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Handyvertrag

Handyvertrag 2022 – Wie finden Sie den besten Weg im Tarifdschungel?

Handyvertrag – Suchen Sie auch den besten Weg im Tarifdschungel?

Heute gibt es mehr mobile Telefone als Menschen auf unserem Planeten. Auch in Deutschland hat die Zahl der angemeldeten Handys Rekordhöhe erreicht. Doch nicht an den Geräten wird viel verdient, sondern an den Verträgen, die man abschließen muss, um diese benutzen zu können. Hier wittern viele Anbieter ihre Chancen, um ein Stück vom gewaltigen Gebührenkuchen abzubekommen. Mit verwirrenden Angeboten und schwer durchschaubaren Konditionen machen die Provider Ihnen als Verbraucher das Leben schwer! Die anhaltende Nachfrage führt zwangsläufig zu einer unübersichtlichen Vielzahl von Angeboten. Die Anschaffung eines neuen Smartphones ist trivial, verglichen mit der Qual der Auswahl des Netzanbieters. Hier können Sie erfahren, wie Sie einen souveränen und schnellen Überblick über den Dschungel erhalten und den optimalen Handyvertrag abschließen.

Bei der Suche und Auswahl des für Sie am besten geeigneten Angebots werden viele wertvolle Stunden Lebenszeit vergeudet. Wer aber hat Zeit und Lust bei diesem Thema bis in die Tiefen der letzten unergründlichen Tarifgeheimnisse einzutauchen? Wenn Sie schließlich genervt aufgeben und das dritt- oder viertbeste Angebot akzeptieren, haben die Provider gewonnen. Der Preis: Sie bezahlen zu viel und haben einen Vertrag mit vielen Einschränkungen und unzureichenden Leistungen.

Die Vergleichsmöglichkeiten werden bewusst erschwert. So hoffen einige Anbieter, verzweifelte Verbraucher in die Falle zu locken und sie über Gebühr abzuzocken. Lassen Sie sich das nicht gefallen und finden Sie den optimalen Handyvertrag für sich.

Wichtiger Unterschied: Handy kaufen mit Vertrag oder ohne?

Handy mit Vertrag:

Bei dieser Variante wird Ihnen das neueste Modell zu einem Spottpreis (oder gar kostenlos) angepriesen. Selbstverständlich haben die Provider nichts zu verschenken. Doch es wirkt sehr attraktiv, das neueste Wunderwerk der Kommunikationstechnik für einen Minipreis zu bekommen. Über die hohen Monatsgebühren schauen viele Verbraucher dann gerne hinweg. Der Anbieter legt den Anschaffungspreis (oft sogar über dem marktüblichen Preis) auf Ihre monatliche Zahlung um. Das mag bei einem Firmenhandy keine merklichen Auswirkungen haben, als Privatnutzer aber zahlen Sie in den meisten Fällen drauf. Prüfen Sie bitte, ob das vermeintliche Kombiangebot (Handy plus Vertrag) tatsächlich ein Schnäppchen oder nur ein gut getarntes Lockangebot ist.

Suchen Sie den üblichen Marktpreis für das Gerät, teilen diesen durch zwölf und rechnen dazu die Monatsgebühren des Netzbetreibers (Vertrag ohne Handy), der mit seinen Konditionen Ihren Wunschvorstellungen nahekommt. Sofort können Sie dann erkennen, ob das zu prüfende Kombiangebot tatsächlich preisgünstig oder nur Augenwischerei ist.

Handy ohne Vertrag:

Sie greifen hierbei bei der Anschaffung der Hardware (= Mobilgerät) etwas tiefer in die Tasche, sind allerdings unabhängig bei der Wahl des Vertragspartners. Sie entscheiden, mit wem Sie zu welchen Bedingungen ins Geschäft kommen.

Der Preis der Geräte sinkt erfahrungsgemäß, sobald ein neues Modell in den Handel kommt. Bereits nach einer Lebenszeit von nur zwei Monaten reduziert sich der Marktpreis um bis zu zwanzig Prozent. Da lohnt sich das Warten und obendrein wird Ihr Konto geschont. Der Kauf eines Vorgängermodells macht ebenfalls einen deutlichen Preisvorteil aus. Oft sind die Neuerscheinungen nur mit marginal neuen Features ausgestattet. Muss es tatsächlich immer das Allerneueste sein? Experten warnen sogar, dass durch die Hektik auf dem Handymarkt auch Modelle herauskommen, die nicht ausreichend dauergetestet wurden. Da sind die „Kinderkrankheiten“ leider zu oft vorprogrammiert. Etwas ältere, aber noch im Handel befindliche Telefone haben eventuell ein Firmware-Update erfahren und bei häufig auftretenden Problemen hat der Hersteller nachgebessert.

