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Abgeltungssteuer

Abgeltungssteuer

Mit 25 % pauschal: Wie die Abgeltungssteuer Ihre Erträge trifft

Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 % auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Erfahren Sie, wie Sie mit Freistellungsauftrag Steuern sparen.

8 min Lesedauer
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Finanzleser-Redaktion

Erstellt von der Finanzleser-Redaktion.

Verantwortlich für den Inhalt: Finconext GmbH, Frankfurt am Main.

08. Juni 2026

EU-Kennzeichnung: AI Modified – Inhalt mit KI-Unterstützung erstellt

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Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer. Die Steuer wird also dort einbehalten, wo der Ertrag entsteht. Das ist meist Ihre Bank oder Ihr Broker. Mit dem Abzug ist die Einkommensteuer auf diese Erträge in der Regel „abgegolten“. Daher kommt der Name.

Der Steuersatz beträgt einheitlich 25 % auf alle Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags (§ 32d EStG). Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer. Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich Kirchensteuer. Einmal im Jahr erhalten Sie von Ihrer Bank eine Steuerbescheinigung. Darauf stehen alle Erträge und die einbehaltenen Steuern.

In bestimmten Fällen müssen Sie selbst aktiv werden. Das gilt etwa bei einem Depot im Ausland, bei Verlusten über mehrere Banken hinweg oder wenn Sie die Günstigerprüfung beantragen möchten. Dafür nutzen Sie die Anlage KAP der Steuererklärung.

Wie hoch ist die Steuerbelastung tatsächlich?

Die 25 % sind nur der Grundsatz. Mit Soli steigt die Belastung auf 26,375 %. Die Kirchensteuer wird nicht einfach aufgeschlagen. Weil sie steuerlich abziehbar ist, senkt sie die Abgeltungssteuer etwas. Deshalb liegt die Gesamtbelastung bei 27,82 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern sowie 27,99 Prozent in allen anderen Bundesländern (Stand 2026, Finanztip).

SituationGesamtbelastungSteuer auf 1.000 € ErtragEs bleiben
Ohne Kirchensteuer26,375 %263,75 €736,25 €
Kirchensteuer 8 % (Bayern, BW)rund 27,819 %rund 278,19 €rund 721,81 €
Kirchensteuer 9 % (übrige Länder)rund 27,995 %rund 279,95 €rund 720,05 €

Beispielrechnung: Eine ledige Sparerin ohne Kirchensteuer erhält 3.000 € Zinsen. Sie hat einen Freistellungsauftrag über 1.000 € gestellt.

  • Steuerpflichtiger Ertrag: 3.000 € − 1.000 € = 2.000 €
  • Abgeltungssteuer: 2.000 € × 25 % = 500,00 €
  • Solidaritätszuschlag: 500 € × 5,5 % = 27,50 €
  • Gesamtsteuer: 500,00 € + 27,50 € = 527,50 €
  • Netto: 3.000 € − 527,50 € = 2.472,50 €

Wer hat Anspruch auf den Sparerpauschbetrag?

Jede unbeschränkt steuerpflichtige Person hat Anspruch, auch Kinder. 2026 gelten in Deutschland weiterhin 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare. Diese Höhe gilt seit 2023 unverändert und wurde auch zum Jahreswechsel 2025/2026 nicht angepasst (§ 20 Abs. 9 EStG). Eine vierköpfige Familie kann so bis zu 4.000 € im Jahr steuerfrei vereinnahmen.

PersonenstandSparerpauschbetrag 2026
Ledige1.000 €
Ehepaare / eingetragene Lebenspartner2.000 €
Kinder (je Kind)1.000 €

Den Freibetrag nutzen Sie über einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank. Sie können ihn auf mehrere Institute verteilen. Die Summe darf 1.000 € bzw. 2.000 € aber nicht übersteigen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank Abgeltungssteuer ab, auch wenn Ihre Erträge unter dem Freibetrag liegen.

Bei sehr geringem Einkommen reicht der Freistellungsauftrag nicht aus. Dann hilft die Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung). Sie ist möglich, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt. Im Jahr 2026 sind das 12.348 Euro, 2025 waren es 12.096 Euro (§ 32a EStG). Mit der NV-Bescheinigung zahlt die Bank auch Erträge über 1.000 € ohne Steuerabzug aus. Das hilft vor allem Studierenden, Rentnern mit kleiner Rente und Arbeitslosen.

Auf welche Kapitalerträge fällt Abgeltungssteuer an?

Die Abgeltungssteuer gilt für Kapitalerträge im Privatvermögen. Dazu zählen:

  • Zinsen aus Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch und Anleihen
  • Dividenden aus Aktien und Ausschüttungen von Fonds
  • Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Anleihen, Zertifikaten, Fonds und ETFs
  • die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds
  • Erträge aus Termingeschäften wie Optionen und Futures
  • Erträge aus Lebensversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen wurden. Ausnahme: Lief der Vertrag mindestens 12 Jahre und wird er erst ab dem 60. Geburtstag ausgezahlt (bei Verträgen ab 2012 ab dem 62.), wird nur die Hälfte des Ertrags mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert

Nicht betroffen sind Erträge im Betriebsvermögen. Gewinne aus Kryptowährungen fallen ebenfalls nicht darunter. Sie gelten als private Veräußerungsgeschäfte und sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG).

