Gebäudekosten


Herstellungskosten, Anschaffungskosten und Abbruchkosten als Kosten für ein Gebäude können steuerlich abgesetzt werden.



Weisen Gebäudeteile keinen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit dem eigentlichen Gebäude auf, dann gelten diese als selbstständige Wirtschaftsgüter. Zu selbstständigen Gebäudeteilen zählen beispielsweise Betriebsvorrichtungen, Ladeneinbauten oder sonstige Mietereinbauten. In dem Fall sind die Gebäudekosten 2019 steuerlich absetzbar.

Bis zu vier Gebäudeteile sind pro Gebäude möglich, wobei die einzelnen Gebäudeteile dann eigen- oder fremdbetrieblich genutzt werden, und zwar entweder zu eigenen Wohnzwecken oder denen Fremder. Unter diesen Voraussetzungen handelt es sich dann um selbstständige Wirtschaftsgüter. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Gebäudes werden auf die Gebäudeteile, je nach Nutzungsfläche aufgeteilt.

Gebäude Anschluss

Nicht nur die Baukosten sondern auch die Anschlusskosten sind Teil der Herstellungskosten eines Gebäudes und somit Gebäudekosten. Dazu zählen Abwasseranlagen und das Versorgungsnetz. Kosten für die Abwasseranlagen, die gleichzeitig zu den nachträglichen Anschaffungskosten des Gebäudes zählen, bestehen aus dem Kanalbaubeitrag (Kanalanschlussgebühr), den Hausanschlusskosten, um das Haus mit dem öffentlichen Kanal zu verbinden, und der Kanalanstichgebühr.

Auch die Kosten für die Verbindung des Gebäudes mit dem Versorgungsnetz sind Teil der Herstellungskosten. Dies gilt jedoch nur für den Bau neuer Anschlüsse. Bei der Erneuerung von alten Anschlüssen gelten die Kosten als Erhaltungsaufwendungen. Dazu zählen auch die Aufwendungen für die Umstellung von einer alten Heizungsanlage auf Erdgas.

Gebäude Abbruch

Abbruchkosten, die bei einem vollständigen oder nur teilweisen Abriss eines Gebäudes entstehen, sind abzugsfähige Kosten unter der Kategorie Betriebsausgaben im Betriebsvermögen oder Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung im Privatvermögen. Abgezogen werden können die Kosten nur in dem Jahr, in dem sie auch entstanden sind. Bezüglich der Steuervorteile bei den Abbruchkosten kommt es zur Unterscheidung von vier verschiedenen Fällen:

Bei Abbruch eines selbst erbauten Gebäudes handelt es sich bei dem Restbuchwerts des Gebäudes und den Abbruchkosten um unmittelbar abzugsfähige Betriebsausgaben. Wurde der Abbruch des Gebäudes aus dem Grund vorgenommen, um im Nachhinein das Grundstück zu verkaufen und das Gebäude ist Teil des Privatvermögens, dann sind die Kosten nur eingeschränkt als Werbungskosten absetzbar. Kommt es zu einem teilweisen und nicht vollständigen Abbruch des Gebäudes, dann wird der Buchwert des alten Gebäudes den Herstellungskosten des neuen Gebäudes angerechnet.

Beim Kauf eines Gebäudes ohne geplanten Abbruch gelten der Restbuchwert und die Abbruchkosten als unmittelbar absetzbare Betriebsausgaben. Da zuvor eine Abbruchabsicht abgestritten wurde, wird von einer solchen dann doch ausgegangen, wenn innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf des Gebäudes dann doch ein Abbruch vorgenommen wird. In diesem Fall muss der Steuerpflichtige widerlegen, dass von Beginn an eine Abbruchabsicht vorgelegen hat.

Wird ein Gebäude mit fester Abbruchabsicht erworben und anschließend kommt es dort zum Bau eines neuen Gebäudes, dann sind der Restbuchwert und die Abbruchkosten den Herstellungskosten des Neubaus anzurechnen. Dafür muss das gekaufte Gebäude allerdings technisch und wirtschaftlich noch nicht verbraucht gewesen sein. Kommt es nach dem Abbruch des alten Gebäudes nicht zum Bau eines neuen, dann zählen die Abbruchkosten zu dem Wert des Grundstücks.

Wird zunächst ein Gebäude abgerissen, das dem Privatvermögen angehörte und im Nachhinein wird dort ein neues Gebäude errichtet, welches dann dem Betriebsvermögen angehört, dann kommt es zur Bilanzierung des Grundstücks mit dem Teilwert. Kommt es innerhalb der drei Jahre nachdem das Gebäude dem Betriebsvermögen zugeschrieben wurde zum Abbruch, dann gehören die Abbruchkosten sowie der Restbuchwert zu den Herstellungskosten des neuen Gebäudes, welches zum Betriebsvermögen zählt. Diesen den Herstellungskosten zugeschriebenen Kosten sind dann unmittelbar absetzbare Betriebskosten, wenn entweder bei der Einlage des Gebäudes in das Betriebsvermögen keine Abbruchabsicht vorhanden war oder wenn innerhalb der ersten drei Jahre kein Abbruch vorgenommen wurde