Infografiken

Die meistsanktionierten Länder der Welt

Durch die Invasion der Ukraine ist Russland mit derzeit 5.581 Sanktionen zum am stärksten sanktionierte Land der Welt geworden. Im Zeitraum zwischen der Anerkennung der Regionen Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten am 22. Februar und dem 8. März hat sich die Zahl der von den USA, der EU und Ländern wie der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und Japan gegen russische Personen und Einrichtungen verhängten Sanktionen im Vergleich zum vorherigen Zeitraum mehr als verdoppelt. Wie unsere Grafik auf Basis von durch Castellum.AI zusammengestellten Daten zeigt, hat Putins Angriff Russland an einem der größten Widersacher der Vereinigten Staaten in Vorderasien vorbeigeschoben.

Vor dem Einmarsch in der Ukraine war der Iran mit 3.616 aktiven Sanktionen der USA, der UNO, der EU und Ländern wie Australien, Kanada, Indien und Israel der mit Abstand am meisten sanktionierte Staat. Die Beziehungen zwischen Israel und der Islamischen Republik sind besonders angespannt, da die Streitigkeiten um das iranische Atomwaffenarsenal und die allgemein feindselige Haltung des Landes gegenüber Israel regelmäßig zu eskalieren drohen. Ein Großteil der Sanktionen gegen Syrien, das auf der Liste von Castellum.AI an dritter Stelle steht, geht auf die Ereignisse rund um den syrischen Bürgerkrieg ab 2011 zurück. Nach zivilen Unruhen im Zusammenhang mit der Bewegung des Arabischen Frühlings führten die Zusammenstöße zwischen den Truppen von Präsident Bashar al-Assad und einer ungleichen Koalition aus- und inländischer Akteur:innen zu einer humanitären Krise und der Vertreibung von mehr als der Hälfte der damals etwa 22 Millionen Einwohner Syriens ins In- und Ausland.

An der Spitze der aktuellen Sanktionsrunde gegen Russland stehen die Schweiz, die EU und Frankreich mit 568, 516 beziehungsweise 512 Embargos. Die überwiegende Mehrheit dieser Sanktionen zielt auf Einzelpersonen ab, nur 366 der 2.827 Sanktionen richten sich gegen juristische Personen. In diesen Zahlen nicht enthalten sind sektorale Sanktionen wie allgemeine Handelsembargos für Gas oder Öl. Zusätzlich zu den Sanktionen, die von Nationalstaaten und internationalen Zusammenschlüssen verhängt wurden, haben sich nach Angaben von Forschern der Yale School of Management über 300 Unternehmen ganz oder teilweise aus dem russischen Markt zurückgezogen, darunter Adidas, Google, Disney, Exxon oder Volkswagen.