offene Immobilienfonds werden bei der Besteuerung anders gehandhabt, was im Endeffekt nicht direkt für den Anleger ausschlaggebend ist, jedoch die Fondsleistung schwächt. Fonds mit Investitionen im Ausland müssen für diese oftmals im Inland keine Steuren mehr verlangen bzw. abgeben, da durch das Doppelbesteuerungsabkommen die Besteuerung im Ausland ausreicht. Dies kommt Fonds zugute, die ihre Investitionen ausschließlich auf das Ausland konzentrieren. Ein Nachteil bei den offenen Immobilienfonds ist jedoch, dass diese auch für Mieteinnahmen nach Abschreibung Abgeltungssteuern zahlen müssen.

Geschlossene Publikumsfonds

Bei einem Publikumsfonds handelt es sich um ein Investment-Fonds, in den jeder investieren kann. Auch Privatpersonen sind davon nicht ausgeschlossen. Die Anleger stellen dem Fonds also ihr Geld zur Verfügung, welches der Verwalter dann mit einer bestimmten Anlagestrategie auf verschiedene Anlagebereiche verteilt. Es kann entweder ein offener oder ein geschlossene Publikumsfonds sein.

Ein offener Publikumsfonds gibt dem Anleger durch eine bestimmte Vereinbarung im Vertrag die Möglichkeit, seine Fondsanteile zurückzugeben oder zu kündigen, bevor die sogenannte Liquidations- oder Auslaufphase anfängt.

Im Fall von geschlossene Publikumsfonds, um den es im Folgenden gehen soll, gibt dem Anleger nicht diese Möglichkeit. Hier kann der Anleger seine Anteile erst nach Beginn dieser Phase zurückgeben. Die Mindestlaufzeit für einen geschlossenen Fonds dauert oft länger an, als bei einem offenen. Dies resultiert daraus, dass es sich bei den Vermögensgegenständen von geschlossenen Fonds oft um größere und somit illiquide Vermögensgegenstände handelt. Beispiele dafür sind unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen. Will ein Anleger seinen Anteil trotzdem vorher loswerden, gibt es die Optionen der außerordentlichen Kündigung, das gesetzliche Widerrufsrecht oder die Veräußerung an Dritte, welche jedoch wegen des geringen Handelsvolumens zu weiteren hohen Kosten führt. Daher eignet sich ein geschlossener Fonds vor allem für Anleger, die für eine langfristige Anlage länger auf ihr Geld verzichten können und Interesse an größeren Projekten haben.

Insgesamt erwirbt man durch Fondsanteile eine Beteiligung an der Entwicklung der verschiedenen Vermögensgegenstände. Daraus können gegebenenfalls regelmäßige Erträge zustande kommen, zum Beispiel Mieteinnahmen von Immobilien. Dies ist vor allem für Sachwerte der Fall. Das Kapital von einem geschlossene Publikumsfonds wird für gewöhnlich nur wenig gestreut. Allerdings muss er so viele Vermögensgegenstände enthalten, dass der Fonds insgesamt als risikodiversifiziert gilt. Das bedeutet, er muss mindestens drei ungefähr gleichwertige Vermögensgegenstände enthalten oder das Ausfallrisiko muss durch eine vielseitige Nutzungsstruktur der Vermögensgegenstände genügend gestreut sein. Letzteres kann beispielsweise durch die Existenz unterschiedlicher Gewerbearten erzielt werden.

Risiken geschlossene Publikumsfonds

Da die Wertentwicklung der Fonds von den Anlageentscheidungen im Publikumsfonds und somit von den einzelnen Entwicklungen der Vermögensgegenstände abhängt, besteht keinerlei Garantie für den Erfolg der Anlage. Hat der Verwalter schlechte Anlageentscheidungen getroffen und die ausgewählten Vermögensgegenstände entwickeln sich negativ, so kann es zu teilweisen oder kompletten Verlusten führen. Zusätzlich ist der Verkauf individueller Vermögensgegenstände durch die bestehende Illiquidität stark eingeschränkt.