Handy und Prepaid:

Statt einen regulären Vertrag abzuschließen, können Sie sich aber auch für eine Pre-Paid (flexibel [wieder]aufladbare) Lösung entscheiden. Mit der haben Sie keinen bindenden Vertrag und können monatlich wechselnde Tarife wählen . Dies bietet sich zum Beispiel im Urlaub an, wenn Sie das Handy nicht so häufig wie daheim gebrauchen. Wählen Sie dann einfach einen günstige Tarif aus. Auch hier können Sie ein Einsparpotential von bis zu zwanzig Prozent für sich herausschlagen. Die Aufladung des Guthabens erfolgt über eine App des Providers oder per einfacher SMS-Mitteilung.

Einen umfassenden Überblick über deutsche Websites, die Handyverträge und deren Konditionen vergleichen, quasi die Vergleichsseite für Vergleichsseiten, finden Sie hier.

Welcher Handytarif ist der Richtige für Sie?

Sie nutzen das Smartphone heutzutage sicherlich nicht mehr ausschließlich zum telefonieren, sondern in den meisten Fällen auch als Terminplaner, Kamera oder zum Spielen und Surfen.  Und das Potenzial moderner Smartphones ist noch nicht ausgeschöpft. Bei der Tarifauswahl können Sie eventuelle Features und Ergänzungen mit einplanen, die für Sie während Ihrer Vertragslaufzeit interessant werden könnten.Die Apps sind vielleicht besonders speicherintensiv oder benötigen einen schnellen Datendurchsatz oder große Datenvolumina.

Die Mobilfunkanbieter haben eine große Anzahl von Tarifen auf den Markt geworfen, um möglichst alle Kundenbedürfnisse befriedigen zu können. Genau das aber macht Ihnen das Finden des optimalen Leistungspaketes so beschwerlich. Die Vergleichsportale und Tarifrechner helfen Ihnen die preiswertesten Angebote zu ermitteln.

Vor der Entscheidung: die Analyse

Es gibt vier wichtige Kriterien bei der Auswahl des optimalen Mobilfunkvertrags. Sollten Sie in der Vergangenheit bereits einen Vertrag abgeschlossen haben, der demnächst ausläuft, wissen Sie wahrscheinlich schon, worauf Sie Wert legen. Was Ihnen im Leistungsspektrum bei Ihrem alten Vertragspartner ge- oder missfallen hat. Gab es Funktionen, die Ihnen gefehlt haben, oder solche, die Sie nie nutzten? Mit den Antworten auf diese Fragen können sich an einem regnerischen Tag in Ruhe die Rechnungen aus den letzten Monaten anschauen, die Sie von Ihrem vormaligen Provider erhielten. Sie erkennen schnell, wie Ihr Nutzungsverhalten in Sache Mobiltelefon aussieht. Telefonieren Sie mehr in der Freizeit oder aus beruflichen Gründen? Wie häufig und vor allem wie lange verbringen Sie mit Ihrem Handy im Internet? Welche sonstigen Dienste nutzen Sie?

Mit den Ergebnissen und Antworten können Sie nun festlegen, auf welche Leistungen Sie beim zukünftigen Handy-Vertragspartner besonderen Wert legen und wie sie diese im Einzelnen gewichten:

Telefonieren

Früher waren die heute so beliebten Flatrates (Pauschaltarife) gänzlich unbekannt. Im Laufe der Jahre sind diese Angebote allerdings populärer und günstiger geworden als die Einzelgesprächsabrechnungen. Einen Flatrate-Tarif bekommen Sie heute ab vier bis fünf Euro pro Monat, oft inklusive zweihundert Freiminuten. Bei einer Einzelabrechnung bezahlen Sie durchschnittlich neun Eurocent pro Minute. Sind Sie Vieltelefonierer? Dann wissen Sie, wie schnell eine Minute Gesprächszeit rum und Sie um neun Cent ärmer sind.

Bei einer unbegrenzten Flatrate bezahlen Sie im Durchschnitt vierzehn Euro monatlich und können damit dann stundenlang auch mal über Belangloses quatschen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Dabei braucht es Sie nicht zu stören, wenn Ihr Gesprächspartner das Netz eines anderen Anbieters nutzt. Doch das gilt nur, wenn Sie einen Pauschaltarif ausgewählt haben, der für alle Mobilfunknetze gilt.

