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Arbeitnehmer sparzulage

Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen: Vermögensaufbau mit Arbeitgeber

Vermögenswirksame Leistungen sind ein Zuschuss vom Arbeitgeber zum Sparen. Wer Anspruch hat, wie viel drin ist und wie Sie die Förderung 2026 nutzen.

7 min Lesedauer
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Vermögenswirksame Leistungen: Der praktische Leitfaden 2026

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldbeträge vom Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt für den Vermögensaufbau. Das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) regelt diese Mitarbeiterförderung. Mit geschickter Nutzung sparen Sie nach sieben Jahren mehrere tausend Euro an – oft ohne einen eigenen Cent. Seit 2024 profitieren durch angehobene Einkommensgrenzen deutlich mehr Menschen von staatlicher Förderung.

Diese Leistungen gehören zu den unterschätzten Vorteilen im deutschen Arbeitsleben. Viele Arbeitnehmer wissen nicht von ihrem Anspruch oder lassen das Geld verfallen.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen fließen nicht auf Ihr Gehaltskonto, sondern direkt in eine Sparanlage. Die rechtliche Grundlage ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz.

Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht. Berechtigt sind Arbeitnehmer, Auszubildende und Beamte, sofern der Arbeits- oder Tarifvertrag entsprechende Regelungen enthält. Der Arbeitgeber zahlt nur dann, wenn ein Tarifvertrag dies vorsieht – ansonsten freiwillig.

Die Höhe variiert stark nach Branche. Im öffentlichen Dienst sind es 6,65 Euro monatlich, andere Arbeitgeber zahlen bis zu 40 Euro. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze – die 40 Euro sind lediglich ein verbreiteter Standardwert.

Wer hat Anspruch?

Berechtigte Personengruppen:

  • Alle Angestellten mit entsprechenden Tarifvertragsregelungen
  • Auszubildende in Betrieben mit VL-Vereinbarungen
  • Beamte, Richter und Soldaten nach dem Vermögensbildungsgesetz
  • Beschäftigte im öffentlichen Dienst nach TVöD oder TV-L

Selbstständige und Freiberufler können keine vermögenswirksamen Leistungen erhalten.

Besondere Regelungen gelten für verschiedene Gruppen. Beamte im Vorbereitungsdienst erhalten 13,29 Euro pro Monat, sofern ihre Anwärterbezüge bestimmte Grenzen nicht erreichen. Teilzeitbeschäftigte erhalten anteilige vermögenswirksame Leistungen entsprechend ihrer Arbeitszeit.

Die staatliche Förderung 2026

Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist ein Zuschuss von bis zu 123 Euro pro Jahr. Die Höhe hängt von der Anlageform und Ihrem zu versteuernden Einkommen ab.

Fördersätze nach Anlageform:

AnlageformFördersatzMax. SparbetragMax. Zulage
Fondssparpläne/ETFs20%400 €80 €
Bausparverträge9%470 €43 €
Banksparpläne0%0 €

Verheiratete können die Beträge verdoppeln, wenn beide Partner vermögenswirksame Leistungen anlegen – maximal 246 Euro jährlich.

Die kombinierte Förderung ist attraktiv: Mit zwei VL-Verträgen in verschiedenen Anlageformen erhalten Sie die maximale Arbeitnehmersparzulage von 123 Euro. Sie können beispielsweise einen VL-Bausparvertrag und einen VL-Fondssparplan kombinieren.

Einkommensgrenzen seit 2024:

Für Ledige liegt die Grenze bei 40.000 Euro, für Ehepaare bei 80.000 Euro jährlich (zu versteuerndes Einkommen). Arbeitnehmer mit höherem Einkommen erhalten keine Sparzulagen.

Durch Werbungskosten, Sonderausgaben und Kinderfreibeträge können auch Besserverdiener oft noch gefördert werden.

Welche Anlageformen gibt es?

ETF- und Fondssparpläne

Die beste Option ist der Fondssparplan mit ETF-Sparplänen. Sie bieten die höchste Rendite und höchste Förderung. Ein weltweit gestreuter Aktien-ETF erzielt historisch etwa 6 Prozent pro Jahr bei gleichzeitig 20-prozentiger staatlicher Förderung. Diese Anlage eignet sich für alle, die langfristig Vermögen aufbauen und moderate Kursschwankungen akzeptieren.

Bausparverträge

Ein Bausparvertrag für vermögenswirksame Leistungen lohnt sich nur, wenn Sie in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen, bauen oder renovieren möchten. Die staatliche Förderung beträgt 9 Prozent.

Die Nachteile überwiegen für reine Sparer: Niedrige Guthabenzinsen, oft unter der Inflationsrate, Abschlusskosten und die Bindung an wohnwirtschaftliche Verwendung.

Banksparpläne

Banksparpläne bieten maximale Sicherheit bei minimaler Rendite – etwa 1 Prozent pro Jahr. Sie werden nicht staatlich gefördert und eignen sich nur für sehr risikoaverse Sparer. Die Zinsen können oft nicht die Inflation ausgleichen.

