ETF – Exchange Traded Funds


Exchange Traded Funds ETF 2018 sind passiv gemanagte Publikumsfonds, die bestimmte Indizes widerspiegeln.



Exchange Traded Funds (ETF) sind Publikumsfonds. Sie werden an der Börse gehandelt und bilden bestimmte Indizes wieder, weshalb sie auch als Indexfonds bezeichnet werden. Mittlerweile haben sie sich derart etabliert, dass der Großteil der Portfolios auch ETFs enthalten. Deutschland stellt den zweitgrößten ETF- Markt der Welt dar, der nur durch den in den USA übertroffen wird. Nach dem Stand 2013 liegt das Xetra-Handelsvolumen bei zwölf MIlliarden Euro. ETFs gelten als passiv gemanagte Fonds.

Indizes sind Gruppierungen von Aktien, wie beispielsweise der DAX, welcher die 30 größten Unternehmen Deutschlands umfasst.Indizes bilden also einen Durchschnittswert für eine bestimmte Anlageklasse. Ihre Entwicklung setzt sich aus allen in ihnen enthaltenen Vermögensgegenständen zusammen. Vorteil hierbei ist, dass eventuelle negative Entwicklungen eines einzelnen Vermögensgegenstandes durch andere ausgeglichen werden kann, es sei denn, alle Vermögensgegenstände sind von einer negativen Tendenz betroffen.

Die Entwicklung der Exchange Traded Funds begann 1990 in Kanada, wobei in erster Linie Industrielle als Anleger in Frage kamen. Erst im Jahr 2000 kamen ETFs auch in Europa vor. Dabei spielte die Deutsche Börse gerade zu Beginn eine wichtige Rolle mit zwei ETFs auf den Euro Stoxx 50. Nach über einem Jahrzehnt des Aufkommens auf dem europäischen Markt, konnte die Börse Frankfurt einen Handel mit über 1.000 ETFs vorweisen, die zu 72 Prozent aus Aktienfonds und zu 22 Prozent aus Rentenindexdonds bestanden. Weitere ETFs und Rohstoff-ETFs haben zu dem Zeitpunkt den restlichen Anteil ausgemacht.

Passive Exchange Traded Funds vs. aktive Fonds

Exchange Traded Funds werden deshalb auch als Indexfonds bezeichnet, weil sie versuchen, der Entwicklung eines Index möglichst exakt gerecht zu werden. Ein solcher Index ist beispielsweise der DAX oder der Euro Stoxx 50. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen die Manager zwei Methoden: entweder der Erwerb aller Bestandteile des Index oder die Darstellung von diesem durch Swap-Geschäfte. Während bei den aktiven Fonds auch die Entwicklung über die Benchmark eine wichtige Rolle spielt, bleibt dies bei den passiven ETFs unbeachtet.

Bei sogenannten aktiv gemanagten Fonds wird das Fondsvermögen durch aktive Entscheidungen des Verwalters verwaltet und somit die passendste Aufteilung erzielt. Exchange Traded Funds hingegen gehören zu den passiv gemanagten Fonds, das heißt, dass der Verwalter nicht aktiv die Wertentwicklung des ETF beeinflussen kann. Er muss sich stets am Index, auf dem er basiert, orientieren. Auch die Gewichtung der einzelnen Aktien im Index bleibt vom Verwalter unbeeinflusst. Dies ist besonders empfehlenswert, wenn man sich nicht auf die individuellen Entscheidungen eines Verwalters verlassen möchte. Die enthaltenen Anlagegegenstände des ETF sind im Voraus bekannt. Durch das passive Management fallen einige Verwaltungskosten weg, die bei aktiv gemanagten Fonds anfallen.

