Infografiken

So lange arbeiten wir für 1 Liter Benzin

Die Benzinpreise liegen derzeit auf einem besonders hohen Niveau, nachdem sie in den ersten beiden Wochen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in die Höhe geschossen sind. Die Folge: Arbeiter in Deutschland müssen so lange für einen Liter Benzin arbeiten wie noch nie in den vergangenen 50 Jahren. Das zeigt die Statista-Berechnung auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts und des Mineralölwirtschaftsverbands. Über 6 Minuten benötigen sie derzeit, um genug Geld zu verdienen, um an der Tankstelle einen Liter Benzin bezahlen zu können. Noch 2021 waren hierfür nur etwas weniger als viereinhalb Minuten nötig. Im ersten Jahr der Pandemie waren es aufgrund der stark gesunkenen Benzinpreise sogar nur etwas mehr als dreieinhalb Minuten.

Die Grafik zeigt allerdings auch, dass das Benzin in absoluten Preisen zwar immer teurer geworden ist, der zeitliche Arbeitsaufwand für den Kauf des Benzins jedoch längst nicht im selben Maße mit angestiegen ist. Dies liegt am kräftig gestiegenen Verdienstniveau, dass in den 1970er Jahren umgerechnet noch zwischen vier und sieben Euro lag – im Jahr 2021 liegt es dagegen bereits bei über 21 Euro. Der Benzinpreis gilt als Barometer für das Konsumklima in Deutschland. Hohe Spritpreise belasten die Verbraucher in Deutschland, sodass diesen weniger Geld für Konsumausgaben zur Verfügung steht.

Exemplarisch berechnet wurden die Arbeitsminuten am Beispiel von Fachkräften im produzierenden Gewerbe. Zu beachten ist, dass die Verdienstdaten nur bis zum dritten Quartal des Jahres 2021 reichen, da noch keine aktuelleren Daten zu den Durchschnittsverdiensten beim Statistischen Bundesamt erhältlich sind. Der in der Grafik für das Jahr 2022 angegebene Benzinpreis stellt den bundesdeutschen Durchschnittswert für den 16.03.2022 dar. Hintergrund: Die monatlichen Durchschnittspreise reichen derzeit nur bis zum Februar 2022. Da der Benzinpreis im Märze aber noch einmal deutlich gestiegen ist, wurde der letzte verfügbare Wert zugrunde gelegt, damit die Grafik auch die aktuelle Entwicklung abbilden kann.