Investmentfonds Steuern


Investmentfonds Steuern 2019 für einheitliche Versteuerung 25 Prozent



Vor dem Jahr 2009 wurden Kapitalerträge wie Dividenden, Kursgewinne oder Zinsen nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert, was nun anhand der einheitlichen Investmentfonds Steuern 2019 Abgeltungssteuer vorgenommen wird.  Diese beläuft sich auf 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und möglicherweise Kirchensteuern. Anleger können mittels der Einkommensteuererklärung Steuern zurückerhalten, wenn ihr Grenzsteuersatz unterhalb von 25 Prozent liegt. 

Bei der Versteuerung von Kapitalerträgen fungieren die Banken als eine Art Finanzamt, denn sie sorgen dafür, dass die Investmentfonds Steuern einbehalten werden. Der Anleger erhält also direkt einen Ertrag, der schon um die Steuern vermindert wurde. Für die Kursgewinne bei Verkäufen von Wertpapieren durch die Anleger, kommt die depotführende Bank zum Einsatz. Für jedes Depot richten die Banken ein Verlustkonto für ihre Kunden ein, um die Gewinne mit den Verlusten zu verrechnen. Dabei kommt es erst zum Steuerabzug, nachdem die Verluste und evtl Freistellungsbeträge von den Gewinnen übertroffen werden. Anleger erhalten die Steuern zurück, wenn sie diese bereist im Vorfeld für ihre Gewinne gezahlt haben, dann jedoch Verluste erlitten.

Die Banken berechnen die Verluste jeweils für ein Jahr, sodass Anleger ihre Verluste auch auf das nächste Jahr verteilen können, wenn in einem Jahr ausschließlich Verluste zustande gekommen sind. Die Abgeltungssteuern, die Anleger für ihre Kapitalerträge zahlen müssen, sind zunächst durch einen Sparerpauschbetrag begrenzt. Dieser beläuft sich auf 801 Euro und kann als Werbungskostenabzug geltend gemacht werden, sodass die Steuern erst dann anfallen, wenn mehr als 801 Euro im Jahr an Kapitalerträgen erzielt werden. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Sparerpauschbetrag auf 1.602 Euro. Für Wertpapiere vor dem Jahr 2009 gilt nicht die neue sondern die alte Regelung, wodurch eine zwölfmonatige Spekulationsfrist angewandt wird. Im Fall von Zinsen und Dividenden, auch wenn sie vor dem Jahr 2009 zustande gekommen sind, gilt die neue pauschale Besteuerung zu 25 Prozent.

Für Investmentfonds bedeuten diese Regelungen im Wesentlichen Folgendes: Während bei Aktienfonds, Branchenfonds und Dachfonds Dividenden und Kursgewinne zustande kommen, bekommen Renten- und Geldmarktfonds darüber hinaus noch Zinsen. Diese drei Arten von Erträgen, die Anleger durch die verschiedenen Fondstypen erzielen können, müssen jeweils vollständig zu 25 Prozent versteuert werden. Anleger erhalten Steuern nur dann zurück, wenn ihr Grenzsteuersatz niedriger ist als die Abgeltungssteuer. Einen Unterschied hinsichtlich der Versteuerung macht die Tatsache aus, ob es sich um einen ausschüttenden Fonds oder einen thesaurierenden Fonds handelt. Nur wenn der Fonds die Gewinne an den Anleger ausschüttet, muss dieser die Abgeltungssteuer leisten. Behalten Fonds die Gewinne ein, um sie unmittelbar in weitere Anlagen zu investieren, entfällt die Steuerpflicht des Anlegers.

Bevor die Abgeltungssteuer anfällt, führen die Banken in der Regel eine Verlustrechnung durch, sodass die Steuer letztendlich nur für den Nettogewinn gezahlt werden muss. Im Fall von Aktienanlagen wird dabei eine Sonderregelung vorgenommen. Diese beinhaltet, dass Verluste bei Aktienverkäufen ab 2009 ist die Verrechnung nur dann zulässig, wenn sie mit Gewinnen aus Aktienverkäufen stattfindet. Zinsen oder Dividenden dürfen dafür also nicht herangezogen werden. Der Gedanke hierbei ist die Verhinderung von Steuermindereinnahmen, wenn die Kurse gravierend einbrechen. Bei den Fonds sind dagegen Kursgewinne, Zinsen und Dividenden unbeschränkt für die Verlustverrechnung zulässig.

Offene Immobilienfonds werden bei der Besteuerung anders gehandhabt, was im Endeffekt nicht direkt für den Anleger ausschlaggebend ist, jedoch die Fondsleistung schwächt. Fonds mit Investitionen im Ausland müssen für diese oftmals im Inland keine Steuren mehr verlangen bzw. abgeben, da durch das Doppelbesteuerungsabkommen die Besteuerung im Ausland ausreicht. Dies kommt Fonds zugute, die ihre Investitionen ausschließlich auf das Ausland konzentrieren. Ein Nachteil bei den offenen Immobilienfonds ist jedoch, dass diese auch für Mieteinnahmen nach Abschreibung Abgeltungssteuern zahlen müssen.