Pflegeberatung


Pflegebedürftige mit Anspruch auf Pflegeberatungen 2018 müssen diese von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen erhalten.



Die Pflegekasse oder das private Versicherungsunternehmen, bei denen die Pflegeversicherung besteht, müssen denjenigen auch eine Pflegeberatung 2018 gewähren, die darauf einen Anspruch haben. Dies ist zum einen bei den Versicherten der Fall, die bereits Leistungen der Pflegeversicherung beziehen. Darüber hinaus können auch Personen eine Pflegeberatung beanspruchen, die noch keine Leistungen erhalten, diese allerdings beantragt haben und deren Pflegebedürftigkeit offensichtlich ist. Abschließend gilt der Anspruch ebenfalls für Angehörige oder andere Personen, die für die häusliche Pflege zuständig sind.

Eine Pflegeberatung wird von speziell geschulten Pflegeberatern durchgeführt, die hinsichtlich des Sozialrechts und des Sozialversicherungsrechts die benötigten Kenntnisse besitzen. Interessieren sich Personen der genannten Gruppen für eine Pflegeberatung, müssen sie diese in einem ersten Schritt beantragen. Daraufhin gibt es zwei Möglichkeiten: einen direkten Beratungstermin mit einem Pflegeberater als Kontaktperson, der die Beratung innerhalb von zwei Wochen nachdem der Antrag eingegangen ist durchführt, oder einen Beratungsgutschein, der neutrale Beratungsstellen beinhaltet, sodass Antragsteller sich aussuchen können, bei wem die Pflegeberatung stattfinden soll.

Auch der Gutschein muss allerdings innerhalb von zwei Wochen eingelöst werden. Können oder wollen Antragsteller aus gewissen Gründen die Pflegeberatung lieber zuhause durchführen lassen, ist auch diese Möglichkeit zulässig. Bei der Beratung können Antragsteller dann mögliche Fragen stellen oder Sorgen Probleme ansprechen. Dies bildet die Basis für die Berater um festzustellen, in welchem Ausmaß und welche Art von Pflege individuell benötigt wird, was wiederum ermöglicht, dass die Berater genau die Leistungen ansprechen und vorstellen, die für die jeweiligen Personen von Nutzen sind. Handelt es sich bei den Antragstellern um die Pflegepersonen, muss die Beratung den Fokus auch darauf legen, welche Entlastungsmöglichkeiten der Pflegepersonen vorhanden sind. Neben der Pflegeversicherung selbst sind auch Pflegestützpunkte und Service- und Beratungsstellen der Bundesländer Ansprechpartner für Pflegeberatungen.

Wer als Pflegeberater tätig sein möchte, braucht eine entsprechende Ausbildung und Berufserfahrung. Mögliche Erstausbildungen stellen in dem Fall jene als Sozialversicherungsfachangestellte, Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz oder nach dem Gesetz über Berufe in der Krankenpflege und Ausbildungen als Sozialarbeiter dar. Mit der Ausbildung oder dem abgeschlossenen Studium ist es jedoch noch nicht getan, denn auch diverse Weiterbildungen wie Pflegepraktika für den Erwerb weiterer notwendiger Kenntnisse und Fertigkeiten müssen die angehenden Pflegeberater absolvieren. Da die Pflegeberatung etwas freiwilliges ist, für das sich die Antragsteller entscheiden können, sind auch die zugeteilten Pflegeberater austauschbar, wenn Probleme auftreten sollten.

Es wurden bereits sogenannte Pflegestützpunkte angesprochen, durch die ebenfalls Pflegeberatungen erbracht werden. Hier handelt es sich um eine Art Zentrale, die Mitarbeiter der Pflegekassen und Krankenkassen, der Altenhilfe oder der Sozialhilfeträger vernetzt. Dies ermöglicht eine abgesicherte Beratung, da die Mitarbeiter aus allen Bereichen Hilfe anfordern können und sich auch untereinander beraten.

Pflegeberatung zu Hause

In einigen Fällen ist eine Pflegeberatung keine freiwillige Leistung sondern etwas, dass die Pflegebedürftigen in Anspruch nehmen müssen. Dies ist der Fall, wenn die einzige Leistung, welche die Pflegebedürftigen von der Pflegeversicherung erhalten, das Pflegegeld ist. Auch hier findet die Einordnung wieder nach dem Pflegegrad statt, sodass Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 und 3 jedes halbe Jahr eine Pflegeberatung bei sich zuhause durchführen lassen müssen. Bei Pflegebedürftigen der Pflegegrade 4 und 5 muss dies sogar jedes Vierteljahr stattfinden. Liegt bei Pflegebedürftigen der Pflegegrad 1 vor, sind diese nicht dazu verpflichtet, eine Pflegeberatung mitzumachen, können dies auf Wunsch jedoch einmal pro Halbjahr tun. Das gleiche gilt für Pflegebedürftige mit ambulanten Pflegesachleistungen. Zu den Stellen, von denen die Pflegeberatungen zuhause durchgeführt werden dürfen, gehören

  • zugelassene Pflegedienste,
  • neutrale und unabhängige Beratungsstellen, die eine pflegefachliche und von den Landesverbänden der Pflege anerkannte Kompetenz vorweisen können,
  • Pflegeberater der Pflegekassen,
  • Berater der kommunalen Gebietskörperschaften mit vorausgesetzter pflegefachlicher Kompetenz.

Personen, die schwerstkrank sind und deshalb eine Palliativversorgung benötigen, haben seit dem Jahr 2016 einen Anspruch auf Beratung und Hilfestellung der Pflegekassen, die bei der Auswahl von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung unterstützen und beraten sollen. In die Beratung fließen in der Regel auch Informationen darüber ein, welche Absicherungen für derartige Lebenssituationen vorgenommen werden sollten (z.B. Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen).