Umsatzsteuer


Regelungen zur Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer. Wie erfolgt die Umsatzsteuervoranmeldung.



Die Umsatzsteuer 2019 und die Mehrwertsteuer sind Teil des täglichen Lebens. Die Umsatzsteuer wird immer erhoben, wenn es zum Austausch von Waren und Dienstleistungen im inländischen Wirtschaftsverkehr kommt. Als Entgelt der Wertschöpfung ist die Mehrwertsteuer steuerrechtlich als indirekte Steuer zu betrachten. Indirekt, weil der Steuerschuldner und der Belastete nicht ein und dieselbe Person sind.

Eine weitere steuerrechtliche Einordnung der Mehrwertsteuer ist die Bezeichnung als Verkehrssteuer und als Verbrauchssteuer. Verkehrssteuer, weil die Umsatzsteuer  beziehungsweise Mehrwertsteuer unmittelbar mit den Wirtschaftsverkehr im Inland verknüpft ist. Eine Verbrauchssteuer ist die Umsatzsteuer, weil sie den Endverbraucher in dem Moment belastet, in dem er konsumiert. Mehrwertsteuer wird auf den Nettoumsatz berechnet.

Jedes Wirtschaftsgut unterliegt einem festgelegten Prozentsatz. Sowohl die Vorsteuer als auch die Mehrwertsteuer gelten bei Unternehmern aus diesem Grund als durchlaufender Posten. Bei der Vorsteuer handelt es sich um die Umsatzsteuer, die der Unternehmer selbst an seine Lieferanten zahlen musste. Er ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben im Regelfall berechtigt, die Umsatzsteuer, also Vorsteuer und Mehrwertsteuer, miteinander zu verrechnen.

Umsatzsteuervoranmeldung: Praktischer Umgang mit der Umsatzsteuer

Mit der Umsatzsteuervoranmeldung wird die Umsatzsteuer für die Ausgangsleistungen des Unternehmers an das Finanzamt gemeldet. Die Umsatzsteuervoranmeldung enthält weiterhin die Vorsteuer, für die durch den Unternehmer bezogenen Eingangsleistungen. Die Steuer entsteht mit der Leistungsausführung. Der Zeitraum für die Umsatzsteuervoranmeldung ist von der Höhe der Umsatzsteuer des Vorjahres abhängig.

Die Umsatzsteuervoranmeldung erfolgt unterjährig. Nach § 18 UStG ist die Umsatzsteuervoranmeldung bis zum 10. eines Monats an das Finanzamt zu melden, wenn die Steuer im Vorjahr mehr als 7.500,– € betragen hat. War die Steuer im Vorjahr geringer, kann die Umsatzsteuervoranmeldung quartalsweise erfolgen. Beträgt die Steuer im Vorjahr weniger als 1.000,– Euro, wird der Unternehmer von der Steuer und der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung befreit.

Formulare für Umsatzsteuervoranmeldung

Für die Umsatzsteuervoranmeldung stellt das Bundesministerium der Finanzen den Steuererklärung Vordruck USt 1 A zur Verfügung. Die Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt kann ab dem Jahr 2011 nur noch über ELSTER erfolgen. Rechtsgrundlage für die Steuer ist das Umsatzsteuergesetz von 2005 (UStG) sowie die Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung von 2005 (UStDV). Nach § 1 des UStG sind die Umsätze eines Unternehmers Steuergegenstand. Dabei ist nach § 14 Absatz 1 BGB ein Unternehmer, wer gewerblich oder in Rahmen seiner selbstständigen Tätigkeit Rechtsgeschäfte abschließt.

Steuerformulare 2018

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Vorrangig ist die Gewinnerzielungsabsicht. Eine Ausnahme von dieser Regelung stellen die Kleinunternehmer dar. Als Kleinunternehmer gilt, wessen Umsatz im Vorjahr einen Betrag von 17.500,– € nicht überschritten hat und der Umsatz im laufenden Jahr 50.000,– € voraussichtlich nicht übersteigen wird. Die Kleinunternehmer haben bezüglich der Steuer ein Wahlrecht. In der Umsatzsteuervoranmeldung ist die Steuernummer des Unternehmers einzutragen. Weiterhin enthält die Umsatzsteuervoranmeldung die Adresse des zuständigen Finanzamtes sowie die Anschrift des Unternehmers.

Die wesentlichen Steuerbefreiungen, sind nach § 4 UStG die Ausfuhrlieferungen und die innergemeinschaftlichen Lieferungen, d.h. die Lieferungen an die EU-Länder. In der Umsatzsteuervoranmeldung werden die steuerfreien Umsätze in die Zeilen 21 bis 25 eingetragen. Zusätzlich muss der Unternehmer die, in der Umsatzsteuervoranmeldung  eingetragenen Umsätzen aus innergemeinschaftlichen Lieferungen, dem Bundeszentralamt für Steuern sowie dem Statistischen Bundesamt melden. Im Regelfall werden die Lieferungen und Leistungen, der innergemeinschaftliche Erwerb aus den EU-Ländern sowie Einfuhren aus Drittländern, welche nicht EU-Länder sind, besteuert.

Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer

Bemessungsgrundlage der Steuer ist das Entgelt mit einem Regelsteuersatz von 19 % und einem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Die steuerpflichtigen Lieferungen und sonstige Leistungen sind in den Zeilen 27 bis 29 der Umsatzsteuervoranmeldung einzutragen. Die Zeilen 30 und 31 der Umsatzsteuervoranmeldung betreffen land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die ihre Umsätze nach den Durchschnittssätzen des § 24 Abs. 1 UStG versteuern müssen.

