Archiv der Kategorie: Recht-Erbrecht

Testament

Lisa Menne

In einem Testament werden eine individuelle Erbreihenfolge oder bestimmte Erben für das persönliche Vermögen festgelegt. Ein Testament 2019 ist dann sinnvoll, wenn Sie mit der gesetzlichen Erbfolge nicht zufrieden sind oder sie über die Verwandten hinaus noch andere Personen oder sogar Organisationen berücksichtigen möchten. Auch wenn Sie eine Person, der rechtlich ein Teil Ihres Erbes zusteht, nichts hinterlassen möchten, sollten Sie dies in einem Testament festhalten und es jemand anderem zusprechen.

Zusätzlich kann es empfehlenswert sein, sein Vermögen individuell aufzuteilen, wenn es sich um große Werte oder ein gewerbliches Unternehmen handelt. Auch wenn das Erbe laut Gesetz auf viele verschiedene Personen aufgeteilt werden müsste, kann dies viel verkomplizieren, was gegebenenfalls zu vermeiden wäre.

Die Festlegung der Erbreihenfolge ist nicht erst im Alter zu bedenken. Auch im jungen Alter können schon Vermögenswerte vorhanden sein, deren Weitergabe im Todesfall geregelt werden sollte – so beispielsweise ein Auto, Sparbücher oder ein Hausrat.

In jedem Fall werden die individuellen Erbwünsche in einem Testament immer vor der gesetzlichen Erbreihenfolge berücksichtigt. Liegt also eines vor, dann erben nur diejenigen Personen, die darin genannt werden.

Vorlage: Berliner Testament

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Ausnahmefall Pflichtteilberechtigte trotz Testament

Ausnahme von der Testamentsberücksichtigung sind die Pflichtteilberechtigten. Selbst wenn das Testament andere Erben vorsieht, werden Personen mit Pflichtteilanspruch berücksichtigt. Was ist jedoch der Pflichtteil? Dem Ehegatten und den Verwandten erster Ordnung steht, unabhängig vom Testament, ein bestimmter Anteil am Erbe zu. Werden Pflichtteilsberechtigte also nicht im Testament erwähnt, so haben sie trotzdem einen Anspruch auf die Hälfte ihres jeweiligen gesetzlichen Erbteils. Dem kann nur in den seltensten Fällen entgegengewirkt werden.

So zum Beispiel, wenn von Seiten des Pflichtteilsberechtigten eine Straftat gegen den Erblasser besteht. Doch auch dann kann der Pflichtteil nur entfallen, wenn dies bereits eindeutig im Testament vermerkt ist. Da durch einen Entzug des Pflichtteils ein hoher bürokratischer und juristischer Aufwand entsteht, ist es empfehlenswert, sich dafür an einen Anwalt oder Notar zu wenden.

Tritt der Erbfall für einen benachteiligten Pflichtteilsberechtigten ein und dieser wird darüber in Kenntnis gesetzt, so hat er eine Frist von drei Jahren, um das Erbe in Anspruch zu nehmen. Dreißig Jahre sind jedoch die höchste Frist, um den Anspruch auf den Erbanteil zu erheben.

Damit ein Erbe mit Pflichtanteilsanspruch durch die plötzliche Übertragung eines gewissen Vermögens oder Wertgegenstandes nicht zu stark belastet wird, kann eine Stundung in Anspruch genommen werden. Dadurch wird der Pflichtteil nicht komplett und sofort ausgezahlt. Beispielsweise muss ein Familieneigenheim nicht verkauft werden, um einen Pflichtteilsberechtigten nicht zu stark damit zu belasten. Stattdessen kann die Überführung des Eigenheims gestundet werden. Bei der Stundung stehen die Interessen des Pflichtteilsberechtigten im Vordergrund. Jedoch hat in bestimmten Fällen das Gericht die Oberhand.

Gültigkeit des Testamentes

Es gibt verschiedene Formen, um ein Testament zu verfassen. Dabei gibt es bestimmte Vorschriften, durch die es seine Gültigkeit erhält. Zum einen gibt es das eigenhändige Testament. Hierbei machen die Handschriftlichkeit und die Unterschrift das Dokument rechtskräftig. Das Schreiben mit Computer oder Schreibmasche, sowie eine fehlende Unterschrift oder die Aufzeichnung auf Band gelten als ungültige Testamente. In solchen Fällen tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Bei Paaren in Ehe oder eingetragener Lebenspartnerschaft bietet sich zusätzlich ein gemeinschaftliches Testament an. In diesem Fall muss einer der Ehegatten das Testament eigenhändig schreiben und beide müssen das Dokument unterzeichnen.

Kinder unter 16 Jahren dürfen noch kein Testament erstellen. Für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren gilt die Vorschrift, dass das Testament notariell erstellt werden muss.

Erbfolge

Lisa Menne

Die Erbfolge 2019 bezeichnet die Reihenfolge, in der festgelegt ist, wer hinsichtlich Ihres Erbes an welcher Stelle berücksichtigt wird. Dahingehend gibt es gesetzliche Bestimmungen, die allerdings nur dann in Kraft treten, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, in dem die Vererbung des Vermögens individuell geregelt ist.

Bei der gesetzlichen Erbfolge können zunächst einmal nur Verwandte erben. Das heißt, es müssen gemeinsame Vorfahren wie Eltern oder Großeltern vorhanden sein. Verschwägerte fallen aus der gesetzlichen Erbfolge daher raus. Die Verwandten werden laut Gesetz in Erben verschiedener Ordnungen eingeteilt: im Erbfall werden sie also unterschiedlich stark berücksichtigt.

Erbfolge erster Ordnung

Die Erben erster Ordnung werden zuerst berücksichtigt. Dazu gehören alle Abkömmlinge des Verstorbenen. Abkömmlinge sind zum Beispiel Kinder, Enkel, Urenkel und auch eventuelle nichteheliche Kinder, solange die direkte Verwandtschaft vorliegt. Adoptivkinder sind in fast allen Hinsichten mit leiblichen Kindern gleichgestellt. Sind Erben erster Ordnung vorhanden, so geht das gesamte Erbe an sie und alle anderen Verwandten bekommen nichts vom Erbe ab. Enkel und Urenkel wird nur dann etwas vom Erbe zuteil, wenn deren Eltern – also die Kinder des Erblassers oder der Erblasserin – bereits verstorben sind.

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Erbfolge zweiter Ordnung

Verwandte zweiter Ordnung kommen erst dann ins Spiel, wenn keinerlei Verwandte erster Ordnung da sind. In der zweiten Ordnung der Erben sind die Eltern des Erblassers die zunächst Erbberechtigten, danach folgen die Geschwister und dann Neffen und Nichten des Erblassers. Die Kinder erben, wie schon bei den Verwandten erster Ordnung, erst dann, wenn ihre Eltern – also die Eltern des Erblassers oder die Geschwister – verstorben sind. Sie übernehmen also quasi den Erbteil ihrer Eltern.

Erbfolge dritter Ordnung und weitere Ordnungen

Wie auch bei den Erben zweiter Ordnung, werden die Erben dritter und weiterer Ordnungen nur berücksichtigt, wenn keine Verwandten der vorhergehenden Ordnungen mehr vorhanden sind. Bei der dritten Ordnung geht es über zur Stufe der Großeltern samt ihrer Kinder und Enkel. Das heißt, hier kommen z.B. Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins zum Zuge.

In der vierten Ordnung geht es mit den Urgroßeltern und deren Abkömmlingen weiter und so setzt sich die Erbreihenfolge immer weiter fort. Allerdings gilt ab der vierten Ordnung, dass der nächste Verwandte allein erbt, statt dass für die Abkömmlinge der Großeltern wiederum deren Abkömmlinge eintreten.