Baukredittilgung

Immobilienbesitzer mit laufendem Baukredit können vermögenswirksame Leistungen zur Tilgung verwenden. Die monatliche Rate bleibt gleich, aber Ihre Belastung sinkt. Oder Sie erhöhen die Tilgung und zahlen den Kredit schneller ab, wodurch Zinsen gespart werden.

Wohnungsbauprämie nutzen

Bausparer können neben der Arbeitnehmersparzulage auch die Wohnungsbauprämie nutzen – allerdings nur für eigene Einzahlungen, nicht für VL vom Arbeitgeber.

Die Prämie beträgt 10 Prozent der Jahreseinzahlungen: maximal 70 Euro für Singles, 140 Euro für Paare.

Einkommensgrenzen:

Alleinstehende: 35.000 Euro zu versteuerndes Einkommen

Verheiratete: 70.000 Euro zu versteuerndes Einkommen

Seit 2024 werden vermögenswirksame Leistungen nicht mehr mit der Wohnungsbauprämie gefördert. Wer die maximale Prämie erhält, muss den festgelegten Höchstbetrag durch eigene Einzahlungen oder Zinsgutschriften erreichen.

VL-Zahlungen zählen nicht als Zahlungen aus eigenen Mitteln. Wer jedoch sowohl eigene Einzahlungen als auch VL leistet, kann für beide Anteile getrennt Förderung beantragen.

Laufzeit und Sperrfristen

VwL-Fondssparpläne haben eine gesetzliche Sperrfrist von 7 Jahren. Bausparverträge benötigen 7 Jahre Ansparzeit und 1 Jahr Ruhezeit.

Die Laufzeit teilt sich in zwei Phasen:

  • Ansparphase: 6 Jahre mit monatlichen Einzahlungen
  • Ruhezeit: 1 Jahr ohne Einzahlungen, aber mit Verzinsung

Vorzeitige Kündigung führt zum Verlust der Sparzulage. Nur bei Härtefällen wie Arbeitslosigkeit sind Ausnahmen möglich.

Beantragung der Arbeitnehmersparzulage:

Die Zulage wird nicht automatisch gewährt – Sie müssen sie aktiv beantragen. Das geht ausschließlich über die Einkommensteuererklärung. Ihre Bausparkasse stellt jährlich eine Bescheinigung aus. In der Anlage VL tragen Sie die eingezahlten Beträge ein. Die Zulage wird mit der Steuerfestsetzung gutgeschrieben.

Fazit

Vermögenswirksame Leistungen sind ein wertvolles Geschenk für Ihren Vermögensaufbau. Ein Rechenbeispiel zeigt das Potenzial: Bei 40 Euro VL monatlich in einem ETF-Sparplan fließen über 6 Jahre 2.880 Euro in Ihr Depot. Bei 6 Prozent Rendite plus einjähriger Ruhezeit beträgt Ihr Guthaben etwa 3.663 Euro. Zusätzlich erhalten Sie sechs Jahre lang 80 Euro Arbeitnehmersparzulage – weitere 480 Euro. Insgesamt haben Sie etwa 4.143 Euro angespart, ohne einen eigenen Cent eingezahlt zu haben.

Seit 2024 profitieren mehr Menschen von der erhöhten Förderung. Für die meisten Arbeitnehmer empfiehlt sich ein ETF-Sparplan als beste Kombination. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach vermögenswirksamen Leistungen und lassen Sie diese nicht verfallen – über sieben Jahre bauen Sie systematisch Vermögen auf.

Häufig gestellte Fragen

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geldbeträge, die Ihr Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt für Ihren Vermögensaufbau zahlt. Das Geld fließt direkt in eine Sparanlage Ihrer Wahl, nicht auf Ihr Gehaltskonto. Anspruch haben Arbeitnehmer, Auszubildende und Beamte, sofern ihr Arbeits- oder Tarifvertrag entsprechende Regelungen enthält.
Bei VL-Fondssparplänen gewährt der Staat 20 Prozent der Einzahlungen bis maximal 400 Euro jährlich (Verheiratete: 800 Euro), also bis zu 80 Euro Arbeitnehmersparzulage. Bei VL-Bausparverträgen sind es 9 Prozent auf bis zu 470 Euro, maximal rund 43 Euro pro Jahr. Beide Förderungen können kombiniert werden.
Um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten, darf Ihr zu versteuerndes Einkommen 40.000 Euro bei Alleinstehenden und 80.000 Euro bei Verheirateten nicht überschreiten. Bei Überschreiten der Grenze bleibt der Arbeitgeberzuschuss trotzdem bestehen, Sie verlieren jedoch die staatliche Förderung und erhalten nur die Kapitalerträge Ihrer Anlage.
Für VL stehen vier klassische Anlageformen zur Verfügung: ETF- oder Fondssparpläne, Bausparverträge, Banksparpläne und die Tilgung eines Baukredits. ETF-Sparpläne bieten die beste Kombination aus Rendite und Förderung, da weltweit gestreute Aktien-ETFs historisch etwa sechs Prozent durchschnittliche Rendite pro Jahr erzielen.
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