Mindestlohn


Mindestlohn für Deutschland und Mindestlohn Ausnahmen.



Generell bezeichnet der Mindestlohn 2019 eine Lohnuntergrenze, die auf gesetzlichen oder auf tariflichen Bestimmungen beruht. Diese können sich auf das Mindestentgelt je geleisteter Arbeitsstunde oder auf eine monatliche Mindestvergütung beziehen. Aufgrund der üblichen Differenzierung zwischen Löhnen und Gehältern ist im zweiten Fall der Begriff Mindestgehalt passender.

Zuvor bestand in vielen Branchen ein Anspruch auf den tariflichen Mindestlohn. Des Weiteren war bereits vor der generellen Einführung der Mindestarbeitsvergütung in einigen Bereichen ein gesetzliches Mindestentgelt vorgeschrieben.

Mindestlohn Höhe

In Deutschland beträgt der gesetzliche Mindestlohn genau 8,84 Euro je Arbeitsstunde. Die Höhe soll sicherstellen, dass voll berufstätige Menschen von ihrem Arbeitseinkommen leben können und nicht auf ergänzende staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen sind. Das trifft jedoch auf Alleinverdiener mit mehreren Kindern weiterhin nicht immer zu. Zudem verhindert die gesetzliche Mindestarbeitsvergütung nicht, dass Teilzeitkräfte weiterhin als Aufstocker im Jobcenter vorstellig werden.

Die Tarifvertragspartner dürfen selbstverständlich weiterhin einen tariflichen Mindestlohn vereinbaren, der höher als 8,84 Euro liegt. Bei der Verwendung eines Mindestlohn  Rechners durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer lässt sich die höhere tariflich vereinbarte Mindestvergütung manuell eingeben. Faktisch bestand auch ohne tarifliche oder explizite gesetzliche Vorschriften indirekt ein Anspruch auf gewissen Mindestlohn, dessen Höhe jedoch nicht festgelegt und somit Gegenstand zahlreicher Rechtsstreitigkeiten war.

Dieser Mindestlohnanspruch beruhte auf dem Verbot des Lohndumpings und untersagte somit sittenwidrig niedrige Arbeitsentgelte. Die Höhe wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf an die Preisentwicklung angepasst. Unabhängig von dieser Anpassung ist zu erwarten, dass sich die Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen für einen höheren tariflichen Mindestlohn einsetzen.

Dokumentation des Mindestlohns

Eine genaue Dokumentation zum gesetzlichen Mindestlohn ist vorgeschrieben. Damit Arbeitgeber den gesetzlichen Mindestlohn nicht durch eine nur scheinbare Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit unterlaufen können, müssen sie die Beschäftigungszeiten ihrer Mitarbeiter sorgfältig dokumentieren. Eine Kritik am Mindestlohngesetz bezieht sich auf den mit der Dokumentationspflicht verbundenen Arbeitsaufwand, der besonders in kleineren Betrieben hohe Zusatzkosten verursacht. Die Kontrollen über die Einhaltung des festgelegten Lohns führt der Zoll durch.

Die Mindestlohn Ausnahmen

Das Gesetz sieht beim Mindestlohn Ausnahmen für vor, die sich auf Praktikanten und weitere Personen beziehen. Dass die Ausbildungsvergütungen der Lehrlinge niedriger als die gesetzliche Mindestarbeitsvergütung sein dürfen, leuchtet ein. Sie nehmen rechtlich ohnehin eine Sonderstellung ein und gelten außer im Steuer- und Sozialabgabenrecht nicht als klassisches Arbeitsentgelt.

Bei Praktikanten wurde lange um ihre Einbeziehung oder Nichteinbeziehung in den gesetzlichen Mindestlohn gerungen. Letztendlich wurde entschieden, dass nur für Pflichtpraktika und nicht für freiwillige Praktika Ausnahmen zulässig sind. Ein Pflichtpraktikum wird von der Studienordnung vorgeschrieben oder von der Schule angeordnet.

Nach einer Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr eingestellte Arbeitnehmer erwerben den Mindestlohnanspruch erst nach sechs Monaten. Des Weiteren gelten vorübergehend beim Mindestlohn Ausnahmen für Zeitungszusteller, deren Mindestvergütung bis Ende 2015 auf 6,38 Euro und für 2016 auf 7,23 Euro gedeckelt wurde. Diese Bestimmung ist jedoch unscharf formuliert. In mehreren Orten stellen die Zeitungsboten gleichzeitig auch Postsendungen zu. Es ist nicht eindeutig geregelt, ob die Mindestlohn Ausnahmen in ausschließlich für reine Zeitungszusteller gültig sind oder auch angewandt werden können, wenn zugleich die Postzustellung erfolgt.

Auch hinsichtlich der Amateurfußballer, die zumindest in den Regionalligen überwiegend eine geringe Vergütung erhalten, gelten beim Mindestlohn Ausnahmen. In diesem Bereich bestand bis Mitte des Jahres 2015 Rechtsunsicherheit, ehe die zuständige Ministerin per Verordnung entschied, dass die Amateurvereine ihren Spielern kein klassisches Arbeitsentgelt, sondern eine vom gesetzlichen Mindestlohn nicht erfasste Aufwandsentschädigung auszahlen.

Sozialversicherungswerte 2019

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Mindestlohn variiert nach Branche

Es gibt Branchen mit einem erhöhten gesetzlichen Mindestlohn . Die Mindestarbeitsvergütung fällt in einigen Branchen höher als der allgemeine Mindestlohn aus. In diesen wurden verbindliche Mindestbezüge erstmals für das Jahr 2013 oder 2014 vereinbart. In der Regel handelt es sich bei den höheren Mindestvergütungen um einen tariflichen Mindestlohn.

Betroffen ist unter anderem die Arbeitnehmerüberlassung in den westlichen Bundesländern, in denen Leiharbeitnehmer ab Januar 2016 mindestens 9,00 Euro je Stunde bekommen. Das pädagogische Personal bezieht im Westen einen Stundenlohn von mindestens 13,00 Euro und im Osten 11,65 Euro. Berlin wird bei besonderen gesetzlichen Mindestarbeitsvergütungen mal dem Westen und mal dem Osten zugeschlagen. Dieses Phänomen lässt sich auch beim tariflichen Mindestlohn beobachten.

Was kann ein Mindestlohn Rechner

Mindestlohn Rechner stehen für verschiedene Zwecke bereit. Dienstleister, die ihren Mitarbeitern zuvor einen geringeren Stundenlohn als 8,84 Euro bezahlt hatten, prüfen mittels eines Mindestlohn Rechners, ob sie ihre Preise infolge der steigenden Arbeitskosten erhöhen müssen.

Die entsprechenden Mindestlohn Rechner für prüfen neben dem Arbeitsentgelt auch die Preiskalkulation. Arbeitnehmer mit niedrigeren Stundenlöhnen verwendeten den Mindestlohn Rechner, um ihr künftiges Entgelt zu ermitteln. Idealerweise sind die für Arbeitnehmer gedachten Lohnrechner zusätzlich mit einer Funktion zur Berechnung des Nettoeinkommens ausgestattet.