Elster 2020 – die elektronische Steuererklärung


Vorbei sind die Zeiten, in denen der Blätterberg auf dem Schreibtisch immer größer wurde, je näher der Termin zur Abgabe der Steuererklärung rückte. Heutzutage wickelt ein Großteil der Steuerpflichtigen den Vorgang elektronisch ab – über das Elster Online-Portal MeinElster. Bereits seit Januar 1999 können deutsche Bürger die Erklärung zu ihrem Einkommen auf elektronischem Wege übermitteln. 2018 machten 23 Millionen Bundesbürger davon Gebrauch. Die rege Nutzung verwundert kaum: die elektronische Steuererklärungen werden bevorzugt bearbeitet.

Mit „Elster“ ist übrigens nicht das diebische Federvieh gemeint. Vielmehr handelt es sich um die Abkürzung des Begriffs „ElektronischeSteuererklärung“.

Wer sich für Elsteronline entscheidet, kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Dateneingabe und -übermittlung wählen:

MeinElster: Hier wird die gesamte Online-Steuererklärung über den Browser eingegeben und an das Finanzamt übermittelt. Bei dieser Variante sind keine externen Programme notwendig. Auch wird hier vollständig auf Papier verzichtet. Für die Nutzung ist jedoch eine Registrierung nötig.

„ElsterFormular“: Hier lädt sich der Steuerbürger ein kostenloses Programm auf seinen Computer, mit dem er alle Steuerformulare am PC ausfüllen und an die Finanzbehörde senden kann. Ohne Authentifizierung erfordert diese Variante jedoch den Ausdruck einer komprimierten Version der Erklärung, die dann unterschrieben und zusammen mit Belegen an das Finanzamt geschickt werden muss.

Externe Programme: Die (meist käuflich zu erwerbenden) Programme bieten neben einer komfortablen Bedienung zudem oft Tipps zum Steuersparen. Mittels Elster-Schnittstelle können auch diese Programme die Erklärung an die Behörde übermitteln.

Optionen zur Authentifizierung

Um MeinElster nutzen zu können, muss sich der Steuerbürger zunächst authentifizieren lassen. Es stehen hierfür die folgenden Verfahren zur Wahl:

  • „ElsterBasis“: Hierbei wird eine Datei erzeugt, die sich der Nutzer auf seinen PC herunterlädt, in einem Ordner seiner Wahl abspeichert und bei jedem Einloggen bei MeinElster zusammen mit dem Passwort hochlädt. Zusätzlich kann er die Authentifizierungsdatei auf einem USB-Stick sichern. Das externe Speichern ermöglicht dem Nutzer, seine Steuererklärung Formulare auf einem anderen PC auszufüllen.
  • „ElsterSpezial“: Für Unternehmer ist oft eine besonders sichere Aufbewahrungsform der Daten notwendig. Hierzu kann ein spezieller USB-Stick kostenpflichtig erworben werden, auf welchem die entsprechende Authentifizierungsdatei verwahrt wird. Dieser USB-Stick enthält einen Krypto-Chip.
  • „ElsterPlus“: Für Steuerberater ist eine Signaturkarte eine Option. Diese ist im Handel erhältlich.
  • Ferner ist mit einem elektronischen Personalausweis die direkte Authentifizierung möglich.

Elster-Portal

Auf dem Elster Portal findet sich alles, was für steuerliche Vorgänge wie die Einkommen- oder die Lohnsteuererklärung relevant ist. Neben den Möglichkeiten zur Registrierung bzw. zum Einloggen, mittig oben auf der Seite, stehen weiter unten auch viele Erklär- und Hilfe-Tools bereit. 

Konkret finden sich hier die folgenden Kategorien:

  • „Leistungen“: Hier gelangt man direkt zu den gewünschten Formularen, Bescheinigungen und Bescheiddaten.
  • „Benutzergruppen“: Hier wird geklärt, für welche Berufsgruppen sich Elsteronline anbietet und wie Privatpersonen, Arbeitgeber, Unternehmer, Vereine und steuerberatende Berufe steuerrechtlich vorgehen sollten.
  • „Hilfe“: Wer noch unsicher ist, kann sich hier Unterstützung holen, sei es in Form von Hilfe-Links, per Info-Assistent, über die Hotline oder im Anwender-Forum.

Ferner findet sich auf der Portalseite die Kategorie „Neues“, in der die neusten Formulare zu finden sind.

