Ratgeber Gesetzliche Rentenversicherung

Rentenerhöhung 2023

Rentenerhöhung – so hoch wird die Rentenanpassung 2023 ausfallen

Rentenerhöhung

Eine Rentenerhöhung 2023 wird es bei der Deutschen Rentenversicherung geben. Dies bedeutet: Sämtliche Menschen im Ruhestand profitieren deutlich von den gestiegenen Gehältern in der Bundesrepublik, deren Entwicklung generell für die Rentenanpassung essenziell ist. Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich damit auf eine Erhöhung ihrer Bezüge im Jahr 2023 einstellen. Auf der Grundlage des neuen Rentenversicherungsberichts sollen die Rentenzahlbeträge zum 1. Juli 2023 um 3,5 Prozent im Westen und um 4,2 Prozent im Osten Deutschlands steigen. Durchschnittlich würde das bedeuten, dass Rentner monatlich 38 Euro mehr (West) beziehungsweise 46 Euro mehr (Ost) ausbezahlt bekommen. Die Rentenhöhe ist an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt.

Die Rentenerhöhung 2022 gab eine Erhöhung im Vergleich zum Jahr 2021 im Osten um 6,12 Prozent und im Westen 5,35 Prozent. Auf Basis der vorliegenden Daten ergab sich ab dem 1. Juli 2022 ein aktueller Rentenwert (West) von 36,02 Euro und ein aktueller Rentenwert (Ost) von 35,52 Euro. Bis 2024 wird der Rentenwert (Ost) auf 100 Prozent des Westwerts ansteigen.

Die Rentenerhöhung ist ein jährlich durchgeführter Anpassungsprozess der Rentenhöhen an die Lebenshaltungskosten. Ziel der Rentenanpassung ist es, die Kaufkraft der Rente zu erhalten und die Belastung für Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen gering zu halten. Die Höhe der Rentenerhöhung wird auf Basis verschiedener Faktoren festgelegt, unter anderem dem Bruttolohnniveau sowie dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor. Letzterer legt fest, inwieweit künftige Generationen von den heutigen Entscheidungen betroffen sind.

1. Die Rentenanpassung in der gesetzlichen Rentenversicherung

Die Rentenanpassung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein wichtiger Faktor für die finanzielle Sicherheit im Ruhestand. Die jährliche Erhöhung der Renten basiert auf dem sogenannten Rentenwert, der von der Bundesregierung festgelegt wird. Dieser Wert orientiert sich an der allgemeinen Preisentwicklung (Inflation) und an den Lohnsteigerungen in Deutschland. Somit erhalten Rentner eine jährliche Erhöhung ihrer Rente, die sowohl die Inflation als auch die Lohnentwicklung berücksichtigt. Sie erfolgt zum 1. Juli eines Jahres.

Die Höhe der Rente wird durch die Multiplikation der erworbenen Rentenanwartschaften, welche als Entgeltpunkte bezeichnet werden, mit dem aktuellen Rentenwert berechnet. Dieser wird im Rahmen der Rentenanpassung zum 1. Juli eines jeden Jahres neu bestimmt und unterliegt bis zum 1. Juli 2024 einem schrittweisen Abbau von Unterschieden zwischen Ost- und Westrente.

2. Die Bedeutung der Rentenanpassung

Die Rentenanpassung ist in vollem Gange. Die staatliche Rentenversicherung und die betrieblichen Altersvorsorgesysteme passen ihre Leistungen an die gestiegenen Lebenshaltungskosten an. Dies ist eine positive Entwicklung für alle, die im Ruhestand sind oder bald in den Ruhestand gehen.

Seit 2018 erfolgt eine schrittweise Angleichung der Renten in Ost und West aufgrund einer Gesetzesänderung im Jahr 2017. Deshalb kann die Rentenanpassung Ost nicht kleiner ausfallen als West. Zum 1. Juli 2022 beläuft sich der aktuelle Rentenwert im Osten bereits auf 98,6 Prozent des Westwertes und wird bis zum Jahr 2024 schrittweise auf 100 Prozent ansteigen.

3. Die Faktoren, die die Rentenerhöhung beeinflussen

Die Rentenanpassung wird immer für das kommende Jahr im Mai beschlossen. Dabei legt der Gesetzgeber fest, in welcher Höhe die Renten für die rund 19 Millionen gesetzlich Versicherten im kommenden Jahr angehoben werden. Die Rentenerhöhung gilt dann ab dem 1. Juli des jeweiligen Jahres. Die Höhe der Rentenanpassung wird in der Regel von der Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt und bedarf der Zustimmung des Bundesrates. Für die Berechnung der Rentenanpassung werden verschiedene Faktoren herangezogen. Dazu gehören unter anderem die allgemeine Lohnentwicklung sowie der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor. Letzterer wurde erstmals im Jahr 2005 eingeführt und soll sicherstellen, dass die Renten auch in Zukunft ihren Lebensstandard halten können.

Die Höhe des Versicherten orientiert sich dabei an der so genannten Beitragsbemessungsgrenze, das wiederum von der Höhe des beitragspflichtigen Einkommen des Versicherten abhängt. Der Beitragssatz liegt seit dem 1. Januar 2019 bei 18,6 % des Bruttogehalts und ist für ganz Deutschland einheitlich festgelegt. Bis 2035 soll er auf 22,3 Prozent steigen. Bei der jährlich stattfindenden Rentenanpassung werden die Löhne und Gehälter je nach der wirtschaftlichen Entwicklung reguliert.