SMS

Das gute alte Short-Message-System (SMS) ist zwar in die Jahre gekommen, doch wird es in einigen Bereichen nach wie vor genutzt. Insbesondere schicken Banken die Identifikationsnummern (TAN und iTAN) gerne über dieses System. Google & Co. verwenden Kurznachrichten für die Kontoeinrichtung und -identifizierung. Deshalb sollte Ihr neuer Handyvertrag auch diese Leistung enthalten.

Mobiles Internet

Der „Gesprächsknochen“ von einst, ist längst zum „Schweizer Messer“ der Kommunikationstechnik geworden. Parallel dazu hat sich das Nutzungsverhalten in den letzten Jahren radikal geändert. Nicht mehr das Telefonieren steht im Mittelpunkt. Viel mehr wird heute über und mit dem Internet kommuniziert.

Die große Zahl von kostenlosen und kostenpflichtigen Applikationen (Programme) für  Smartphones, bieten ebenfalls endlose Möglichkeiten, sich das Leben einfach zu machen. Und alle Apps habe eines gemeinsam: Sie benötigen Kontakt mit dem Internet. Aus diesem Grund sollten Sie eine Flatrate für das mobile Internet in Betracht ziehen.

Auch wenn Sie nur mal zum Zeitvertreib und relativ wenig surfen, benötigen Sie den Zugang zum Internet. Wenn Sie sich für eine Flatrate mit 500 Megabyte (MB) entscheiden, ist das Volumen ausreichend für Normal-Surfer. Sollten Sie jedoch zu den Power-Surfern gehören, ist das Doppelte, nämlich ein Gigabyte (GB), die bessere Wahl. MB und GB sind Maßeinheiten der Digitaltechnik. Sie geben die Menge der Daten an, die in einer Datei gespeichert oder die für die Übertragung benötigt werden.

Surfer, die gerne Musik auf den Ohren haben, oder Videos schauen möchten, benötigen eine Kapazität ab 20 GB. Das Anschauen eines YouTube-Videos mit 15 Minuten Länge kann, abhängig von der Qualität, schon mal mehrere hundert Megabyte, verschlucken. Und wie schnell vergehen fünfzehn Minuten auf YouTube…

Netz

Auch wenn Länder außerhalb und innerhalb von Europa zeigen, dass es besser geht: Die Funknetze sind in Deutschland bereits gut ausgebaut, auch wenn es noch immer Funklöcher und Zonen mit schwacher Signalstärke gibt. Deshalb die dringende Empfehlung: Leben und arbeiten Sie in einer „Problemzone“ in Sachen Handyempfang, sollten Sie die Netzverfügbarkeit und Empfangsqualität vor Ort überprüfen.

Auf der Website 4G.de können Sie kostenfrei die Netzabdeckung von T-Mobile, E-Plus, O2 und Vodafone vergleichen. Hierzu einfach eine Adresse eingeben und Sie erhalten dann die Information über die Verfügbarkeit von:

GPRS/EDGE (2G) das bedeutet: Mobilfunksystem der zweiten Generation und es war der erste Mobilfunkstandard, mit welchem Roaming, digitale Sprachübertragung und Datenverkehr möglich war. Es ist mittlerweile allerdings 26 Jahre alt und verliert immer mehr an Bedeutung.

UMTS/HSDPA (3G) steht für: Mobilfunkstandard der dritten Generation und wird seit dem Jahr 2000 ausgebaut. Mit diesem Netz wurde das mobile Surfen geboren.

LTE (4G) ist die Abkürzung für: Long Term Evolution und steht für die vierte Generation des Standards. Hier sind Geschwindigkeiten bis zu 300Mbit/s (Megabit pro Sekunde) möglich. Der kommende Standard ist 5G Nachfolger von 4G und ermöglicht eine zehnfach schnellere Datenübertragung.

Welche wichtigen Punkte sind noch entscheidend bei der Tarifsuche?

Nachgewiesen ist, dass ein Handyvertrag, mit dem richtig ausgewählten Tarif Ihren Geldbeutel bis zu 300 Euro pro Jahr entlasten kann.

Damit das gelingt, achten sie bei Ihrer Suche und Auswahl auf die folgenden Fakten:

Telefonate die Sie mit Teilnehmern im Ausland führen und Gespräche, die Sie mit Deutschland führen, während Sie sich in anderen Ländern befinden, werden auf den Vergleichsportalen nicht berücksichtigt. Die EU-Kommission hat die Gebühren für das so genannte Roaming zwar begrenzt, die Kosten sind aber nach wie vor wesentlich höher als bei Inlandsgesprächen. Wie wichtig sind für Sie Auslandsgespräche?