Das System bei den ersten Ordnungen geht nach Stämmen, während man ab der vierten Ordnung vom Gradualsystem spricht.

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Ehegatten in der Erbfolge

Ist ein überlebender Ehemann oder eine Ehefrau vorhanden, so tritt auch dieser in die Erbfolge ein. Im Allgemeinen kommt dem Ehepartner oder der Ehepartnerin neben Abkömmlingen ¼ des Erbes zu. Neben Verwandten zweiter Ordnung erhält der Ehepartner oder die Ehepartnerin die Hälfte des Erbes. Hier kommt es darauf an, ob die Eheleute im „gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft“ gelebt haben oder nicht. Ist dies der Fall, dann erbt der Ehemann oder die Ehefrau zusätzlich ¼ zu den oben angegebenen Anteilen. Von diesem Zustand wird nur dann abgewichen, wenn im Ehevertrag etwas Anderweitiges festgehalten wurde. Fallen Erben der ersten oder zweiten Ordnung weg, dann kommt dem Ehegatten das gesamte Erbe zugute. Das Erbrecht entfällt, wenn eine Ehe geschieden wird und teilweise auch dann, wenn Ehepartner bereits in Scheidung leben.

Bis auf eine eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es keine weiteren Lebensgemeinschaften, bei denen ein gesetzlichen Erbrecht besteht.

Wenn kein Ehegatte und auch keine Verwandten ausgemacht werden können, kommt dem Staat das Erbe zu. Dabei muss der Staat nur für den Nachlass haften.

Erbbaurecht

Lisa Menne

Das Recht zum Besitz eines Gebäudes auf fremden Grund und Boden kann veräußert oder vererbt werden und wird somit als Erbbaurecht 2019 bezeichnet. Die Eintragung in das Grundbuch sorgt dafür, dass aus zivilrechtlicher Sicht das Erbbaurecht zustande kommt.

Für dieses wird eine spezielle Art der Bewertung angewendet, da es sich bei dem Erbbaurecht und dem Grundstück, auf welches sich das Erbbaurecht bezieht, um zwei eigenständige wirtschaftliche Einheiten handelt, für die jeweils eine einzelne Bewertung vorgenommen werden muss.

Zum einen muss die Grunderwerbsteuer für die Bestellung des Erbbaurechts gezahlt werden und zum anderen für das mit dem Recht belastete Grundstück ohne Gebäude und für das Erbbaurecht die Grundsteuer.

Erhält der Erbbauberechtigte Erbbauzinsen, gelten diese für ihn als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Kosten abzusetzen, die entstehen, wenn ein Recht erworben wird, ebenso wie auch die Kosten, die entstehen, wenn ein Gebäude nach dem Erbbaurecht errichtet wird. Diese Aufwendungen werden aufgeteilt, wobei die Laufzeit des Erbbaurechts den Anhaltspunkt liefert. Das Recht kann ebenfalls einen Teil des Betriebsvermögens darstellen, wodurch dann die Ausweisung als Anlagevermögen notwendig wird. Die Kosten, die durch den Erwerb des Rechts entstehen, werden den Anschaffungskosten zugeschrieben. Die Umsatzsteuer muss nicht für das Recht geleistet werden.

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Bis zum Ende des Jahres 2003 war es möglich, eine direkte Absetzung von vorausgezahlten Erbbauzinsen bei vermieteten Grundstücken in Form von Werbungskosten unter den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung vorzunehmen. Dies wurde jedoch zu Beginn des Jahres 2004 abgeschafft, sodass die Möglichkeit zur direkten Absetzung von Vorauszahlungen von Erbbauzinsen entfallen ist. Stattdessen wurde die Verteilung der Erbbauzinsen über den Nutzungszeitraum eingeführt.

