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Sterbegeldversicherung

Sterbegeldversicherung: Kosten sparen, Angehörige schützen

Die Sterbegeldversicherung deckt Bestattungskosten und entlastet Angehörige. Was sie kostet, für wen sie sinnvoll ist und worauf Sie 2026 beim Abschluss achten.

9 min Lesedauer
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Sterbegeldversicherung: Bestattungskosten absichern

Die Sterbegeldversicherung sichert Angehörige gegen hohe Bestattungskosten ab. Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe aus, um finanzielle Belastungen in der Trauerzeit zu vermeiden.

Bestattungen kosten heute mehr denn je. Nach der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegeldes im Jahr 2004 müssen Familien selbst für diese Kosten aufkommen. Eine würdevolle Beerdigung kostet schnell mehrere tausend Euro – Geld, das viele Hinterbliebene nicht ohne Weiteres aufbringen können.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung (auch Sterbeversicherung) ist eine Form der Bestattungsvorsorge und soll im Trauerfall die Beerdigungskosten decken und so Ihre Hinterbliebenen entlasten. Sie wird oftmals auch als Bestattungsversicherung oder Beerdigungsversicherung bezeichnet. Im Todesfall der versicherten Person wird die vereinbarte Versicherungssumme an die im Vertrag festgelegte bezugsberechtigte Person ausgezahlt.

Diese spezielle Form der Lebensversicherung funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie zahlen regelmäßige Beiträge ein und bestimmen einen Begünstigten, der im Todesfall das Sterbegeld erhält. Die Auszahlung erfolgt normalerweise innerhalb weniger Tage nach Einreichung der erforderlichen Unterlagen.

Im Gegensatz zu anderen Versicherungen steht bei der Sterbegeldversicherung nicht die Gewinnerzielung im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, Angehörige vor den oft unterschätzten Kosten einer Bestattung zu schützen. Seit der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegeldes im Jahr 2004 sind die meisten Verbraucher selbst dafür verantwortlich, für die Kosten ihrer Bestattung vorzusorgen. Eine Sterbegeldversicherung bietet hier eine zuverlässige und planbare Lösung.

Wie hoch sind die Bestattungskosten in Deutschland?

Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten einer Beerdigung bei rund 13.000 €. Je nach Region und individuellen Wünschen können die Kosten jedoch stark schwanken. Eine Bestattung kostet in Deutschland 2026 durchschnittlich 5.000 € bis 13.000 € pro Bestattung, abhängig von der Bestattungsart, der Trauerfeier und regionalen Gegebenheiten.

Die Bestattungskosten setzen sich aus verschiedenen Bereichen zusammen:

  • Bestatterleistungen: Kosten für Bestatterdienste betragen durchschnittlich 3.000 Euro
  • Friedhofsgebühren: Je nach Ort und Grabart unterschiedlich
  • Grabstein und Einfassung: Ein Grabstein mit Gravur und die Grabeinfassung schlagen mit etwa 5.000 Euro zu Buche
  • Trauerfeier und weitere Leistungen: Kirche, Trauerredner, Blumen, Leichenschmaus
BestattungsartDurchschnittliche Kosten
Anonyme Bestattung2.000 € bis 4.000 €
Einfache Urnenbeisetzungca. 3.200 €
Traditionelle Erdbestattungrund 13.000 €
Aufwendigere Bestattung18.000 € bis 20.000 €

Bei diesen Summen wird deutlich, warum eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein kann. Viele Familien sind überrascht, wenn plötzlich hohe Rechnungen ins Haus flattern – wiederkehrende Kosten für die Grabpflege (jährlich zwischen 150 – 330 Euro) noch nicht eingerechnet.

Leistungen und Versicherungssummen im Detail

Versicherungssumme: Üblich sind Beträge zwischen 3.000 und 10.000 Euro, selten über 20.000 Euro. Die Höhe sollten Sie an den tatsächlichen Bestattungskosten ausrichten. Für die Kosten einer Bestattung in Deutschland können Sie aktuell mit etwa 8.000 € rechnen.