Startseite MeinElster

„ElsterFormular“

Wer sich für die kostenlose Steuererklärung Software „ElsterFormular“ interessiert, kann sie zum Beispiel in der Navigationsleiste unter „Weitere Softwareprodukte“ downloaden.

Elster-Formulare

Das Programm „ElsterFormular“ ermöglicht es, die Steuern zunächst offline am PC zu machen und sie dann später online an die Behörde zu transferieren. Dabei bearbeitet man dieselben Steuerformulare wie früher, eben in digitaler Form.

Nach dem Download des kostenlosen Programms „ElsterFormular“ kann man direkt loslegen. Startet man die Elster Software, hat man die Möglichkeit, nach frischen Updates suchen zu lassen. Danach geht es los: Neben dem Mantelbogen, den jeder für seine Einkommen-Steuererklärung benötigt, findet man hier auch alle notwendigen Anlagen. Wenn man alle Eingaben abgeschlossen und alles auf mögliche Fehler Korrektur gelesen hat, kann man die fertige Erklärung über „ElsterFormular“ an die Steuerbehörde übersenden. 

  • Wichtig: Wer sich für das Einsenden per „ElsterFormular“ entscheidet und nicht authentifiziert ist, muss zusätzlich die komprimierte Version der Erklärung ausdrucken und diese unterschrieben mit den jeweiligen Belegen per Post ans Finanzamt senden!

Elster Formulare für die elektronische Steuererklärung:

Steuerformulare 2018

Steuerformulare 2019

Sie möchten die aktuellen Steuerformulare zur Steuererklärung 2018 runterladen? Wir senden Ihnen diese gerne per E-Mail zu! Diesem Service liegt das Formular-Management-System der Bundesverwaltung (https://www.formulare-bfinv.de) zu Grunde. Die Datenschutzerklärung können Sie hier lesen: https://www.finanzleser.de/datenschutz/ Powered by ConvertKit

MeinElster

Unter MeinElster findet man ein virtuelles Finanzamt. Wenn man sich nach dem Abschluss der Registrierung einloggt, hat man Zugriff auf eine personalisierte Nutzeroberfläche. Man wählt die Gruppe, zu der man gehört und kann dann mit der Erkundung des Nutzerbereichs beginnen.

Dabei stellt sich heraus, dass Elster Online das Erstellen und Einreichen von diversen Anträgen und Erklärungen ermöglicht. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Einkommensteuererklärung, unbeschränkte Steuerpflicht,
  • Einkommensteuererklärung, beschränkte Steuerpflicht,
  • Gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung,
  • Gesonderte Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung,
  • Umsatzsteuervoranmeldung,
  • Umsatzsteuer-Dauerfristverlängerung,
  • Umsatzsteuerjahreserklärung,
  • Zusammenfassende Meldung,
  • Lohnsteuer-Anmeldung,
  • Lohnsteuerbescheinigung,
  • Körperschaftsteuererklärung,
  • Kapitalertragsteuer-Anmeldung,
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung,
  • Gewerbesteuererklärung,
  • Erklärung für die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrages,
  • Antrag auf Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns (§ 34a EStG) und
  • Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR).

Auf den Seiten von MeinElster finden sich sämtliche notwendigen Elster Formulare. Zahlreiche Hilfen wie zum Beispiel Plausibilitätsprüfungen und anklickbare Erklärtexte sollen die Navigation durch die Online-Erklärung erleichtern. Für die Korrespondenz mit der Finanzbehörde steht dem Nutzer zudem ein Online-Postfach zur Verfügung. Nachrichten von der Behörde werden darin dauerhaft gespeichert.

Die Plattform ist so konzipiert, dass sie mit nahezu jedem Rechner nutzbar ist. Der Nutzer kann über Windows, Mac OS X und Linux sowie auch mobil am Smartphone via Android oder iOS auf MeinElster zugreifen. Bevor es losgeht, prüft die Website das System auf mögliche Schwächen.

Elster Formulare und Leistungen

Für die Authentifizierung Zeit einplanen!

Was es unbedingt zu beachten gilt: Am Tag der Registrierung kann man noch nicht damit beginnen, die Online-Erklärung auszufüllen! Damit man fortan komfortabel die Steuern komplett online bearbeiten kann, muss man erst den Authentifizierungsprozess durchlaufen (es sei denn, man registriert sich mit seinem elektronischen Personalausweis). Und der besteht unter anderem darin, dass man

  • für die Registrierung seine Steuer-ID bereithält,
  • per E-Mail eine Bestätigung mit Zugriffslink und Code zugeschickt bekommt,
  • sich per Post einen weiteren Code zusenden lässt,
  • diese beiden Codes im MeinElster-Zugang eingibt, ein Passwort sowie eine Sicherheitsfrage erstellen muss und dann
  • eine Authentifizierungsdatei herunterlädt, mit der man sich zukünftig bei jedem weiteren Log-In „ausweisen“ muss.