Kosten und Gebühren geschlossene Publikumsfonds

Kosten, auf die sich ein Anleger bei geschlossene Publikumsfonds einstellen muss, beinhalten den Betrag der Beteiligung, den Ausgabeaufschlag, die Initialkosten, die laufende Vergütung an den Verwalter der Fonds und an die Gesellschafter für die Fondsverwaltung.  Der Ausgabeaufschlag bezeichnet hierbei einen Betrag, der für den Verwalter selbst gezahlt wird. Die Initialkosten decken einmalige Aufwendungen und Vergütungen des Fonds, unter anderem also die Gründung, Marketing, Konzeption und Vertrieb. Sie müssen in der Beitrittsphase einmalig gezahlt werden. Die Vergütungen an den Verwalter der Fonds und die Gesellschafter für die Fondsverwaltung sind laufende Kosten. Diese und die Initialkosten muss der Anleger nicht direkt bezahlen, sondern sie werden indirekt durch die entsprechende Wertminderung der Beteiligung am Fonds gezahlt.

Schließlich sind Gebühren für die Verwahrstelle der Vermögensgegenstände, den eventuellen Erfolg des Verwalters und Tätigkeiten von Dritten, unter anderem zum Beispiel das Facility Management bei Immobilienfonds, einzuplanen.

Vertriebswege und Anbieter geschlossene Publikumsfonds

Die Verwalter der Fonds selbst sowie andere Finanzvertriebe wie Banken oder Finanzdienstleistungsinstitute verkaufen Anteile an geschlossenen Fonds. Diese sind dazu verpflichtet, den Anbietern bestimmte Informationen zur Verfügung zu stellen. Zu diesen obligatorischen Unterlagen gehören Verkaufsprospekte, wesentliche Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte und ein Beratungsprotokoll. Der Verkaufsprospekt enthält Details über die juristischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Fonds, während die Anlegerinformationen eine Kurzfassung davon darstellen. Sie soll dem Anleger im Entscheidungsprozess eine Hilfe sein. Zur besseren Vergleichbarkeit ist ein bestimmtes Format verbindlich. Zu den Vorschriften gehören die allgemeine Verständlichkeit und die Höchstlänge, die auf drei DIN-A4-Seiten beschränkt ist. Im Inhalt der Anlegerinformationen müssen Details zum Fonds, zu Anlagezielen, zur Verwaltungsgesellschaft, zur Anlagepolitik, zum Ertrags- und Risikoprofil und zuletzt auch zur bisherigen Wertentwicklung, den Gebühren und Kosten enthalten. Performance-Szenarien sind meistens optional.

Abgesehen davon gibt es auch freie Vermittler, die geschlossene Fonds anbieten, die die BaFin jedoch nicht so stark beaufsichtigt.

Aufsicht über den Vertrieb von geschlossene Publikumsfonds

Für inländische Verwalter von geschlossenen Fonds besteht eine Erlaubnis- oder Registrierungspflicht bei der BaFin. Diese überwacht Verwalter mit Erlaubnispflicht anschließend. Solche mit Registrierungspflicht sind meist von der Überwachung durch die BaFin ausgenommen. Die Größe der Verwaltungsgesellschaft bestimmt hierbei die Einteilung in erlaubnis- oder registrierungspflichtig. Besonders der Wert der Vermögensgegenstände inklusive Leverage ist für die Einteilung wichtig. Als registrierungspflichtig gelten all diejenigen Verwalter, die intern höchstens fünf Millionen Euro oder extern höchstens 100 Millionen Euro an Vermögensgegenständen verwalten. Erlaubnispflichtig ist jeder Verwalter, bei dem der Wert der Vermögensgegenstände die zuletzt genannten Zahlen übersteigt. Zusätzlich ist die BaFin für die Produktaufsicht, also die Genehmigung der Anlagebedingungen der Fonds, verantwortlich.

Die verschiedenen Vertriebswege für geschlossene Publikumsfonds haben ihre eigenen Aufsichtsbehörden. So kontrolliert die BaFin direkt vertreibende Verwalter und Finanzdienstleistungsunternehmen, während die Gewerbeordnung die jeweilige Behörde für andere Finanzanlagevermittler festlegt. Der Kreis, Gewerbeämter, die Ortspolizei oder die IHK sind Beispiele für entsprechende Behörden der einzelnen Bundesländer.

Die Wirtschaftlichkeit des Fonds liegt außerhalb des Verantwortungsbereiches der BaFin, sodass der Anleger allein die Risiken trägt und sich daher im Voraus ausreichend informieren sollte.