Versicherung abschließen 2018


Informationen zum Versicherung abschließen 2018 auch für Minderjährige.



Wer eine Versicherung abschließen 2018 möchte, sollte sich im Voraus über die Versicherungsbedingungen im Klaren sein. Vor Abschluss eines Versicherungsvertrages und während dessen Laufzeit sind unter anderem gewisse Verpflichtungen auf Seiten des Versicherers inbegriffen.

Versicherung abschließen mit Minderjährigen

Handelt es sich beim Versicherungsnehmer um eine minderjährige Person, wird die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters benötigt, wenn diese Person eine Versicherung abschließen möchte. Meist treten die Eltern dafür ein. Zusätzlich besteht die Bedingung, dass der Vertrag mit Minderjährigen inklusive der Prämienzahlung nur bis zum Ende des 19. Lebensjahres, also das Jahr nach dem Volljährigkeitseintritt, laufen darf. Das Familiengericht muss den gesetzlichen Vertretern bei Verträgen, die voraussichtlich darüber hinaus gehen sollen, die vormundschaftliche Zustimmung geben.

Fehlende Zustimmungen machen den Vertrag schwebend unwirksam. Wünscht es der Versicherungsnehmer, so muss der Versicherungsvertrag in dem Fall vollständig rückgängig gemacht werden. Erst wenn der zuvor minderjährige Versicherungsnehmer den Vertrag schließlich volljährig unterschreibt, erhält dieser dann seine Wirkung. Teilweise wird die Weiterzahlung der Prämien durch den schließlich volljährigen Versicherungsnehmer als Genehmigung angesehen. Der Versicherer ist insgesamt für die Beseitigung des rechtlichen Schwebezustandes zuständig. Daher muss der Versicherer jedoch auch die Leistungen erbringen, falls ein Versicherungsfall eintritt, während der Schwebezustand noch aktiv ist.

Verfügt ein beschränkt geschäftsfähiger Minderjähriger unter bestimmten Bedingungen über eigenes Geld und könnte die Prämienzahlung dadurch decken, ist auch auf diese Weise das  Versicherung abschließen möglich. Der Minderjährige kann dabei zwischen sieben und siebzehn Jahren alt sein. Ob diese Option gewährt wird, ist allerdings meist vom Versicherer abhängig.

Informationspflicht beim Versicherung abschließen

Vor dem Abschluss eines Vertrages muss der Versicherer dem Versicherungsnehmer auf Grund der Informationspflicht gewisse Informationen zur Verfügung stellen. Dazu gehören die Vertragsbestimmungen inklusive allgemeiner Versicherungsbedingungen und Angaben, die die VVG-Informationspflichtenverordnung festlegt. Sie müssen in Textform verfügbar sein. Der Versicherungsnehmer soll nach Erhalt dieser Informationen auf Grundlager der daraufhin bekannten Rechte und Pflichten eine fundierte Entscheidung über den Abschluss des Versicherungsvertrages treffen können. Die allgemeinen Informationspflichten enthalten allgemeine Obligationen für alle Versicherungszweige – also Schaden-, Unfall-, Lebens- und Krankenversicherung – und besondere Obligationen für individuelle Versicherungszweige wie beispielsweise Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der Versicherer muss zusätzlich ein Produktinformationsblatt an den Versicherungsnehmer ausgeben, falls es sich bei diesem um einen Verbraucher nach § 13 BGB handelt. Im Produktinformationsblatt müssen für den Vertragsabschluss und die Vertragserfüllung wichtige Informationen enthalten sein. Werden bestimmte Pflichten von Seiten des Versicherers nicht eingehalten, kann der Versicherungsnehmer erstens Schadenersatz und die Vertragsaufhebung verlangen und zweitens markiert auch erst die Einhaltung der Pflichten den Beginn der Widerrufspflicht.

Eine Versicherung abschließen kann sowohl persönlich in einer entsprechenden Filiale als auch telefonisch erfolgen. Bei einer telefonischen Schließung des Versicherungsvertrages ist der Versicherer trotzdem an alle Informationsbestimmungen gebunden und der Kunde sollte sicherstellen, dass diese eingehalten werden. Anderenfalls können die oben genannten Ansprüche eingefordert werden.

Beratungspflicht bei Versicherung abschließen

Die Beratungspflicht beim Versicherung abschließen sagt aus, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer beraten und den Rat und die entsprechende Argumentation festhalten muss. Dies muss vor Abgabe der Vertragserklärung geschehen und ist in Textform vorgesehen. Ziel hiervon ist es ebenfalls, den Versicherungsnehmer so zu beraten, dass die Bedingungen der gewählten Versicherung seinen Bedürfnissen und Wünschen entsprechen. Die optimale Beratung sollte vier Phasen beinhalten:

  1. Befragung des Versicherungsnehmers durch den Versicherer hinsichtlich Wünschen, Bedürfnissen und persönlichen Verhältnissen
  2. Rat zum Abschluss des Versicherungsvertrages
  3. Erläuterung der Gründe für den erteilten Rat
  4. Dokumentation in schriftlichem Beratungsprotokoll und dessen Aushändigung (ggf. mit Unterschrift)

Wie ausführlich die jeweiligen Phasen in der Beratung beim Versicherung abschließen behandelt werden, hängt zum einen von den persönlichen Verhältnissen des Versicherungsnehmers und zum anderen vom im Voraus geäußerten Versicherungswunsch ab. Beim Versicherungswunsch kann der Berater die Beratung dann anhand des jeweiligen Vorwissens und der Komplexität des Versicherungsproduktes anpassen. Beispielsweise muss bei einem wenig transparenten Versicherungsprodukt mit Risikoausschlüssen mehr Beratung geleistet werden, als bei anderen. Der Versicherungsnehmer kann auch hier wieder Schadenersatz vom Versicherer fordern, falls die Beratung schuldhaft mangelhaft war.