Erst nachdem diese Schritte durchlaufen sind, kann man die elektronische Erklärung über MeinElster einreichen.

Kontoerstellung Elster

Belegabruf für vorausgefüllte Steuererklärung

MeinElster ermöglicht auch den Import von steuerrelevanten Belegen sowie das Übertragen dieser Daten in das Einkommensteuererklärung Formular. Dabei handelt es sich um Belege wie:

Die Vorteile dieses Verfahrens liegen auf der Hand:

Durch den Import der Daten hat man weniger Arbeit, macht keine Fehler bei der manuellen Abschrift der Angaben und hat zudem eine bessere Übersicht darüber, welche Informationen bei den jeweiligen Behörden abgespeichert sind. Sollte man dabei Unstimmigkeiten feststellen, gilt es, die Mängel bei den jeweiligen Stellen anzuzeigen.
Ferner ist man nach dem Abruf der Belege für die vorausgefüllte Erklärung nicht verpflichtet, die Daten in die Formulare zu übertragen. Man kann die Daten auch einfach nur ansehen und sich einen Überblick verschaffen. Ferner sind auch nach der Übernahme der Daten in die Formulare jederzeit noch Korrekturen möglich.

Wenn man allerdings zu den Menschen gehört, die ihre Steuer-Erklärung am liebsten besonders früh im Jahr einreichen, muss man sich entweder gedulden oder auf die Vorteile des Belegabrufs verzichten. Es kann nämlich bis Mitte März eines jeden Jahres dauern, bis die kompletten Daten auf MeinElster verfügbar sind.

  • Es gilt außerdem zu beachten: Ähnlich wie beim Registrierungsverfahren für die Plattform, muss auch der Belegabruf für die vorausgefüllte Erklärung im Vorfeld zunächst freigeschaltet werden. Hierfür hat man sich entsprechend authentifizieren zu lassen und wiederum auf einen per Post zugesendeten Code zu warten.
  • Wer für den Ehepartner oder einen Angehörigen die Erklärung bearbeiten und dabei auch die Belege für die vorausgefüllte Elster Steuererklärung abrufen möchte, muss zunächst die Steuer-ID der entsprechenden Person eingeben. Der Besitzer der Steuer-ID erhält innerhalb der nächsten Tage postalisch einen Code zugestellt, den er dann an die entsprechende Person seines Vertrauens mit MeinElster-Zugang weitergibt.

Steuerratgeber zu Elster

Steuerratgeber 2019

Steuerratgeber 2019

Sie möchten den kostenlosen Ratgeber zur Steuererklärung runterladen? Wir senden Ihnen diesen gerne per E-Mail zu! Diesem Service liegt die von den Finanzbehörden der Länder herausgegebene Broschüre "Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler" zu Grunde. Die Datenschutzerklärung können Sie hier lesen: https://www.finanzleser.de/datenschutz/ Powered by ConvertKit

Bereitstellungstermine

Auf der Portalseite findet man unter dem Punkt „Formulare & Leistungen“ stets die aktuellen Bereitstellungstermine für wichtige Formulare. Falls man auf ein bestimmtes Formular wartet, kann man sich in der Übersicht der bereits vergangenen Bereitstellungstermine zudem ansehen, wann welche Formulare in den vorigen Jahren herausgegeben wurden.

Für die folgenden Formulare auf MeinElster (nicht aber in „ElsterFormular“ oder externen Anwendungen) kommt es in der Regel zu diesen Bereitstellungsterminen:

  • Einkommensteuer (unbeschränkte Steuerpflicht) – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das Vorjahr
  • Umsatzsteuer (Voranmeldung, Fristverlängerung, Dauerfristverlängerung, Sondervorauszahlung) – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das laufende Jahr
  • Umsatzsteuererklärung – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das laufende Jahr
  • Lohnsteuer-Anmeldung – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das laufende Jahr
  • Lohnsteuerbescheinigung – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das laufende Jahr
  • Anmeldung über den Steuerabzug zur Sicherung des Steueranspruchs bei beschränkt Steuerpflichtigen – Bereitstellung am 01.01. eines jeden Jahres, gültig für das laufende Jahr

Elektronische Steuerkarte (ELStAM)

Vorbei sind die Zeiten, in denen dem Arbeitnehmer eine Karte mit lohnsteuerrelevanten Daten sowie eine Infobroschüre zugestellt wurde – die Steuerkarte. Die Karte kam jedes Jahr aufs Neue und musste beim Arbeitgeber abgegeben werden. Bis zum Jahre 2010 wurden die Karten aus Karton verteilt. In der nachfolgenden Übergangszeit wurde die zuletzt ausgegebene Steuerkarte mehrfach verwendet.