Erbbaurecht Bewertung

Das Erbbaurecht muss einer Bewertung unterzogen werden. Dies ist hinsichtlich der schenkungssteuerlichen und erbschaftsteuerlichen Zwecke notwendig. Dabei kommt es zu einer gesonderten Bewertung, denn das Recht und das Grundstück, das vom Erbbaurecht betroffen ist, gelten als getrennte wirtschaftliche Einheiten. Für die Bewertung dient das Bewertungsgesetz (BewG) als Grundlage. Aus diesem Grund kommt es jeweils zur separaten Bewertung von dem Wert des Erbbaurechts und von dem Wert des Grundstücks, das mit dem Erbbaurecht belastet ist.

Sind Vergleichskaufpreise für das Erbbaurecht, das einer Bewertung unterzogen werden soll, oder aus Kaufpreisen abgeleitete Vergleichsfaktoren vorhanden, wird für die Ermittlung des Werts des Erbbaurechts das Vergleichswertverfahren angewendet.

Erbbaurecht Einheitswert

Da es sich bei dem Erbbaurecht um eine eigenständige wirtschaftliche Einheit handelt, die von dem Grundstück, das mit dem Recht belastet ist, separiert werden muss, erfolgt auch die Bewertung des Erbbaurechts getrennt vom Grundstück. Traten die Erb- und Schenkungsfälle vor dem Jahr 1996 auf, wurde für die Bewertung der Einheitswert genutzt.

Im ersten Schritt wird der Grundstückswert ermittelt, ohne dabei die Belastung mit dem Erbbaurecht zu berücksichtigen. Dabei setzt sich der Grundstückswert aus dem Wert des Bodens und dem Wert des Gebäudes zusammen. In einem nächsten Schritt wird in die Bewertung ebenfalls die Dauer des Rechts mit eingebunden. Dabei gilt: Geht das Recht über 50 Jahre hinaus, bleibt der Gesamtwert aus Bodenwert und Gebäudewert beim Recht außen vor. Sollte die Dauer des Rechts weniger als 50 Jahre betragen, kommt es zur Aufteilung des Gesamtwerts auf die Nutzungsdauer des Erbbaurechts.

Sollte ein Vertrag zwischen dem Erbbauberechtigten und dem Eigentümer des belasteten Grundstücks bestehen, durch den das Gebäude abgebrochen werden muss, wenn das Erbbaurecht beendet ist, muss ein Abschlag einkalkuliert werden. Steht jedoch fest, dass trotz vertraglicher Vereinbarung kein Abbruch des Gebäudes stattfinden wird, kann auf den Abschlag verzichtet werden.

Erbschein

Lisa Menne

Ein Erbschein 2019 dient als Nachweis des Erbrechtes. Er kann in verschiedenen bürokratischen und juristischen Angelegenheiten angefordert werden. Dazu gehören beispielsweise Bankgeschäfte vom Konto des Erblassers oder Grundstücksangelegenheiten.

Das Nachlassgericht ist für die Ausstellung von einem Erbschein zuständig. Dafür bedarf es eines Antrags und einer Versicherung an Eides statt hinsichtlich bestimmter gesetzlich vorgegebener Angaben. Dafür muss eine Notarin oder ein Notar beziehungsweise ein Gericht die Versicherung beurkunden. Bei der Erteilung des Erbscheins und der Beurkundung fallen Kosten in Form von Gebühren an. Diese orientieren sich am Nachlasswert, der nach Abzug der Verbindlichkeiten des Erblassers entsteht.

Bei der Beurkundung durch eine Notarin oder einen Notar ist es empfehlenswert, gleich die Versicherung und den Antrag für einen Erbschein gleichzeitig beurkunden zu lassen. Dabei fallen keine zusätzlichen Gebühren an. Um genaue Informationen über die abzugebenden Urkunden und Erklärungen zu erhalten, richten Sie sich an ein Gericht oder Notariat. Ist ein öffentliches Testament vorhanden, dann kann in einigen Fällen auf einen Erbschein verzichtet werden.