Von der Beratungspflicht beim Versicherung abschließen ausgenommen sind Großrisiken, Fernabsatzverträge und Makler-vermittelte Verträge. Die Beratung und Dokumentation kann außerdem nach Wunsch gegebenenfalls umgangen werden, indem der Versicherungsnehmer eine schriftliche Erklärung darüber verfasst.

Die Beratungspflicht setzt sich während des Versicherungsverhältnisses fort, besonders wenn beispielsweise durch den Eintritt eines Versicherungsfalls der Bedarf nach Beratung gegeben ist.

Beratungspflichten in Gruppenversicherungsverträgen

Ein Gruppenversicherungsvertrag schließt die drei Parteien Versicherer, Versicherungsnehmer und zusätzlich den Versicherten ein. Zwischen den ersten beiden Parteien werden bestimmte Risiken abgesichert und der Versicherte ist schließlich ein bestimmter Interessent, der zu diesem Risiko führen könnte. Ein Gruppenversicherungsvertrag wird beispielsweise für den Fall abgeschlossen, dass die Rückzahlung eines Darlehens durch den Darlehensnehmer auf Grund von Arbeitslosigkeit ausfällt. Versicherungsnehmer ist in diesem Fall die Bank und der Darlehensnehmer ist der Versicherte.

Inwiefern der Versicherer in einem solchen Fall zur Beratung des Versicherten verpflichtet ist, ist teilweise unklar, da die Beratungspflicht in erster Linie gegenüber dem Versicherungsnehmer, also der Bank, gilt. Da der Versicherte allerdings direkt vom Versicherungsschutz betroffen ist, da die Versicherung im Versicherungsfall zum Beispiel die Darlehensraten an die Bank zahlt, ist die Rechtslage hinsichtlich der Beratung von Versicherten eher ungünstig.

Damit der Versicherte selbst einen Anspruch auf die Beratungspflicht von Seiten des Versicherers hat, muss klar sein, dass der Versicherte eigentlich hauptsächlich der Vertragspartner des Versicherers ist. Dies ist unter anderem dann deutlich ersichtlich, wenn der Darlehensnehmer selbst komplett oder teilweise die Versicherungsprämie zahlt. Dies äußert sich meist in der Erhöhung der Darlehenssumme um den Versicherungsbetrag. Um sicherzugehen, sollte man die Beratung vor dem Abschluss eines Gruppenversicherungsvertrages in Betracht ziehen und auf das Beratungsprotokoll bestehen.

Definition der Textform

Die Definition der oben genannten Textform macht deutlich, dass die Bereitstellung der Informationen oder des Beratungsprotokolls in Form einer Urkunde oder in anderweitiger Form in Schriftzeichen mit dauerhafter Wiedergabemöglichkeit erfolgen muss. Mögliche Übergabemedien für die Informationen sind also Papier, CD-ROM, USB-Stick oder ähnliche, solange der Versicherungsnehmer die Möglichkeit zum Abruf der Informationen hat. Eine Internet-Website wird laut diverser Literaturmeinungen nicht als dauerhaftes Medium gezählt. Sie entspricht folglich nicht den Voraussetzungen, es sei denn, die Website enthält einen Link zu den Vertragsinformationen. Der Versicherungsnehmer muss dadurch eine Datei herunterladen und dauerhaft speichern können. Auch hier muss jedoch sicher sein, dass der Versicherungsnehmer die Möglichkeit für diese Form der Informationsbereitstellung hat.

Vorläufige Deckung

Wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer trotz fehlendem formalen und policierten Versicherungsvertrag ab sofort einen Versicherungsschutz anbietet, so spricht man von der sogenannten vorläufigen Deckung oder Deckungszusage. Zwischen Versicherungsanfrage und Vertragsannahme findet die Risikoprüfung statt, während der in der Regel ein sogenannter Deckungsfreiraum besteht. Hier würde also die Deckungszusage einsetzen. Dafür wird allerdings ein eigenständiger Versicherungsvertrag abgeschlossen, der als Vorläufer zum eigentlichen Vertrag dient. Die Deckungszusage gilt dann bis zum Eintritt des eigentlichen Vertrages durch die Zusendung des Versicherungsscheins oder bis zu dessen Ablehnung. In letzterem Fall muss der Versicherungsnehmer die Kosten für die vorläufige Deckung zurückzahlen. Entweder ist die Prämienzahlung vor der Antragsannahme gestundet oder es fällt eine Anzahlung an. Das Widerrufsrecht entfällt bei der vorläufigen Deckung.