Steuerklassen


Steuerklassen 2019 und Lohnsteuerklassen. Was ist die richtige Steuerklassenwahl?



Die Wahl der richtigen Steuerklassen 2019 ist vor allem für Verheiratete von entscheidender Bedeutung, denn durch Eintreten in die optimalen Steuerklassen kann man viel Geld sparen.

Ein späterer Steuerklassenwechsel ist grundsätzlich bis zum 30.11. eines jeden Jahres möglich; die neuen Steuerklassen gelten dann ab 01.01. des Folgejahres. Änderungen auf der Steuerkarte kann nur die jeweilige Gemeinde vornehmen, wo der Steuerzahler seinen Wohnsitz hat.

Steuerklassenwahl bei den Lohnsteuerklassen

Die Steuerklassenwahl  von Ehepartnern kann zudem entscheidenden Einfluss auf die Höhe von Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld oder auch Mutterschaftsgeld nehmen.

Um die richtigen Steuerklassen zu finden, stehen so genannte Steuerklassenrechner zur Verfügung. Nach Eingabe der persönlichen Daten finden diese automatisch die günstigste Steuerklasse. Viele Oberfinanzdirektionen veröffentlichen einen Steuerklassenrechner, mit welchem man schnell und einfach die günstigsten Steuerklassen findet. Auch die Finanzämter geben jährlich Merkblätter heraus, welche bei der Wahl der optimalen Steuerklasse helfen sollen.

Steuerklassen für Unverheiratete

Unverheiratete haben in der Regel keine Wahlmöglichkeit bei der Steuerklasse ; der Steuerklassenrechner wird für diese Personen immer die Steuerklasse I errechnen. Auch verwitwete Personen oder geschiedene Personen sowie alle in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebenden Menschen gehören der Steuerklasse I an. Alleinerziehende wiederum, bei denen regelmäßig ein Kind lebt, werden in die Steuerklasse II eingeordnet.

Die Steuerklassenkombination III/V ist grundsätzlich Ehepartnern zu empfehlen, wenn einer der Eheleute etwa 60 Prozent des Gesamteinkommens verdient; dieser wird dann die Steuerklasse III eingestuft. Der Ehepartner, welcher weniger verdient, bekommt Lohnsteuerklasse V. Auch Verwitwete werden bis zum Ende des nächsten Kalenderjahres, welches dem Tod des Ehepartners folgt, der Steuerklasse III zugeordnet.

Bei der Wahl der Lohnsteuerkombination III/V kann es dazu kommen, dass nach Abgabe der Jahressteuererklärung eine Steuernachzahlung an das Finanzamt erfolgen muss, wenn der in die Klasse III eingestufte Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere Partner. Gehaltsberechnung mit dem Nettorechner möglich. Dies kann bei der Steuerwahl IV/IV grundsätzlich nicht passieren. Die Summe der monatlichen Steuerabzüge entspricht hier meist dem Betrag der zu erwartenden Jahressteuer. Verdienen beide Ehepartner in etwa gleich viel, können sich auch beide in die Steuerklasse IV einstufen lassen.

Steuerratgeber 2018

Sie möchten den kostenlosen Ratgeber zur Steuererklärung runterladen? Wir senden Ihnen diesen gerne per E-Mail zu! Diesem Service liegt die von den Finanzbehörden der Länder herausgegebene Broschüre "Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler" zu Grunde. Die Datenschutzerklärung können Sie hier lesen: https://www.finanzleser.de/datenschutz/ Powered by ConvertKit

Steuerklassen für Eheleute

In der Regel werden Ehepartner gemeinsam besteuert. Man hat grundsätzlich die freie Wahl, für welche Steuerklassen man sich entscheidet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der getrennten Veranlagung. Dies sollte man in Betracht ziehen, wenn einer der Ehepartner nur sehr wenig Steuern zahlt. Die Wahl der richtigen Steuerklassen kann also bares Geld sparen und wirkt sich direkt beim Nettolohn aus. Neben Steuerklassenrechnern hilft auch der Steuerberater bei der Wahl der Steuerklasse gern weiter.

Steuererklärung zu den Steuerklassen

Die Steuererklärung ist eine Erklärung, mit der eine natürliche oder juristische Person gegenüber der Finanzbehörde die Tatsachen offen legt, die zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen und zur Festsetzung der Steuer benötigt werden.

Beispielsweise geben die Steuerpflichtigen in einer Steuererklärung und den relevanten Steuerklassen dem Finanzamt Auskunft über ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse. Zu den jährlich veranlagten Steuern (z.B. Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) muss bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Steuererklärung abgegeben werden. Werden diese Steuererklärungen von einem Angehörigen der steuerberatenden Berufe (z.B. Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein) erstellt, müssen sie erst bis zum 31. Dezember des Folgejahres eingereicht werden.

Die Steuererklärung kann nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck oder auf dem dafür vorgesehenen Weg elektronisch übermittelt werden. Wenn die Finanzbehörde die Steuererklärung bearbeitet hat, erteilt sie einen Steuerbescheid, der u.a. die Höhe der festgesetzten Steuer ausweist und eine Abrechnung enthält. Ein Steuerbescheid wird nicht erteilt, wenn – wie beispielsweise bei der Umsatzsteuer – die Steuer in der Steuererklärung selbst zu berechnen ist und die Finanzbehörde von dieser Berechnung nicht abweicht.

Wie hoch die Lohnsteuer bei den jeweiligen Steuerpflichtigen ausfällt, hängt unter anderem von deren Steuerklasse ab. Im Folgenden werden die verschiedenen Steuerklassen beschrieben und den jeweiligen Personengruppen zugeiteilt.

