Grundsteuer


Die Grundsteuer zählt zu den Real- beziehungsweise Objektsteuern. Rechtsgrundlage bildet hierzu das Grundsteuergesetz und Steuergegenstand sind jegliche wirtschaftliche Einheiten des Grundbesitzes. Sie dient Gemeinden als Einnahmequelle.

Im Allgemeinen wird eine Unterscheidung vorgenommen zwischen Betrieben der Land- und Forstwirtschaft (Grundsteuer A) und Grundstücken (Grundsteuer B). Die persönlichen Verhältnisse und die persönliche Leistungsfähigkeit des Steuerschuldners haben dabei keinen Einfluss auf die Besteuerung. Nicht von der Steuer betroffen ist allerdings Grundbesitz in öffentlicher Hand, von Kirchen oder gemeinnützigen Körperschaften.

Verfahrensweisen

Es bestehen drei Verfahrensstufen, die selbstständig sind, aber aufeinander folgen:

  1. Einheitswertverfahren
  2. Steuermessbetragsverfahren auf Grundlage des Einheitswertes
  3. Steuerfestsetzungsverfahren auf Grundlage des Steuermessbetrages

Für den Einheitswert gibt es wiederum verschiedene Ausgangspunkte:

  • Grundbesitz (Land- und Forstwirtschaftsbetriebe und private und betriebliche Grundstücke): der Einheitswert des Bewertungsgesetzes nach den Wertverhältnissen von 1964 (alte Länder)
  • Land- und Forstwirtschaftsbetriebe (ohne Wohnungen): der Ersatzwirtschaftswert des Bewertungsgesetzes nach den Wertverhältnissen von 1964 (neue Länder)
  • Grundstücke: der Einheitswert des Bewertungsgesetzes nach den Wertverhältnissen von 1935, soweit der Einheitswert für dieses Grundstück vom Bewertungsgesetz auf Grundlage dieses Jahres festgelegt wurde (neue Länder)
  • Mietwohngrundstücke, die vor 1991 entstanden sind, und Einfamilienhäuser, für die kein Einheitswert von 1935 vorliegt: die Ersatzbemessungsgrundlage basierend auf der Wohn- oder Nutzfläche (pauschale Grundsteuer je m²) laut § 42 GrStG. (neue Länder)

Der Steuermessbetrag wird dann auf Basis des Einheits- oder Ersatzwirtschaftswertes vom Finanzamt festgelegt. Zur Berechnung des Steuermessbetrages wird eine Steuermesszahl auf den zuvor festgelegten Einheits- oder Ersatzwirtschaftswert angewendet. Die Steuermesszahl beläuft sich auf:

  • 2,6 v.T. bis 3,5 v.T. für Grundstücke in den alten Ländern, je nach Art
  • 5 v.T. bis 10 v.T. für Grundstücke in den neuen Ländern, je nach Art und Gemeindegruppe (angepasst an die erheblich niedrigeren Einheitswerte 1935)
  • 6 v.T. für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft

Höhe der Grundsteuer

Gemeinden haben Anspruch darauf, einen Hebesatz auf den Steuermessbetrag anzuwenden. Das resultiert in sehr stark variierenden Belastungen je nach Gemeinde. 2015 lag der durchschnittliche Hebesatz der Gemeinden in den neuen Ländern bei Grundsteuer A 303 Prozent und bei Grundsteuer B 434 Prozent. In den alten Ländern belief er sich auf 334 Prozent für Steuer A und 457 Prozent für Steuer B. Die Festsetzung wird durch den Grundsteuerbescheid rechtsgültig. Zur Berechnung und Erhebung der Steuer wird in den neuen Ländern manchmal noch die Wohn- oder Nutzfläche als Ersatzbemessungsgrundlage hinzugezogen. Dabei wird ein vereinfachtes, pauschales Berechnungsverfahren angewendet und zur Erhebung ein Steueranmeldungsverfahren genutzt.