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Erbengemeinschaft

Lisa Menne

Wenn ein Erblasser sein Vermögen an mehrere Erben weitergibt, dann entsteht sogenanntes gemeinschaftliches Vermögen der Erbengemeinschaft 2019. Das heißt, dass über alle Angelegenheiten, die das Vermögen betreffen, gemeinschaftlich entschieden werden muss.

Die gemeinschaftliche Verwaltung trifft genauso auf jeden einzelnen Vermögensgegenstand wie auch auf das Gesamterbe zu. Jeder Miterbe muss dabei zu der Verwaltung im notwendigen Rahmen beitragen. Die einzigen Maßnahmen, die von einem Erben allein getroffen werden können, betreffen die Erhaltung des Nachlasses.

Da die gemeinschaftliche Verwaltung auf Grund ortsbezogener oder meinungsbezogener Differenzen zwischen den einzelnen Miterben verkompliziert werden kann, kann jeder der Erben eine Auseinandersetzung fordern. Die Auseinandersetzung bedeutet die Aufhebung der Erbengemeinschaft. Eine Ausnahme von dieser Forderung ist zum Beispiel die dahingehend ausdrückliche Festlegung des Erblassers hinsichtlich des Zeitraumes bis zur erlaubten Teilung des Nachlasses. Dies kann beispielsweise zur Erhaltung eines Familienbetriebes dienen.

Ratgeber: Erben und Vererben

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Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Die Auseinandersetzung kann entweder durch einen Testamentsvollstrecker oder durch die Miterben selbst vollzogen werden. Dafür ist entscheidend, ob der Erblasser einen Testamentsvollstrecker beauftragt hat. Wenn nicht, dann muss zwischen den Miterben ein Auseinandersetzungsvertrag aufgelegt werden, in dem bestimmt wird, wie das Erbe aufgeteilt wird. Der Vertrag bedarf keiner besonderen Form, es sei denn, ein Grundstück gehört zum Nachlass. In dem Fall muss eine Notarin oder ein Notar mit der Beurkundung des Vertrages betraut werden.

Um eventuelle Streitigkeiten in der Verhandlung um das Erbe zu vermeiden oder zu beheben, gibt es das Angebot eines Vermittlungsverfahrens – auch Teilungsverfahren genannt – für Miterben. Grundlage dafür ist das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Bei dem Vermittlungsverfahren hilft eine Notarin oder ein Notar bei der Auseinandersetzung des Nachlasses. Da beispielsweise Barvermögen leichter aufgeteilt werden kann, als Grundvermögen, kann in dem Verfahren zum Beispiel eine Teilungsversteigerung festgelegt werden. Wenn eine Auseinandersetzung trotzdem nicht zum Erfolg kommt, gibt es als letzte Instanz das Zivilgericht, bei dem eine Erbteilungsklage eingereicht werden kann.

Erbrecht

Annika Strunk

Ein Thema, welches die meisten Menschen nicht durchdenken möchten, ist ihr Todesfall. Doch genau für diesen Fall müssen Steuerpflichtige wichtige Entscheidungen treffen. Im Folgenden werden diverse Themen aus dem Erbrecht 2019 dies bezüglich angesprochen und erläutert, wie die gesetzliche Erbfolge, das Testament, der Erbvertrag, die Ausschlagung einer Erbschaft, die Testamentseröffnung, der Erbschein, das zentrale Testamentsregister und die Erbengemeinschaft.

Als gesetzliche Erben kommen zunächst einmal Verwandte, Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner in Frage. Dabei gelten Personen nur dann als Verwandte, wenn sie mit dem Erblasser Eltern, Großeltern oder derartige Menschen teilen, sodass angeheiratete Verwandtschaft wie Schwiegereltern nicht dazu zählen. Auch im Fall von Adoptivkindern ist eine gesetzliche Erbschaft gültig, denn sie haben den gleichen Stand wie auch leibliche Kinder. Das gleiche gilt für uneheliche Kinder.

