Erbengemeinschaft


Erbengemeinschaft bezeichnet die gemeinschaftliche Verwaltung des Erbvermögens.



Wenn ein Erblasser sein Vermögen an mehrere Erben weitergibt, dann entsteht sogenanntes gemeinschaftliches Vermögen der Erbengemeinschaft 2019. Das heißt, dass über alle Angelegenheiten, die das Vermögen betreffen, gemeinschaftlich entschieden werden muss.

Die gemeinschaftliche Verwaltung trifft genauso auf jeden einzelnen Vermögensgegenstand wie auch auf das Gesamterbe zu. Jeder Miterbe muss dabei zu der Verwaltung im notwendigen Rahmen beitragen. Die einzigen Maßnahmen, die von einem Erben allein getroffen werden können, betreffen die Erhaltung des Nachlasses.

Da die gemeinschaftliche Verwaltung auf Grund ortsbezogener oder meinungsbezogener Differenzen zwischen den einzelnen Miterben verkompliziert werden kann, kann jeder der Erben eine Auseinandersetzung fordern. Die Auseinandersetzung bedeutet die Aufhebung der Erbengemeinschaft. Eine Ausnahme von dieser Forderung ist zum Beispiel die dahingehend ausdrückliche Festlegung des Erblassers hinsichtlich des Zeitraumes bis zur erlaubten Teilung des Nachlasses. Dies kann beispielsweise zur Erhaltung eines Familienbetriebes dienen.

Ratgeber: Erben und Vererben

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Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Die Auseinandersetzung kann entweder durch einen Testamentsvollstrecker oder durch die Miterben selbst vollzogen werden. Dafür ist entscheidend, ob der Erblasser einen Testamentsvollstrecker beauftragt hat. Wenn nicht, dann muss zwischen den Miterben ein Auseinandersetzungsvertrag aufgelegt werden, in dem bestimmt wird, wie das Erbe aufgeteilt wird. Der Vertrag bedarf keiner besonderen Form, es sei denn, ein Grundstück gehört zum Nachlass. In dem Fall muss eine Notarin oder ein Notar mit der Beurkundung des Vertrages betraut werden.

Um eventuelle Streitigkeiten in der Verhandlung um das Erbe zu vermeiden oder zu beheben, gibt es das Angebot eines Vermittlungsverfahrens – auch Teilungsverfahren genannt – für Miterben. Grundlage dafür ist das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Bei dem Vermittlungsverfahren hilft eine Notarin oder ein Notar bei der Auseinandersetzung des Nachlasses. Da beispielsweise Barvermögen leichter aufgeteilt werden kann, als Grundvermögen, kann in dem Verfahren zum Beispiel eine Teilungsversteigerung festgelegt werden. Wenn eine Auseinandersetzung trotzdem nicht zum Erfolg kommt, gibt es als letzte Instanz das Zivilgericht, bei dem eine Erbteilungsklage eingereicht werden kann.