Die meisten Versicherer bieten flexible Versicherungssummen zwischen 5.000 Euro und 15.000 Euro an. Bei einigen Anbietern sind auch höhere Summen bis zu 20.000 Euro möglich. Die Wahl der richtigen Summe hängt von Ihren individuellen Wünschen ab:

  • Grundabsicherung: 5.000 bis 8.000 Euro für eine einfache Bestattung
  • Standardschutz: 8.000 bis 12.000 Euro für eine angemessene Beerdigung
  • Komfortschutz: 12.000 bis 20.000 Euro für eine aufwendigere Bestattung

Viele Anbieter ergänzen ihre Grundleistung um wertvolle Zusatzbausteine:

  • Doppelleistung bei Unfalltod: Ein extrem wichtiges Merkmal – bei Tod durch Unfall wird oft die doppelte Versicherungssumme ausgezahlt
  • Auslandsrückholung: Überführungskosten aus dem Ausland sind meist mitversichert
  • Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit: Bei Pflegebedürftigkeit übernimmt die Versicherung die weiteren Beiträge

Wie hoch sind die Kosten einer Sterbegeldversicherung?

In der Regel liegen die Kosten einer Sterbegeldversicherung zwischen 30 und 50 Euro im Monat. Die Beitragshöhe hängt von mehreren Faktoren ab:

Eintrittsalter: Je jünger die Person beim Abschluss ist, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge. Ältere Personen zahlen aufgrund des höheren Sterberisikos mehr.

Versicherungssumme: Eine höhere Versicherungssumme führt zu höheren monatlichen Beiträgen.

Beitragszahlungsdauer: So zahlen Sie nur bis zu einem Alter von beispielsweise 65 oder 85 Jahren Beiträge für Ihre Sterbegeldversicherung. Nach diesem Zeitpunkt müssen keine Prämien mehr gezahlt werden und der Versicherungsschutz besteht weiterhin bis zum Lebensende.

Alter bei AbschlussMonatlicher Beitrag (8.000 € Summe)
20 Jahreab 5 Euro
40 Jahre10–45 €
50 Jahreab 20,59 €
60+ Jahre20 Euro oder mehr

Wichtige Versicherungsbedingungen: Wartezeit und Gesundheitsprüfung

Bei Sterbegeldversicherungen haben Sie grundsätzlich zwei Optionen: Tarife mit oder ohne Gesundheitsprüfung.

Mit Gesundheitsprüfung: Um eine Sterbegeldversicherung mit Sofortschutz abzuschließen, müssen Sie dem Anbieter im Vorwege einige Gesundheitsfragen beantworten. Dabei handelt es sich in der Regel um eine einfache Gesundheitsprüfung, bei der wenige Fragen zum Gesundheitszustand beantwortet werden müssen. Der Vorteil: meist sofortiger Versicherungsschutz ohne Wartezeit.

Ohne Gesundheitsprüfung: Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung versichern gesunde Personen, wie auch Personen mit bereits bestehenden Gesundheitsproblemen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen. Mit einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen haben Sie unabhängig von Ihrem Gesundheitszustand die Gelegenheit, bereits zu Lebzeiten das Finanzielle zu regeln.

Die Wartezeit: Die Dauer dieser Wartezeit unterscheidet sich je nach Anbieter und liegt etwa zwischen 6 und 36 Monaten. Verstirbt die versicherte Person während der Frist, leistet die Versicherung nur anteilig. JA, die meisten Sterbegeldtarife stellen keine Gesundheitsfragen, sehen dafür aber eine anfängliche Wartezeit von 12-36 Monaten vor (bei Unfalltod keine Wartezeit), in welchem sich die Todesfallsumme schrittweise erhöht.

Wichtige Regelungen während der Wartezeit:

  • Eine Ausnahme hierfür ist oft der Unfalltod. Wenn der Todesfall während der Wartezeit durch einen Unfall eintritt, erstatten viele Versicherer sofort die volle Versicherungssumme.
  • Bei Tod durch Krankheit erhalten die Hinterbliebenen meist die eingezahlten Beiträge oder eine gestaffelte Leistung zurück
  • Bei Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung ist meist eine Wartezeit von mindestens einem Jahr üblich.

Für wen sich die Sterbegeldversicherung lohnt

Eine Sterbegeldversicherung eignet sich besonders für Menschen, die ihre Angehörigen nicht mit Bestattungskosten belasten möchten. Eine Sterbeversicherung ohne Gesundheitsfragen eignet sich besonders für Menschen mit schweren Erkrankungen, die jedoch nicht innerhalb weniger Jahre zum Tod führen. Mit einem Vertrag ohne Gesundheitsprüfung können Vorerkrankte für den Todesfall vorsorgen und Angehörige finanziell entlasten.