Bei der gesetzlichen Erbschaft nach dem Erbrecht wird das Erbe nicht gleichermaßen auf alle Verwandten aufgeteilt, denn dies geschieht nach einer Anordnung der verwandten Personen. Zu dieser Anordnung gehört auch, dass sehr nahe Verwandte wie Kinder dazu führen, dass Eltern oder Großeltern nicht als Erben in Frage kommen. Nahe Verwandte schließen also fernere Verwandte aus. Dabei gilt es zu beachten, dass, sollten Erben erster Ordnung, zu denen auch die Kinder des Erblassers zählen, selber Kinder haben, zählen auch diese zu den Erben erster Ordnung. Sie sind allerdings solange vom Erbe ausgeschlossen, wie ihre Eltern noch leben.

Zu der ersten Ordnung gehören Kinder, Enkel, Urenkel und weitere Abkömmlinge des Erblassers. Bei der zweiten Ordnung handelt es sich um Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen sowie Großnichten und Großneffen des Erblassers. Der Kategorie der dritten Ordnung gehören die Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen und Cousinenkinder des Erblassers an. Die vierte Ordnung stellen Urgroßeltern des Erblassers dar.

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner im Erbrecht

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner gehören nach dem Grad der Verwandtschaft keiner der vier Ordnungen an. Trotzdem haben sie ein Erbrecht. Der Erbanteil wird bei diesen Personen danach bestimmt, wie viele Erben in der gesetzlichen Erbfolge neben den Partnern vorhanden sind. Sind Erben der ersten Ordnung vorhanden, fällt der Erbteil der Partner zu einem Viertel aus; bei Erben der zweiten Ordnung zur Hälfte.

Darüber hinaus kommt ein weiteres Viertel für Partner hinzu, welches durch den gesetzlichen Güterzustand der Zugewinngemeinschaft bestimmt wird. Nur durch einen Ehevertrag, der andere Verhältnisse schafft, kann dies verhindert werden. Haben Erblasser keine Ehepartner, eingetragenen Lebenspartner, Kinder oder sonstige Verwandte jeglicher Ordnung, geht das Erbe an den Staat.

Erbrecht: Testament

Ein Testament ist nur in dem Fall eine sinnvolle Sache, wenn Sie als Erblasser abweichend von der gesetzlichen Erbfolge Erben bestimmen wollen. Darüber hinaus ist es auch möglich, Erben, die nach der gesetzlichen Erbfolge etwas vom Erbe erhalten würden, davon auszuschließen oder einfach die Erbanteile zwischen den Erben anders zu verteilen, als es durch das Gesetz der Fall wäre. Sie sollten jedoch bedenken, dass die gesetzliche Erbfolge nicht leicht zu durchblicken ist, sodass sich im Erbfall ungeahnte Situationen ergeben können. Diesem wäre durch ein Testament, in dem genau bestimmt ist, wer in welchem Ausmaß erben soll, entgegengewirkt. Besitzen Sie dagegen ein Unternehmen, sollten Sie dessen Vererbung in jedem Fall in einem Testament bestimmen.

Es gibt verschiedene Testamentsarten bei denen auch verschiedene Formvorschriften eingehalten werden müssen. Zunächst gibt es das eigenhändige Testament, welches von den meisten Personen aufgesetzt wird. Bei diesem ist es notwendig, dass Sie das Testament vollständig handschriftlich verfassen und am Ende unterschreiben. Auch das Datum müssen und sollten Sie auf dem Testament vermerken, sodass im Fall von mehreren Testamenten, das neueste herangezogen wird.

Eine weitere Option stellt das öffentliche, oder auch notarielle Testament genannt, dar. Dieses Testament müssen Sie entweder mündlich oder schriftlich vor einem Notar bekunden. Diese Variante empfehlen Experten gerade dann, wenn sich der Erbfall als etwas komplexer herausstellt. Der Vorteil dabei ist außerdem die amtliche Verwahrung des Testaments, wodurch verhindert wird, dass das Erbe nicht wie gewünscht verteilt wird, weil das Testament nicht auffindbar ist. In dieser Variante müssen Sie je nach Höhe des Erbes Gebühren zahlen.

