Ausbildung


Eine Entlohnung während der Ausbildung 2018 muss versteuert werden. Dafür gelten Aufwendungen für die Ausbildung als absetzbare Werbungskosten.



Ausbildungsbeihilfen wie BAföG, Erziehungsbeihilfen und Studienzuschüsse aus öffentlichen Kassen müssen nicht versteuert werden. Dagegen müssen Einkommensteuern gezahlt werden, wenn von nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Gebern Unterhalts-, Schul- oder Studiengelder freiwillig oder durch eine freiwillig begründete Rechtspflicht gewährleistet werden. Dies ist auch der Fall bei gesetzlich unterhaltsberechtigten Personen. Bei solchen Gebern handelt es sich beispielsweise um jene, die sich im Ausland befinden.

Befinden sich ausländische Schüler und Studenten in Deutschland um an einer deutschen Hochschule oder Lehranstalt zu lernen und wird diesen Unterhalts-, Schul- oder Studiengeld von Angehörigen im Ausland gewährt, müssen für die Leistungen keine Steuern gezahlt werden. Dafür muss jedoch der Grund für den Aufenthalt in Deutschland die Ausbildung sein und die Notwendigkeit dieser Leistungen muss vorhanden sein.

Ausbildungsdienstverhältnis

Ein Ausbildungsdienstverhältnis besteht dann, wenn es eine finanzielle Entlohnung dafür gibt, dass bei einem Arbeitgeber oder Dienstherren eine Ausbildung absolviert wird. Diese finanzielle Entlohnung muss versteuert werden, doch dafür können Aufwendungen, zu denen es aufgrund des Ausbildungsdienstverhältnisses kommt, in Form von Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden.

Liegt eine der folgenden Situationen vor, handelt es sich um ein Ausbildungsdienstverhältnis:

  • die Ausbildung besteht aus der betrieblichen Ausbildung und dem Besuch einer Berufsschule
  • Referendare befinden sich im Vorbereitungsdienst für ihr zweites Staatsexamen
  • es liegt ein Dienstverhältnis eines Beamtenanwärters vor
  • Berufssoldaten absolvieren ein Studium an einer Bundeswehrhochschule aufgrund der Vorgabe des Dienstherren und erhalten weiterhin die Dienstbezüge
  • Arbeitnehmer werden vom Arbeitgeber freigestellt um an einer Berufsakademie, Fachhochschule oder Universität zu studieren und erhalten weiterhin ihren Lohn
  • abkommandierte Soldaten auf Zeit besuchen Lehrgänge der Bundeswehrfachschule für die Erlangung der mittleren Reife

Steuerratgeber 2017

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Ausbildungsfreibetrag

Müssen Steuerpflichtige für die Ausbildung ihrer Kinder zahlen, können diese im Jahr von einem Ausbildungsfreibetrag Gebrauch machen, der sich auf 924 Euro beläuft. Dieser verringert dann die Gesamteinkünfte der Eltern.

Für den Anspruch auf den Ausbildungsfreibetrag müssen die folgenden Bedingungen erfüllt werden:

  • Volljährigkeit des Kindes
  • das Kind durchläuft eine Berufsausbildung
  • das Kind wohnt nicht bei den Eltern
  • die Eltern haben Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag für das Kind

Seit dem Jahr 2012 wird bei der Gewährung des Ausbildungsfreibetrags nicht mehr mit einbezogen, ob und wie viel das Kind in der Ausbildung verdient.

Zu beachten ist, dass der Ausbildungsfreibetrag auch dann nicht verringert oder gestrichen wird, wenn BAföG erhalten wird. Außerdem gilt, dass bei getrennt veranlagten Eltern oder solchen, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, der Ausbildungsfreibetrag auf die beiden Elternteile je zur Hälfte aufgeteilt wird.

Steuerfreibeträge 2018

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Ausbildungskosten

Wer Ausbildungskosten steuerlich absetzten will, muss auf die Unterscheidung zwischen Ausbildungskosten und Fort-bzw. Weiterbildungskosten achten. Ausbildungskosten können als Sonderausgaben abgesetzt werden, da diese den Ausgaben für die private Lebensführung angehören. Bei Fortbildungskosten kann dagegen die Absetzung in Form von Werbungskosten erfolgen. Der Arbeitgeber kann die Fortbildungskosten als Betriebsausgaben absetzen, wenn er diese für den Arbeitnehmer übernimmt.

Der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einer Fortbildung liegt beim Wissenstand der jeweiligen Person und bei der Qualifikation, die diese in dem bestimmten Beruf hat. So liegen im Fall einer Ausbildung noch keine Qualifikationen vor und auch der Wissensstand ist noch sehr beschränkt, weshalb dem Auszubildenden erst die Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, damit dieser später der beruflichen Tätigkeit nachgehen kann. An einer Fortbildung dagegen nehmen Personen teil, die bereits Kenntnisse und Fertigkeiten für ihren Beruf, den sie ausüben, besitzen, und die zum Ziel haben, ihre Qualifikation zu erhöhen.

Kosten für eine erste Berufsausbildung oder für ein Erststudium können in Höhe von bis zu 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden, wenn diese nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten gewertet werden. Dies ist dagegen der Fall, wenn die Ausbildung oder das Studium im Rahmen eines (Aubsildungs-) Dienstverhältnisses absolviert wird.

Die Aufwendungen für ein Zweitstudium nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder für eine berufsbedingte Fortbildung sind ebenfalls absetzbare Werbungskosten. Im Fall der Fortbildung muss diese jedoch im Nachhinein eine Verbesserung der beruflichen Chancen ergeben.

Lehrgangs-, Schul- oder Studiengebühren, Kosten für Arbeitsmittel, Fachliteratur und Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte, Mehraufwendungen für Verpflegung und wegen auswärtiger Unterbringung machen die Aufwendungen aus, die abgesetzt werden können. Eine doppelte Haushaltsführung muss für die Absetzung der Mehraufwendungen wegen auswärtiger Unterbringung nicht gegeben sein.

Die folgenden Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit die Kosten einer Erstausbildung absetzbar sind:

  • Bei einer Ausbildung, die in Vollzeit durchgeführt wird (das heißt in der Woche müssen mindestens 20 Stunden damit verbracht werden), muss eine Dauer dieser Ausbildung festgelegt sein, bei der es sich mindestens um 18 Monate handeln muss.
  • Zu den Ausbildungen mit Möglichkeit zur Absetzung der Kosten gehören die staatlich anerkannten und staatlich geregelten. Auch Berufsausbildungen nach Richtlinien von Berufs- oder Wirtschaftsverbänden oder internen Vorschriften von Bildungsträgern bieten diese Möglichkeit. Dabei muss das Ziel vorhanden sein, dem Auszubildenden die notwendigen beruflichen Handlungsfähigkeiten zu lehren.
  • In der Ausbildung müssen die notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt werden, die für die spätere Ausübung des Berufs wichtig sind.
  • Bestimmte Eckpunkte der Ausbildung müssen feststehen. Dazu gehören der Beginn und Abschluss der Ausbildung sowie ein fester Lehrplan. Die Ausbildung muss durch eine Abschlussprüfung oder eine planmäßige Beendigung abgeschlossen werden. Erst dann wird diese als erstmalige Berufsausbildung anerkannt. Aus diesem Grund kann eine abgebrochene Berufsausbildung nicht als abgeschlossene Ausbildung gewertet werden.