Vorteile von Exchange Traded Funds

Wer sich für einen Exchange Traded Fund entscheidet, der entscheidet sich bei seiner Anlage für breite Streuung, günstige Konditionen, Flexibilität, langfristige Anlage und unkomplizierte Verwaltung. Bei dieser Anlageform muss man sich für keine einzelnen Aktien oder Vermögensgegenstände entscheiden, sondern beteiligt sich an der Wertentwicklung eines ganzen Index. Wie oben schon erwähnt, sind die Gebühren und andere Kosten oft geringer als bei anderen Anlagemöglichkeiten. Zusätzlich ist man flexibel, da man die ETFs jederzeit kaufen und verkaufen oder an den Fonds selbst zurückgeben kann. Es besteht die Möglichkeit, die ETFs wie Aktien zu handeln, dabei bleibt jedoch der große Diversifikationsvorteil der Investmentfonds erhalten. Dieser ermöglicht den Anlegern die Investition in verschiedenste Bereiche zur gleichen Zeit. Darunter fallen Aktien von Industrie- und Schwellenländern, Staats- und Unternehmensanleihen, Geldmarktpapiere oder Rohstoffindizes. Durch die regelmäßig aufgestellten Kauf- und Verkaufskurse sichern Market Manager die Liquidität der Fonds. Anleger bleiben darüber hinaus bei dieser Anlageform nicht im Dunkeln bezüglich der Anlagen, wie es bei traditionellen Investmentfonds der Fall ist. Stattdessen sind sie dauerhaft darüber im Bilde, in welche Anlagen ihre Investitionen fließen.

Grundlegend stellen Exchange Traded Funds die besten Eigenschaften von klassischen Investmentfonds und von Aktien. Dadurch wird einerseits die breite Streuung der Anlageprodukte möglich und andererseits ist der Verkauf jederzeit möglich. Die geringen Kosten für einen ETF kommen dadurch zustande, dass die Managementkosten geringer sind. Dies liegt daran, dass lediglich der Index hier von Bedeutung ist und sonstige Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten oder Gewichtungen irrelevant sind. Auch der Ausgabeaufschlag bleibt den Anlegern in diesem Fall erspart. Bei traditionellen Fonds betragen diese bis zu 5 Prozent. Bei den Managementkosten handelt es sich grundlegend erstmal um die Verwaltungsgebühren. Betrachtet man dann die Gesamtkostenquote, zählen dazu ebenfalls Lizenzkosten für den Index oder Marketingausgaben. Die Gesamtkostenquote an der Börse Frankfurt beträgt in der Regel zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Auch börsenübliche Kosten, für die jeweils die depotführende Bank ausschlaggebend sind, spielen in die Gesamtkosten mit ein.

Ein weiterer Vorteil von Exchange Traded Funds ist ihre Transparenz. Anleger werden darüber informiert, in welche Anlagen ihre Investitionen fließen. Darüber hinaus erfahren sie jeden Tag, wie die Zusammensetzung des Indexfonds aussieht, sowie außerdem die Preise, das Handelsvolumen und die Geld-Brief-Spanne (Spread) über die Internetseite der ETF Anbieter. Auch den indikative Nettoinventarwert des ETF (iNAV) berechnen die Manager minütlich. Diese Information gibt Auskunft über das Fondsvermögen im Handelsverlauf. Um diesen Wert zu bestimmen, ziehen die Zuständigen das aktuelle Fondsvermögen und das Barvermögen mit ein. Daraufhin teilt man das Fondsvermögen durch die Anzahl der Fondsanteile, die im Handel aktuell eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu erhalten Anleger traditioneller Investmentfonds nur einmal am Tag die Information über den iNAV.

Ebenfalls für einen ETF spricht die hohe Liquidität. Diese sichert den Anleger insofern ab, als dass er jederzeit die Möglichkeit hat, seine Anteile zurückzugeben und den Gegenwert dafür zu erhalten. Die Fondsmanager sorgen für diese Möglichkeit einerseits durch den Börsenhandel, denn ETFs können an der Börse wie Aktien gehandelt werden. Andererseits fällt die Geld-Brief-Spanne sehr gering aus. Market Maker sorgen gleichzeitig für neue ETF-Anteile, was ebenfalls zur erhöhten Liquidität beiträgt.