Die letzte Variante ist ein gemeinschaftliches Testament. Ein solches setzen Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner gemeinsam auf und regeln darin den Nachlass von beiden Parteien. Auch diese Art Testament müssen Sie handschriftlich verfassen, dies kann allerdings auch ein Partner allein vornehmen. Wichtig sind am Ende die Unterschriften beider Partner. Hierbei gilt es zu beachten, dass im Todesfall eines Partners der andere keine Möglichkeit hat, Änderungen am Testament vorzunehmen, denn dies ist nur möglich, solange beide Partner am leben sind.

Berliner Testament

Ein besonderer Fall eines gemeinsamen Testaments ist das Berliner Testament, bei dem die beiden Partner im Erbfall zunächst als Alleinerben fungieren und Kinder oder weitere Verwandte erst im Todesfall des zweiten Partners als Erben zulässig werden. Aufgrund der verschiedenen Varianten des Berliner Testaments sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden, der mit Ihnen gemeinsam das Testament aufsetzt.

Möchten Sie ein aufgesetztes Testament widerrufen, haben Sie dazu jederzeit die Möglichkeit. Sobald das Testament vernichtet oder mit dem Wort „ungültig“ versehen wurde, ist es nichtig. Sollten Sie ein neues Testament aufsetzen, macht dies das alte automatisch ungültig. In Ihrem Testament können Sie prinzipiell alles verfügen, was Ihnen hinsichtlich Ihres Erbes beliebt. Sie können Erben hinzufügen, die nicht mit Ihnen verwandt sind, oder gesetzliche Erben streichen. Wollen Sie genauere Informationen zu allen Möglichkeiten, die ein Testament bietet, sollten Sie dies mit einem Rechtsanwalt besprechen.

Zwar haben Sie durch ein Testament die Möglichkeit, bestimmte Erben aus der Erbfolge nach dem Erbrecht auszuschließen, doch Kindern und Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnern steht immer ein Pflichtteil zu. Dadurch erhalten die betroffenen Personen die Hälfte von dem Erbanteil, der ihnen gesetzlich zugestanden hätte. Nur Extremsituationen wie ein versuchter Mord am Erblasser oder ein Verbrechen gegen diesen führen dazu, dass auch der Pflichtteil verwehrt wird.

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Erbrecht: Erbvertrag

Ein Erbvertrag stellt eine Alternative zum Testament dar, bei der gewährleistet wird, dass nicht nur der Erblasser entscheiden kann. So werden Erbverträge oft im Fall von Unternehmern gemacht, die ihre Firma an ein Kind vererben wollen. Durch den Vertrag ist ausgeschlossen, dass nur der Erblasser dieses Erbe wieder verhindert, denn beide Vertragsparteien, Erbe und Erblasser, sind dafür notwendig.

Erbrecht: Ausschlagung einer Erbschaft

Wer nach dem Erbrecht erbt, erbt nicht nur Positives sondern auch Negatives wie zum Beispiel Schulden. Es kann dabei auch der Fall eintreten, dass die Schulden über das positive Erbe hinausgehen, sodass der Erbe mit seinem eigenen Vermögen für die Begleichung der Schulden aufkommen muss. An der Stelle hilft eine Nachlassverwaltung oder ein Nachlassinsolvenzverfahren. Sollte das Erbe jedoch auch nicht ausreichen, um die Verfahrenskosten zu decken, können Sie das Erbe ausschlagen. Dafür liegt eine Frist von sechs Wochen vor.