ETF-Anleger profitieren von der Teilfreistellung. Bei Aktien-ETFs, die mehr als 50 Prozent ihres Aktivvermögens dauerhaft in Aktien investieren, gilt für Privatanleger eine Teilfreistellung von 30 Prozent (§ 20 InvStG).

Beispielrechnung ETF: Ein lediger Anleger ohne Kirchensteuer verkauft Aktien-ETF-Anteile mit 5.000 € Gewinn.

  • Steuerpflichtig nach Teilfreistellung: 5.000 € × 70 % = 3.500 €
  • Abzüglich Sparerpauschbetrag: 3.500 € − 1.000 € = 2.500 €
  • Abgeltungssteuer: 2.500 € × 25 % = 625,00 €
  • Soli: 625 € × 5,5 % = rund 34,38 €
  • Gesamtsteuer: 625,00 € + 34,38 € = rund 659,38 €

Auf Zinsen in gleicher Höhe wären es deutlich mehr. Dann wären 4.000 € steuerpflichtig. Das ergibt 4.000 € × 26,375 % = 1.055 €.

Wann lohnt sich die Günstigerprüfung, und was gilt bei Verlusten?

Bei der Günstigerprüfung vergleicht das Finanzamt zwei Varianten. Es prüft, ob Ihr persönlicher Steuersatz günstiger ist als die pauschalen 25 %. Ist das der Fall, werden Ihre Kapitalerträge nach dem niedrigeren Tarif besteuert. Sie beantragen die Prüfung in der Anlage KAP. Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 € im Jahr (Grundfreibetrag 2026) zahlen Sie keine Einkommensteuer. Für jeden Euro darüber liegt der Steuersatz zunächst bei 14 % und steigt dann mit dem Einkommen an. Die Günstigerprüfung lohnt sich, solange Ihr Steuersatz auf zusätzliche Einnahmen unter 25 % liegt. Davon profitieren vor allem Rentner, Studierende, Eltern in Elternzeit und Teilzeitkräfte.

Bei Verlusten hat sich viel getan. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 wurde der gesonderte Verlustverrechnungskreis für Termingeschäfte gestrichen. Damit entfiel auch die betragsmäßige Beschränkung von 20.000 Euro für die Verrechnung von Verlusten. Auch die Grenze für Forderungsausfälle wurde aufgehoben, und zwar mit Wirkung für alle offenen Fälle. Prüfen Sie daher ältere Steuerbescheide, die noch nicht bestandskräftig sind.

Eine Einschränkung bleibt bestehen. Verluste aus Aktienverkäufen dürfen Sie weiterhin nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnen. Mit anderen Einkunftsarten wie Ihrem Gehalt lassen sich Kapitalverluste nicht verrechnen. Haben Sie Depots bei mehreren Banken, beantragen Sie bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung. Nur dann können Sie die Verluste in der Steuererklärung bankübergreifend nutzen.

Bei Auslandsdepots behält die Bank keine deutsche Abgeltungssteuer ein. Sie müssen die Erträge selbst in der Anlage KAP angeben. Das gilt auch für viele Neobroker mit Sitz im Ausland. Fragen Sie im Zweifel nach, ob Ihr Anbieter steuereinfach ist.

Fazit

Die Abgeltungssteuer macht die Besteuerung von Kapitalerträgen einfach. Ohne Kirchensteuer zahlen Sie 26,375 % auf Erträge, die über dem Freibetrag liegen. Mit Kirchensteuer sind es rund 27,8 bis 28 %. Der Sparerpauschbetrag bleibt 2026 bei 1.000 € pro Person und 2.000 € für Ehepaare.

Diese Schritte lohnen sich für Sie: Verteilen Sie Ihre Freistellungsaufträge sinnvoll auf alle Banken. Stellen Sie auch für Ihre Kinder einen Freistellungsauftrag. Liegt Ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 €, beantragen Sie beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung. Bei einem Steuersatz unter 25 % holen Sie sich mit der Günstigerprüfung Geld zurück.

Aktien-ETFs sind dank der 30-prozentigen Teilfreistellung steuerlich im Vorteil. Wer mit Termingeschäften handelt, profitiert seit 2026 direkt beim Steuerabzug von der unbegrenzten Verlustverrechnung. Prüfen Sie außerdem offene Steuerbescheide aus den Vorjahren. Bei einem Auslandsdepot müssen Sie Ihre Erträge immer selbst in der Steuererklärung angeben.

Häufig gestellte Fragen

Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent, sodass die Gesamtbelastung bei 26,375 Prozent liegt. Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer, wodurch die Belastung bis zu 27,995 Prozent erreicht.
Der Sparerpauschbetrag beträgt seit 2023 unverändert 1.000 Euro für Ledige und 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare. Um den Freibetrag automatisch zu nutzen, sollten Sie bei Ihren Banken einen Freistellungsauftrag einreichen, andernfalls behält die Bank die Abgeltungssteuer direkt ein.
Die Günstigerprüfung lohnt sich, wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt. Sie beantragen die Prüfung über die Anlage KAP Ihrer Steuererklärung, woraufhin das Finanzamt automatisch die günstigere Variante ermittelt. Besonders Rentner, Studenten und Teilzeitbeschäftigte profitieren von einer möglichen Rückerstattung.
Die Abgeltungssteuer betrifft alle privaten Anleger, die Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen erzielen. Banken führen die Steuer automatisch an das Finanzamt ab, sodass Ihre Steuerpflicht für diese Erträge in der Regel als erfüllt gilt. Eine Veranlagung in der Steuererklärung ist nur in bestimmten Fällen erforderlich.
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