Künstlersozialkasse


Die Künstlersozialkasse und KSK Versicherung



Die Künstlersozialkasse 2019 mit Sitz in Wilhelmshaven stellt eine anfangs vielleicht widersprüchliche Kombination dar, denn sie eröffnet Freischaffenden den Weg zu einer freiwilligen Pflichtversicherung. Anders gesagt ermöglicht die KSK den Künstlern und Publizierenden, auch ohne Festanstellung Mitglied in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zu sein.

Der Beitrag in der Künstlersozialkasse  ist dabei um ein vielfaches niedriger als es eine Privatversicherung wäre; nicht zuletzt weil nur die Hälfte der Summe als KSK Versicherung  entrichtet werden muss. Die andere Hälfte trägt die Institution selbst. Sinn und Zweck liegt vor allem in einem sozialen Ausgleich der freien Berufsstände.

Künstlersozialkasse Antrag

Grundsätzlich kann jeder Freischaffende bei der Künstlersozialkasse einen Antrag für auf Mitgliedschaft stellen. Ein entsprechendes Formular lässt sich jederzeit auf der Homepage der KSK Versicherung herunterladen. Jedoch besteht keine Verpflichtung zur Aufnahme. Wer in den sogenannten „Katalogberufen“ arbeitet, hat allerdings sehr gute Chancen. Darunter versteht man klassische Künstler- beziehungsweise Publizisten-Tätigkeiten wie Journalist, Musiker, Drehbuchautor, Balletttänzer oder dergleichen mehr.

Ansonsten zählt für die KSK besonders die künstlerische Intension der Arbeit, die eventuell mit aktuellen Projekten untermauert werden muss. Immer wieder ein kleines Streitthema, da beispielsweise Goldschmiede oder Tätowierer aus ihrer Sicht ungerechtfertigt aus dem Raster der KSK Versicherung fallen.

Zudem sollte der Antragsteller Nachweise darüber erbringen, dass er mit seiner Tätigkeit auch tatsächlich imstande ist, regelmäßig Geld zu verdienen. Nötig sind dazu Mindesteinnahmen von 3.900 Euro im Jahr respektive 325 Euro im Monat.  Es empfehlen sich Rechnungen, Kundenaufträge oder Wirtschaftspläne. Ein bereits ausgeübter Mini-Job hat im Übrigen keine Auswirkung auf die Entscheidung – es besteht lediglich die Verpflichtung diesen zu melden. Eine Festanstellung dagegen schließt eine Mitgliedschaft generell aus.

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Anfängerstatus und Ausnahme von den Mindesteinnahmen zur Künstlersozialkasse

Die ersten drei Jahre fällt ein neues Mitglied nach bewilligtem Antrag unter die Anfängerregelung. Das heißt er darf in dieser Zeit ohne Konsequenzen unter der Grenze des Arbeitseinkommens von 3.900 Euro jährlich bleiben. Bei Unterbrechung der freischaffenden Tätigkeit passt sich die Dauer entsprechend an und verlängert sich. Der minimale Künstlersozialkasse Beitrag berechnet sich in diesem Fall nach der Mindestgrenze.

Künstlersozialkasse Finanzierung

Ihre finanziellen Mittel erhält die Künstlersozialkasse aus unterschiedlichen Quellen. Zum einen fließt der Künstlersozialkasse der Beitrag der Mitglieder in den Topf. Zum anderen müssen Verwerter künstlerischer Leistungen wie Musiklabels oder Verlage eine Künstlersozialabgabe leisten, wenn sie von der Arbeit eines Künstlers oder Publizisten profitieren. Als dritter Zweig erfolgt eine Förderung des Bundes, die etwa zwanzig Prozent des Gesamtetats ausmacht.

Zur Beitragsberechnung zieht die Künstlersozialkasse stets eine Jahresschätzung heran. Die Schätzung nimmt dabei der Versicherungsnehmer selbst vor. Sie sollte möglichst realistisch ausfallen und bei absehbaren Änderungen zeitnah korrigiert werden. Der Beitrag wird monatlich erhoben und richtet sich prozentual nach den üblichen Beiträgen der  Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Dieser wird direkt an die KSK entrichtet.

Beurteilung der Künstersozialkasse Versicherung

Gegner der Künstlersozialkasse kritisieren vor allem die ihrer Ansicht nach nicht gerechtfertigte Sonderstellung der dort Versicherten. Anders als kleine Gewerbe oder anderweitig Selbstständige werden sie quasi vom Steuerzahler unterstützt. Dieses Geld fehle an anderer Stelle.

Befürworter hingegen schätzen den sozialen Ausgleich, den die Künstlersozialkasse leistet. Sie halten den Antrag für offen und flexibel genug und die Künstlersozialkasse selbst für ein wichtiges Instrument, um Kulturzweige am Leben zu erhalten, die wohl sonst keine Existenzgrundlage besäßen.