Diese Frist verlängert sich auf sechs Monate, wenn entweder der Erblasser zum Zeitpunkt des Erbfalls im Ausland war oder der Erbe sich im Ausland befindet. Auch bei der Ausschlagung einer Erbschaft muss eine gewisse Form eingehalten werden. Deshalb können Sie nicht einfach einen Brief an das Nachlassgericht schreiben, indem Sie die Ausschlagung erklären, stattdessen müssen Sie dies gegenüber dem Gericht erklären, als Niederschrift oder in öffentlich beglaubigter Form. Alternativ kann eine Ausschlagungserklärung auch notariell beglaubigt werden und dann innerhalb der Frist dem Nachlassgericht überliefert werden.

Erbrecht: Testamentseröffnung

Tritt der Erbfall ein, kommt es bei einem vorliegenden Testament zur Testamentseröffnung. In dem Zug erhalten die gesetzlichen Erben, die Erben durch das Testament, die Testamentsvollstrecker, die Vermächtnisnehmer und weitere begünstigte Personen Nachricht. Darüber hinaus wird auch das Finanzamt informiert, denn dieses ist für die Erhebung der Erbschaftsteuer zuständig. Zusätzlich muss das Grundbuchamt benachrichtigt werden, wenn im Erbe auch Grundstücke enthalten sind.

Erbrecht: der Erbschein

Müssen Erben in bestimmten Situationen nachweisen, dass sie auch wirklich Erben sind, brauchen sie dafür einen Erbschein, den sie beim Nachlassgericht erhalten. Dafür müssen Erben oder Miterben allerdings einen Antrag stellen. Der Erbe, der im Erbschein steht, wird auch im Rechtsverkehr als solcher anerkannt, solange nichts anderes bewiesen wird. Gewisse Vorgehen können jedoch auch ohne Erbschein stattfinden, wie es beispielsweise bei Berichtigungen im Grundbuch oder dem Umschreiben von Vollstreckungstiteln der Fall ist. Dafür müssen dann Testamente oder Eröffnungsniederschriften die Erbfolge erkennbar machen. Auch bei Banken reicht ein Testament und eine Eröffnungsniederschrift aus, damit der Zugriff auf ein geerbtes Konto gewährt wird.

Erbrecht: das zentrale Testamentregister

Die Bundesnotarkammer führt ein zentrales Testamentregister, in dem Urkunden und notarielle Testamente, die für Erbfälle ausschlaggebend sind, verwahrt werden. Liegt ein Todesfall vor, wird bei der Bundesnotarkammer nachgefragt, ob Testamente oder weitere verwahrte Dokumente, die für die Erbfolge relevant sind, vorhanden sind. Im nächsten Schritt erhält das Nachlassgericht von der Bundesnotarkammer die Informationen zum jeweiligen Erbfall.

Erbrecht: Erbengemeinschaft

Eine Erbengemeinschaft kommt dann zustande, wenn nicht nur ein Erbe vorhanden ist sondern direkt mehrere. Da diese Gemeinschaft gemeinsam erbt ist sie auch gemeinsam für den Nachlass und damit verbundene Pflichten verantwortlich. Auch Handlungen, die in Bezug auf das Erbe durchgeführt werden, müssen mit allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft abgesprochen sein. Darunter fällt auch der Verkauf eines geerbten Autos oder die Vermietung eines geerbten Grundstücks.

Wenn viele Personen in der Gemeinschaft vorhanden sind, kommt es in der Regel vermehrt zu Meinungsverschiedenheiten, aber auch die Tatsache, dass nicht alle Erben an der gleichen Stelle sesshaft sind, löst Probleme bei der Nachlassverwaltung aus. Oftmals liegt dann die Lösung in einer Auseinandersetzung, bei der das Erbe zwischen den Mitgliedern der Erbengemeinschaft aufgeteilt wird. Jedes Mitglied hat das Recht, eine solche Auseinandersetzung zu beantragen. Sollten auch dabei Probleme auftreten und keine Einigung zustande kommen, ist der letzte Ausweg ein Zivilgericht. Sollte der Erblasser im Testament festgelegt haben, dass das Erbe für einen gewissen Zeitraum nicht aufgeteilt werden darf, ist eine frühere Auseinandersetzung nicht möglich.