Die Bemessungsgrundlagen und die Steuer für innergemeindliche Erwerbe, werden in den Zeilen 32 bis 37 der Umsatzsteuervoranmeldung erfasst. Wenn eine Sonstige Leistung nach § 13 UStG von einem ausländischen Unternehmer mit Sitz im Ausland erbracht wird, verlagert sich die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger. In der Umsatzsteuervoranmeldung sind diese Umsätze und Steuern in die Zeilen 48 bis 52 einzutragen. In der Umsatzsteuervoranmeldung  wird in der Zeile 53 die addierte Steuer ausgewiesen.

Die Umsatzsteuervoranmeldung berücksichtigt in den Zeilen 55 bis 59 die abzuziehende Vorsteuer für die Eingangsleistungen der Unternehmer. In der Umsatzsteuervoranmeldung  wird die Zahllast an das Finanzamt oder die Erstattung von dem Finanzamt für den abgelaufenen Bemessungszeitraum erklärt. Die gesetzlichen Grundlagen zu den innergemeinschaftlichen Erwerb und Lieferungen (Europäischen Union) werden konkretisiert durch die EG-Richtlinie 2007/112/EG.

Erhöhungen der Umsatzsteuer bis zur Mehrwertsteuer

Eine weitere Erhöhung der Umsatzsteuer erfolgte bereits wieder nach eineinhalb Jahren, zum 1.7.1979. Nun lag die Mehrwertsteuer bereits bei 13 Prozent normal und bei 6,5 Prozent ermäßigt. Zum 1.7.1983 stieg der ermäßigte Satz der Umsatzsteuer auf sieben Prozent. Dieser hat sich, trotz mehrmaliger Erhöhung des Normalsteuersatzes, bis heute nicht mehr geändert. Der Normalsteuersatz wurde auf 14 Prozent festgelegt. Wohl nur die Schüler freuten sich, als am 1.1.1993 der Steuersatz auf 15 Prozent anstieg.

Endlich wurde die schwierige Rechnerei mit der Umsatzsteuer etwas erleichtert. 1998 erfolgte dann die Erhöhung auf 16 Prozent. Seit dem 1.1.2007 schließlich haben wir einen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. Diese Erhöhung um drei Prozentpunkte war die bisher stärkste Erhöhung seit Einführung des Systems der Umsatzsteuer im Jahr 1968.

Umsatzsteuer innerhalb der EU und Steuerbefreiungen

Wird von einem Warenempfänger eines anderen EU-Landes die Umsatzbesteuerung in seinem Land vorgenommen, erfolgt eine Berechnung derSsteuer im Ursprungsland. Als Nachweis des Ortes der Leistung wurde Anfang 2010 die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eingeführt. Sie wird auch für die Meldung bei den Finanzbehörden angegeben, um die mit der USt.-IdNr. verbundenen Umsätze anzugeben. Es gibt Umsätze, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Dazu gehören unter anderem die Lieferungen, die an Unternehmer anderer EU-Länder mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gehen.

Auch Exporte in Länder außerhalb der EU sind von der Umsatzsteuer beziehungsweise der Mehrwertsteuer befreit. Weiterhin sind bestimmte Berufsgruppen von der Umsatzsteuer befreit. Dazu zählen beispielsweise Ärzte, Heilpraktiker, Zahnärzte und Krankenhäuser, aber auch Versicherungsunternehmen. Eine Reihe von Umsätzen fällt ebenfalls unter die Befreiung von der Umsatzsteuer. Mieten und Bankdienstleistungen fallen ebenso in diese Reihe, wie die Umsätze in Bereich des Brief- und Paketportos. Sind Unternehmer Empfänger von Bankdienstleistungen und zum Vorsteuerabzug berechtigt, kann die Umsatzsteuer ausgewiesen werden.

Befreiung von der Umsatzsteuer für Kleinunternehmer

Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllen. So darf ihr Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr die Höhe von 17.500 Euro nicht überschreiten. Zusätzlich dürfen im laufenden Kalenderjahr die Umsätze nicht höher sein, als 50.000 Euro. Der Kleinunternehmer kann diese Tatsache mit einer Erklärung dem zuständigen Finanzamt darlegen. Die Bindung kann daraufhin für einen Zeitraum von fünf Jahren ausgesetzt werden. Diese Regelung ist auch für Existenzgründer möglich.

Umsatzsteuervoranmeldung kurz gefasst!

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist im Regelfall vierteljährlich fällig. Für den jeweiligen Voranmeldungszeitraum muss jeder Unternehmer die zu zahlende Umsatzsteuer selber berechnen. Hat die Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr die Höhe von 7.500 Euro überschritten, muss die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich erfolgen. Spätestens am 10. Tag nach dem Voranmeldungszeitraum haben die Vorauszahlung und die Übermittlung auf elektronischem Wege zu erfolgen.

Die sogenannte Dauerfristverlängerung erleichtert die Abrechnung. Gegen eine im Januar fällige Zusatzzahlung an das Finanzamt, die am Jahresende wieder verrechnet wird, können Unternehmen die Voranmeldung jeweils einen Monat später abgeben. Liegt die Höhe der Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr unter 1.000 Euro kann das Finanzamt von der Voranmeldung und von Vorauszahlungen absehen.