Beitragssätze in der Sozialversicherung 2023

Beitragssätze Krankenversicherung

  • Allgemeiner Beitragssatz: 14,60 % (Arbeitnehmer: 7,30 %; Arbeitgeber: 7,30 %)

  • Ermäßigter Beitragssatz: 14,00 % (Arbeitnehmer: 7,00 %; Arbeitgeber: 7,00 %)

Beitragssätze Pflegeversicherung

  • Allgemeiner Beitragssatz: 3,05 % (Arbeitnehmer: 1,525 %; Arbeitgeber: 1,525 %)

  • Beitragszuschlag für Kinderlose: 0,35 %

  • Besonderheit in Sachsen: Arbeitnehmer: 2,025 %; Arbeitgeber: 1,0255 %

Beitragssätze Rentenversicherung

  •  Allgemeiner Beitragssatz: 18,60 % (Arbeitnehmer: 9,30 %; Arbeitgeber: 9,30 %)

Beitragssätze Arbeitslosenversicherung

  • Allgemeiner Beitragssatz: 2,60 % (Arbeitnehmer: 1,30 %; Arbeitgeber: 1,30 %)

Knappschaftliche Rentenversicherung

  • Allgemeiner Beitragssatz: 24,70 % (Arbeitnehmer: 9,30 %; Arbeitgeber: 15,40 %)

Lohnentwicklung

Die allgemeine Lohnentwicklung wird anhand des Vergleichs der Bruttoentgelte von Arbeitnehmern ermittelt. Dabei fließen sowohl Tarif- als auch Nichttarifverdienste in die Berechnung ein. In den vergangenen Jahren lag die Lohnentwicklung in Deutschland bei rund zwei Prozent pro Jahr.

Die Rentenanpassung für das nächste Jahr basiert auf der Veränderung der Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer in den Vorjahren. Wenn die Löhne steigen, erhalten die Rentner mehr Geld. Kürzungen sind gesetzlich verboten. Vor der Rentenanpassung im Jahr 2022 waren die Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer um 5,8 Prozent in Westdeutschland und 5,3 Prozent in Ostdeutschland gestiegen.

Damit liegen die Löhne hierzulande klar über dem europäischen Durchschnitt von 4,1 Prozent. In den meisten anderen EU-Staaten ist die Lohnentwicklung derzeit deutlich schwächer. Die hohe Lohnsteigerung in Deutschland ist vor allem auf die gute Konjunktur und die anhaltende Niedrigzinsphase zurückzuführen. Durch die Corona-Krise sind zwar etliche Menschen in Kurzarbeit, doch gleichzeitig gibt es weiterhin mehr Stellenangebote als Arbeitslose. Die Unternehmen müssen daher ihre Mitarbeiter besser bezahlen, um sie halten oder neue Angestellte gewinnen zu können.

Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenerhöhung

Der Nachhaltigkeitsfaktor hingegen berücksichtigt, wie lange Rentnerinnen und Rentner im Schnitt noch leben und wie hoch daher ihre Rentenzahlungen insgesamt ausfallen werden. Aktuell liegt der Nachhaltigkeitsfaktor bei 0,9 Prozent. Das bedeutet, dass die jährliche Rentenerhöhung um maximal 0,9 Prozent geringer ausfallen darf, damit sich die Gesamtzahl der Rentenzahlungen nicht verringert. Die Höhe der Rentenerhöhung im kommenden Jahr hängt also sowohl von der Lohnentwicklung als auch vom Nachhaltigkeitsfaktor ab.

Ziel der Rentenreform ist es, die Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rente zu sichern. Dazu soll der Nachhaltigkeitsfaktor schrittweise angepasst werden. Ab dem Jahr 2025 soll er bei 1,0 Prozent liegen und damit den tatsächlichen Lebenserwartungen entsprechen. Die Regelrente soll dadurch langfristig finanziert werden und kann im Alter eine wichtige Stütze sein.

4. Welche Auswirkungen hat die Rentenanpassung auf die Versicherten?

Die regelmäßige Rentenanpassung ist ein wichtiges Instrument, um die soziale Absicherung der Bürgerinnen und Bürger auf dem Niveau der Lebenshaltungskosten zu erhalten. Durch die Anpassung werden die Renten bei Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters stetig an die jeweils aktuellen Lebenshaltungskosten angepasst. Die Rentner haben dadurch eine verbesserte soziale Absicherung im Alter. Die regelmäßige Erhöhung der Rente ist deshalb für viele Menschen ein fester Bestandteil ihrer finanziellen Planung.

Das Netto-Rentenniveau vor Steuern beträgt 48,14 Prozent. Dieser Wert ergibt sich nach der Bereinigung des statistischen Sondereffektes aus dem Jahr 2019 und ist daher mit dem Vorjahreswert nicht zu vergleichen. Die Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent wird damit überschritten.

Die Rentenanpassungsmitteilung wird an die Rentner versandt, um sie über die kommende Höher/Anpassung der Rente zu informieren. In dem Schreiben wird auch mitgeteilt, wann der neue Betrag ausgezahlt wird. Der Versand und die Auszahlung erfolgt durch den Renten Service der Deutschen Post AG.

Rentenrechner für eine schnelle Rentenberechnung

Die Rentenberechnung für die künftigen Jahre ist vor allem für die jüngere Generation, also den Rentnern von morgen, enorm wichtig. Die Rentenberechnung lässt sich recht einfach auf verschiedenen Webseiten mit der Hilfe von einem Rentenrechner durchführen. Dieser Rentenrechner ist wie eine Suchmaske aufgebaut.

Es müssen verschiedene Daten, wie das Alter oder auch der Bruttolohn, eingetragen werden. Danach wird die Rentenberechnung ausgeführt und der Rentenrechner zeigt an, wie hoch die gesetzliche Rente später wohl sein wird – natürlich unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die Rentenberechnung mit dem Rentenrechner ist eine gute Hilfe für jeden, der einen ersten Richtwert für die Zukunft benötigt.