Seit 2012 hat das Online-Verfahren die Papp-Steuerkarte abgelöst. Das neue Prozedere ist auch als elektronische Steuerkarte bekannt. Um die elektronische Karte seines Arbeitnehmers abrufen zu können, benötigt der Arbeitgeber am Anfang von dessen Anstellung die folgenden Daten: 

  • Geburtsdatum,
  • steuerliche Identifikationsnummer (Idnr.),
  • Angabe, ob es sich um ein Haupt- oder Nebenarbeitsverhältnis handelt und
  • ob und in welcher Höhe ein Lohnsteuerfreibetrag abgerufen werden soll.

Durch die elektronische Steuerkarte hat der einstige Papierkrieg ein Ende. Der Arbeitgeber ruft die relevanten Lohnsteuerdaten seines Arbeitnehmers nun ganz einfach elektronisch via Internet ab. 

Dazu zählen folgende Angaben:

Die Angaben zum Kirchensteuermerkmal haben in den letzten Jahren eine Diskussion in Sachen Datenschutz ausgelöst, da sie aus Expertensicht nicht konform mit verfassungs- sowie datenschutzrechtlichen Bestimmungen und dadurch rechtlich umstritten sind.

  • Apropos Datenschutz: Damit keine Fremdparteien Zugriff auf die Daten haben, muss sich der Arbeitgeber zunächst authentifizieren lassen. Darüber hinaus ist seine Zugriffserlaubnis auf die Daten eines jeden Arbeitnehmers nur für die Dauer dessen Anstellung im jeweiligen Betrieb gültig – danach ist kein Abruf mehr möglich.

Für Arbeitnehmer ist ferner interessant: Sie können den Zugriff auf ihre Daten einschränken oder auch verweigern. Dann jedoch ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, sie mit der (meist ungünstigen) Lohnsteuerklasse VI zu besteuern. 
Ferner können Arbeitnehmer ihre eigenen ELStAM-Daten auch selbst einsehen. Hierzu ist jedoch zunächst die Registrierung mit ID notwendig.

Lohnsteuerbescheinigung

Für ihre Steuer-Erklärung erhalten Arbeitnehmer alljährlich eine Bescheinigung über die von ihrem Arbeitgeber abgezogene Lohnsteuer. Auf dieser sind unter anderem folgende Angaben zu finden:

Bei der eTIN handelt es sich um eine Wort-/Zahlenkombination, mit der die Lohnsteuerbescheinigung dem Arbeitnehmer eindeutig zugeordnet werden kann.

Die Bescheinigung müssen Arbeitnehmer aufbewahren, damit sie beim Ausfüllen ihrer Erklärung alle relevanten Daten parat haben und in die „Anlage N“ übertragen können. Bequemer geht es, wenn sie sich für die vorausgefüllte Erklärung authentifizieren lassen – dann können sie (neben anderen Angaben) auch die Daten ihrer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ganz einfach in das Formular importieren lassen.

Seit dem 01.01.2005 muss der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigungen für seinen Arbeitnehmer elektronisch an die Finanzbehörde übermitteln. Hierzu hat sich der Arbeitgeber zunächst zu authentifizieren. Sofern Änderungen anstehen, kann er diese unter der Angabe des zugehörigen Transfertickets vornehmen.

  • Wichtig: Dem Arbeitnehmer ist die Lohnsteuerbescheinigung auszuhändigen.
  • Die Bereitstellung erfolgt nach Abschluss eines Kalenderjahres, oft noch am Jahresende. Spätestens bis zum letzten Tag im Februar des Folgejahres muss die Bescheinigung an den Arbeitnehmer ausgegeben worden sein.
  • Endet das Arbeitsverhältnis mitten im Jahr, erfolgt die Aushändigung der Bescheinigung meist eher.

Fazit

Wenn man sämtliche Funktionen auf MeinElster freigeschaltet hat, steht der komplett papierlosen Steuer-Erklärung nichts mehr im Wege.