Sinnvoll ist die Sterbegeldversicherung für:

  • Personen ohne ausreichende Ersparnisse für Bestattungskosten
  • Menschen mit Vorerkrankungen, die keine andere Versicherung erhalten
  • Menschen ohne Angehörige: Sie ermöglicht es, die eigene Bestattung nach persönlichen Wünschen zu gestalten. Durch die Benennung eines Bestattungsinstituts als Bezugsberechtigten wird sichergestellt, dass die Kosten für eine würdevolle Beisetzung gedeckt sind. So können Sie Ihren letzten Weg selbstbestimmt gehen.
  • Familien mit geringem Einkommen

Nicht notwendig ist die Versicherung:

  • Bei ausreichendem Vermögen für Bestattungskosten
  • Wenn das voraussichtliche Erbe groß genug ist
  • Im Rentenalter oder kurz davor sollten Sie keine Sterbegeldversicherung abschließen. Die Höhe des Versicherungsbeitrags richtet sich auch nach der Wahrscheinlichkeit des Ablebens. Je älter Sie sind, desto höher ist dieses Sterblichkeitsrisiko – und damit Ihr Beitrag. Gerade bei Älteren sind schnell mehr Beiträge geflossen als die Hinterbliebenen im Todesfall erhalten.

Besonderheit bei Sozialhilfe: Ein großer Vorteil dieser Form der Vorsorge besteht darin, dass sie zum Schonvermögen gerechnet wird. Eine abgezahlte Sterbegeldversicherung wird so beispielsweise bei einem Antrag auf Sozialhilfe nicht auf das eigene Vermögen angerechnet und muss nicht aufgebraucht werden, bevor der Staat finanziell unterstützt. Im Zusammenhang mit Hinterbliebenen ist auch ein Grundverständnis des Erbrechts wichtig, um zu verstehen, wie die Auszahlung und andere finanzielle Aspekte im Todesfall geregelt sind.

Fazit

Die Sterbegeldversicherung bietet eine verlässliche Lösung für die Bestattungsvorsorge. Mit durchschnittlichen Bestattungskosten von 13.000 Euro (Stand 2026) entlastet sie Hinterbliebene sowohl finanziell als auch organisatorisch. Die Wahl zwischen Tarifen mit oder ohne Gesundheitsprüfung hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab – wobei Tarife ohne Prüfung eine Wartezeit von 6 bis 36 Monaten vorsehen. Als Alternative zu dieser spezialisierten Form können auch klassische Risikolebensversicherungen zur Absicherung von Angehörigen erwogen werden, bieten aber oft höhere Summen. Während Beiträge seit 2005 nicht mehr steuerlich absetzbar sind, bleibt die Auszahlung im Todesfall steuerfrei. Bei monatlichen Kosten zwischen 30 und 50 Euro sollten Sie die Versicherungssumme realistisch an die erwarteten Bestattungskosten anpassen und verschiedene Anbieter sorgfältig vergleichen. Für Menschen mit Vorerkrankungen oder ohne ausreichende Ersparnisse stellt sie eine wichtige finanzielle Absicherung dar.

Häufig gestellte Fragen

Für eine klassische Erdbestattung sollten Sie mit rund 8.000 Euro rechnen. Die Kosten setzen sich aus Leistungen des Bestattungsinstituts, Friedhofsgebühren, Trauerfeier und Sonstigem wie Blumen, Anzeigen oder Leichenschmaus zusammen. Je nach Wünschen können die tatsächlichen Kosten deutlich höher ausfallen.
Die Versicherungssumme ist flexibel und bewegt sich meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro, je nach Anbieter bis 20.000 Euro. Sie sollte mindestens die erwarteten Bestattungskosten abdecken. Die monatlichen Beiträge richten sich nach Eintrittsalter und gewählter Summe.
Es gibt Tarife mit und ohne Gesundheitsprüfung. Mit Prüfung gilt der Schutz sofort, bei Vorerkrankungen drohen jedoch Ablehnung oder Zuschläge. Ohne Prüfung ist der Abschluss auch bei Vorerkrankungen möglich, dafür greift eine Wartezeit von 6 bis 36 Monaten bis zum vollen Leistungsanspruch.
Die monatlichen Beiträge liegen durchschnittlich zwischen 30 und 50 Euro. Ein 50-Jähriger kann sich bereits ab etwa 20 Euro monatlich absichern. Jüngere Versicherungsnehmer zahlen deutlich weniger als ältere, da Eintrittsalter und Gesundheitszustand den Beitrag maßgeblich beeinflussen.
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