Da bei Exchange Traded Funds die Anlagen nicht nur auf einen oder wenige Bereiche beschränkt sind, sondern stattdessen über viele verschiedene Märkte und Branchen verstreut, ist das Verlustrisiko bei ETFs deutlich geringer als bei einer Direktanlage in Aktien oder bei aktiv gemanagten Fonds. Ergeben sich dann auf einem Markt Verluste, können diese durch die anderen Bereiche wieder ausgeglichen werden. Auch das Emittentenrisiko entfällt, da die ETFs zum Sondervermögen der Anbieter zählen, sodass im Fall von Insolvenz des Anbieters das Vermögen des ETF davon nicht betroffen ist.

Den Anlegern werden Kosten sowie Zeitaufwand erspart, indem keine Fälligkeitstermine bei Exchange Traded Funds vorliegen. Diese laufen unendlich weiter, weshalb die Suche und Organisation einer Neuanlage nach dem Ende der Laufzeit eines Fonds hier nicht vorkommt.

Abschließend profitieren Anleger davon, dass sie an den Gewinnen, die der Fonds erzielt, beteiligt werden. Dabei wird unterschieden, ob es sich um ETFs auf einen Performanceindex oder auf einen Kursindex handelt. Im ersten Fall werden die Gewinne automatisch in die Entwicklung eingebunden, während die Anleger im zweiten Fall mindestens einmal jährlich eine Gewinnausschüttung erhalten.

Risiken von Exchange Traded Fund

Bei Exchange Traded Funds bestehen viele Zusammenhänge, die sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch entsteht ein höheres Risiko, welches durch die möglichen großen Schwankungen bedingt ist. Denn der ETF bezieht sich auf einen Index, dessen Wert von den einzelnen Aktíen und Vermögensgegenständen abhängt. Diese sind den einzelnen Schwankungen des Aktienmarktes im Allgemeinen ausgesetzt. Entwickelt sich der nachgebildete Index negativ, so hat man bei dem passiv gemanagten ETF keine Möglichkeit durch bestimmte Entscheidungen den Wert positiv zu beeinflussen. Man ist in solchen Fällen also vollkommen abhängig und ohnmächtig.

Vertriebswege und Anbieter

Der Handel von Exchange Traded Funds findet an der Börse statt. Ein Anleger kann dort also ETF-Anteile kaufen. Es werden allerdings oft Anteilsblöcke verkauft, für deren Handel sogenannte Market-Maker verantwortlich sind. Ansonsten gehören zu den Vertriebsstellen für ETFs Banken, Sparkassen, Finanzdienstleistungsinstitute und Finanzanlagevermittler. Diese haben die Pflicht, Sie mit bestimmten Informationen zu versorgen, um Ihre Entscheidung zu unterstützen und Sie über alle möglichen Bedingungen aufzuklären. Zunächst muss dazu ein Verkaufsprospekt vorgestellt werden. Des Weiteren sind Anlegerinformationen und eine entsprechende Online-Version davon obligatorisch. Zuletzt muss der Anbieter dem Anleger die letzten Jahres- und Halbjahresberichte vorgelegen. Um die angemessene Beratung zu belegen, gibt es schließlich ein Beratungsprotokoll.

Aufsicht über den Vertrieb von Exchange Traded Funds

ETF-Verwalter im Inland benötigen von der BaFin eine Erlaubnis zur Verwaltung von Exchange Traded Funds. Die BaFin überwacht daraufhin deren Tätigkeiten und die Anlagebedingungen für die verschiedenen Produkte. Für die verschiedenen Vertriebswege sind unterschiedliche Aufsichtsbehörden zuständig. Die BaFin überwacht beispielsweise die Market-Maker und die Finanzdienstleistungsinstitute, während Finanzanlagevermittler oder Honorar-Finanzanlageberater unter Aufsicht derjenigen Behörde stehen, die laut Gewerbeverordnung die Zuständigkeit dafür hat. (Land-)Kreis, Gewerbeämter, Ortspolizei und die IHK sind Beispiele für dafür zulässige Behörden. Zusätzlich wir die Börse selbst von Börsenaufsichtsbehörden überwacht. Die Kontrolle umfasst hierbei die ordnungsgemäße Abwicklung des Börsenhandels und die ordnungsgemäße Erfüllung von Börsengeschäften. Die Wirtschaftlichkeit eines Fonds liegt jedoch außerhalb der Überprüfung durch die BaFin. Das Risiko trägt der Anleger allein.