Bei manchen Verträgen mit niedrigen Grundgebühren, dafür aber verbrauchsabhängiger Abrechnung, müssen Sie Mindestumsätze tätigen. Hier kann der Joker dann recht schnell zum Kostenfresser werden. Und wenn Sie weniger telefonieren, als es der Tarif als Mindestbetrag ausweist, dann bezahlen Sie die Differenz zu Ihrem vereinbarten aber nicht abgerufenem Gesprächsvolumen. Deshalb: Verträge mit Mindestumsatzvereinbarungen auf Herz und Nieren prüfen und feststellen, ob es hier nicht bessere Möglichkeiten (Flatrate) gibt.

Vereinbarte Freiminuten sollten Sie nicht verfallen lassen, sondern möglichst ausnutzen. Diese werden meist nicht auf den Folgemonat übertragen und verfallen ersatzlos.Eine Gutschrift erhalten Sie nicht. Achtung bei Verträgen, die nach Verbrauch der vermeintlichen Gratisgesprächzeiten eine hohe Minutengebühr vorsehen. Hier greifen einige Anbieter unverschämt zu. Sie bezahlen für den Mehrverbrauch, der über Ihre Freiminuten hinausgeht, einen hohen Preis. Daher bei den Tarifdetails in jedem Fall die Minutenpreise prüfen. Wenn Sie sich gegen eine Flatrate entscheiden, versuchen Sie einen Anbieter zu finden, der eine sekundengenaue Abrechnung anbietet. Bei den Minutenpreisen gilt der Preis für jede angefangene Minute. Auch wenn Sie schon nach 3 Sekunden wieder auflegen, zahlen Sie eine volle Gesprächsminute.

Es kann Ihnen passieren, dass Sie ein absolut preiswertes Angebot entdecken und sich überlegen, noch vor dem Ende der Vertragslaufzeit zu wechseln. Hier kommen die so genannten Wechselgebühren ins Spiel. Wenn Sie Pech und einen schlechten Vertrag haben, möchte Ihr aktueller Anbieter, dass Sie bis zum letzten Tage die Vertragsbedingungen erfüllen und bezahlen. Vermeiden können Sie eine solche Falle von vorneherein, indem Sie einen Vertrag mit kurzer Laufzeit oder monatlicher Kündigungsmöglichkeit abschließen.

Was Mobilfunkanbieter nicht mit Ihnen machen dürfen, es ab und zu aber trotzdem versuchen, ist die Erhebung von so genannten Deaktivierungsgebühren bei Vertragsende. Dies ist nicht rechtens, mehrere deutsche Gerichte haben das bereits rechtskräftig bestätigt.

Die Fantasie einiger Provider ist grenzenlos. Sie verlangen beispielsweise ein Pfand für die SIM-Telefonkarte und versprechen, den Pfand zurückzuerstatten, wenn Sie die Karte zum Ende der Vertragslaufzeit zurücksenden. Ein unnötiger bürokratischer Aufwand ohne jeden Sinn und Nutzen. Vertragspartner die das dennoch verlangen, stellen sich damit selbst ins Abseits.

Wichtig ist, dass Sie bei einer vereinbarten Dauer von 24 Monaten, den Vertrag rechtzeitig und wirksam kündigen. Ihr Vertragspartner hat die Kosten des Smartphones auf diesen Zeitraum umgelegt und das Gerät ist nach den zwei Jahren vollständig bezahlt. Wäre die Welt der Handyverträge fair, müsste der Netzbetreiber die monatlichen Kosten um den Preis für das Gerät kürzen. Das macht aber kein Anbieter am deutschen Markt. Wenn Sie den Vertrag nicht rechtzeitig kündigen, verlängert sich dieser automatisch für ein weiteres Jahr. In diesem Jahr bezahlen Sie dann einen überaus überhöhten Preis für Ihren Handyvertrag. Es lohnt sich (am besten gleich bei Vertragsabschluß) einen Termin in der Kalenderfunktion des neuen Handys zu hinterlegen. Damit Sie rechzeitig erinnert werden, den Vertrag frist- und formgerecht zu kündigen.

Der Weg durch den Tarifdschungel der Handyverträge ist übersät mit Stolperfallen und unliebsamen Überraschungen, die sich oft zu jahrelang andauernden Ärgernissen entwickeln.  Doch Sie können vorbeugen, mit etwas Zeitaufwand die Detailinformationen verschiedener Anbeiter vergleichen und schließlich eine Wahl treffen, die Sie nicht bereuen.