Steuerklasse I

Die folgenden Arbeitnehmer gehören der Steuerklasse I an:

  • ledige oder geschiedene Arbeitnehmer
  • Arbeitnehmer, dessen Lebenspartnerschaft aufgelöst wurde
  • verheiratete Arbeitnehmer oder solche in einer Lebenspartnerschaft, wo der andere Partner sich allerdings im Ausland befindet
  • Arbeitnehmer, die von ihren Partnern dauernd getrennt leben
  • verwitwete Arbeitnehmer, deren Partner noch im Vorjahr verstorben sind
  • beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer

Steuerklasse II

Diejenigen Arbeitnehmer, die oben als Mitglieder der Steuerklasse I genannt wurden, jedoch den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhalten, gehören demnach der Steuerklasse II an. Zum Anspruch auf diesen Entlastungsfreibetrag, müssen die Steuerpflichtigen gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählt:

  • Alleinerziehung eines Kindes, für das ein Kinderfreibetrag oder Kindergeld erhalten wird
  • besagtes Kind muss außerdem dem Haushalt des Steuerpflichtigen angehören und damit bei diesem gemeldet sein, was als Haupt- oder Nebenwohnung vorliegen kann
  • bei Meldung des Kindes bei mehr als einer Person, geht der Entlastungsbetrag an den Empfänger des Kindergelds

Gegen die Gewährung des Entlastungsfreibetrags spricht eine eheähnliche oder lebenspartnerschaftsähnliche Lebensgemeinschaft. Darüber hinaus wird der Entlastungsbetrag auch dadurch verhindert, dass dem Haushalt des Steuerpflichtigen eine volljährige Person angehört, für die der Steuerpflichtige jedoch weder Kindergeld noch einen Kinderfreibetrag erhält. Eine sogenannte Haushaltsgemeinschaft besteht in dem Moment, in dem eine solche Person ebenfalls finanziell für die Haushaltsführung aufkommt. Sollte der Steuerpflichtige in einigen oder auch nur einem Monat des Kalenderjahres die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag nicht erfüllen, sieht auch das Finanzamt für diesen Zeitraum von einer steuerlichen Behandlung anhand der Steuerklasse II ab. An der Stelle liegt die Pflicht beim Steuerpflichtigen, zunächst einmal dem Finanzamt zu versichern, dass er die Voraussetzungen erfüllt und somit der Steuerklasse II zugeteilt werden kann, und dann ebenfalls auch das Finanzamt darüber zu informieren, wenn diese Bedingungen nicht mehr vorliegen.

Gehören Steuerpflichtige der Steuerklasse II an, erhalten sie in Verbindung mit dem Lohnsteuerabzug immer den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dies ist auch bei mehreren Kindern der Fall, die es zu berücksichtigen gilt. Jedes weitere Kind, das dem Haushalt eines alleinstehenden Steuerpflichtigen angehört, erhöht den Entlastungsbetrag um 240 Euro. Daraufhin kann der Steuerpflichtige die Bildung eines Freibetrags für den Lohnsteuerabzug beantragen.

Steuerklasse III

Die folgenden Steuerpflichtigen können einen Antrag zur Steuerklasse III stellen:

  • verheiratete oder verpartnerte Steuerpflichtige
  • Ehe- oder Lebenspartner, die beide im Inland leben
  • Ehe- oder Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben
  • Ehe- oder Lebenspartner, bei denen ein Partner Arbeitnehmer ist, während der andere kein Einkommen bezieht
  • Ehe- oder Lebenspartner, bei denen ein Partner der Steuerklasse V angehört
  • Witwer/Witwen, deren Ehe- oder Lebenspartner im Vorjahr verstorben ist und bei denen die Bedingungen (Inland, nicht dauernd getrennt lebend) zum Todeszeitpunkt erfüllt waren

Steuerklassen IV, V, VI

Handelt es sich bei Steuerpflichtigen um Ehe- oder Lebenspartner, die beide Einkünfte erzielen, im Inland leben und deren Partnerschaft nicht durch eine dauernde Trennung unterbrochen ist, gehören der Steuerklasse IV an.

Stellen Ehe- oder Lebenspartner einen Antrag, sodass einer der beiden Partner in die Steuerklasse III wechselt, dann rutscht der andere Partner, der zuvor der Steuerklasse IV angehörte, in die Steuerklasse V.

Erhalten Steuerpflichtige nicht nur von einem Arbeitgeber einen Arbeitslohn sondern von mehreren, dann gilt die Steuerklasse VI für den Lohnsteuerabzug von dem zweiten und von noch einem anderen Arbeitslohn. An dieser Stelle lohnt es sich, den Arbeitslohn für den Lohnsteuerabzug im Rahmen der Steuerklasse VI auszuwählen, der aufgrund mehrerer Freibeträge am niedrigsten ausfällt.

Steuerklassen für Ehe- und Lebenspartner

Bei Ehe- und Lebenspartnern kommt es automatisch zur gemeinsamen Veranlagung zur Einkommensteuer, was jedoch durch eine Angabe in der Steuererklärung leicht geändert werden kann. Oftmals ist die erste Variante die lohnendere von beiden, doch unter gewissen Umständen, bietet sich die Einzelveranlagung mehr an. Auch wenn Steuerpflichtige die gemeinsame Veranlagung wählen, kommt es zunächst für jeden Arbeitnehmer separat zum Lohnsteuerabzug, da dies die Aufgabe des jeweiligen Arbeitgebers ist, der allerdings nur den Lohn eines Partners vorliegen hat. Es kann also im Verlauf des Jahres sein, dass Ehepartner zu viele Lohnsteuern zahlen, da erst mit der Veranlagung zur Einkommensteuererklärung ersichtlich ist, wie viel die Partner durch ihr gemeinsames Einkommen hätten abgeben müssen.