Pflege zu Hause


Pflege zu Hause 2019 durch Pflegegeld



Hinsichtlich der Art der Pflege zu Hause 2019 können sich Pflegebedürftige entscheiden, ob sie Pflegesachleistungen erhalten wollen oder stattdessen ein Pflegegeld ausgezahlt haben wollen. Beides wird von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen bis zu einer gewissen Grenze geleistet. Die Sachleistungen beinhalten beispielsweise einen ambulanten Pflegedienst. Eine weitere Möglichkeit sind teilstationäre Leistungen wie Tages- oder Nachtpflege. 

Entscheiden sich Pflegebedürftige für einen ambulanten Pflegedienst, liegt dessen Aufgabe darin, zu den Betroffenen nach Hause zu kommen und Angehörigen Arbeit bei der Pflege abzunehmen, sodass diese weiterhin auch ihrem Berufsleben nachgehen können und trotzdem die Pflege zu Hause möglich ist. Der ambulante Pflegedienst kümmert sich in erster Linie um:

  • Körperpflege, Ernährung und Unterstützung bei der Mobilität
  • Orientierungshilfe, Alltagsgestaltung, Erhaltung sozialer Kontakte
  • Medikamentengabe, Verbandswechsel oder Injektionen (häusliche Krankenpflege)
  • beratende Unterstützung der Betroffenen selbst und der Angehörigen, auch bezüglich weiterer Hilfsorganisationen wie Essenslieferungs- oder Fahrdienste
  • Unterstützung der Haushaltsführung durch Kochen oder Reinigen

Je nach Pflegegrad ist eingeteilt, in welcher Höhe die Pflegekasse für die Kosten ambulanter Sachleistungen aufkommen. Handelt es sich um einen Pflegedienst, der sich um Körperpflege, Betreuung und Haushaltsführung kümmert, sind die Kosten, die von der Pflegekasse übernommen werde die folgenden:

  • keine Leistung bei Pflegegrad 1
  • 689 Euro bei Pflegegrad 2
  • 1.298 Euro bei Pflegegrad 3
  • 1.612 Euro bei Pflegegrad 4
  • 1.995 Euro bei Pflegegrad 5

Pflegebedürftige erhalten einen monatlichen Entlastungsbetrag über 125 Euro, den sie ebenfalls für die Pflege zu Hause verwenden können, wenn sie den Pflegegrad 1 besitzen. Für Personen mit einem höheren Pflegegrad entfällt diese Möglichkeit. Entscheiden Betroffene sich für einen ambulanten Pflegedienst, kommt die Pflegekasse für diesen nur auf, wenn er von ihr zugelassen wurde. Welche Leistungen der Pflegedienst konkret erbringen soll, können die Pflegebedürftigen frei mit dem Pflegedienst absprechen.

Dieser muss jedoch die Kosten der Leistungen vor dem Vertragsabschluss darlegen und auch bei Veränderungen der Leistungen eine Kostenaufstellung erbringen, sodass Personen, die Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, jederzeit den aktuellen Stand der Kosten kennen. Pflegebedürftige haben außerdem einen sogenannten Umwandlungsanspruch, durch den sie mögliche nicht ausgeschöpfte Leistungen nicht als Sachleistung sondern dafür verwenden können, um anderweitige Leistungen, die im Alltag unterstützen können, zu vergünstigen.

Pflege zu Hause 2019 von Angehörigen

Entspricht ein ambulanter Pflegedienst für die Pflege zu Hause nicht den Vorstellungen der Pflegebedürftigen und möchten diese stattdessen lieber Angehörige oder Freunde um sich haben, die für ihre Pflege verantwortlich sind, greift die Pflegeversicherung auch in diesem Fall. Dabei werden anstelle der Sachleistungen Pflegegelder gezahlt. Um dieses zu erhalten, müssen Pflegepersonen vorgewiesen werden. Außerdem besteht erst ab Pflegegrad 2 ein Anspruch auf Pflegegeld. In den meisten Fällen dient dieses dazu, die Personen zu entlohnen, die sich um die Pflege kümmern. Auch das Pflegegeld fällt je nach Pflegegrad unterschiedlich hoch aus:

  • 316 Euro bei Pflegegrad 2
  • 545 Euro bei Pflegegrad 3
  • 728 Euro bei Pflegegrad 4
  • 901 Euro bei Pflegegrad 5

Das Pflegegeld wird in Fällen wie einer Verhinderungspflege oder einer Kurzzeitpflege auf die Hälfte verkürzt und das für einen Zeitraum von bis zu sechs bzw. acht Wochen. Sind behinderte Menschen in einer vollstationären Einrichtung untergebracht und unterbrechen diesen Aufenthalt für eine gewisse Zeit zur ambulanten Pflege, dann erhalten sie weiterhin das Pflegegeld ohne Kürzung.

Um die vollen Pflegeleistungen ausschöpfen zu können, ist es auch gestattet, sowohl Pflegegeld zu beziehen, als auch Sachleistungen zu erhalten. Dabei wird der Wert der Sachleistung betrachtet und das Pflegegeld um diesen Wert vermindert.

Anstelle von Pflegern eines ambulanten Pflegedienstes können auch Einzelpflegekräfte zur Pflege zu Hause eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um selbstständige Pfleger, die von den Pflegekassen dann bevorzugt werden sollen, wenn sie wirtschaftlicher oder positiver für die pflegebedürftige Person sind, indem sie speziellen Wünschen nachkommen können. Auch hier sorgt die Pflegekasse für die Bezahlung der Pflegekräfte. Da auch diese Leistungen nur den Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 bis 5 zur Verfügung stehen, ist es denjenigen mit Pflegegrad 1 gestattet, den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro für eine Einzelpflegekraft zu verwenden.

Eine bereits angesprochene Verhinderungspflege liegt dann vor, wenn die eigentliche private Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub ihrer Tätigkeit nicht nachgehen kann. In dem Fall sorgt die Pflegekasse für Ersatz durch einen ambulanten Pflegedienst, ehrenamtliche Pfleger oder weitere Angehörige. Der Zeitraum der Verhinderungspflege darf allerdings maximal sechs Wochen betragen. Eine Voraussetzung ist der Zeitraum, in dem die verhinderte Pflegeperson bereits ihrer Tätigkeit bei der betroffenen Person nachgeht. Der vorausgesetzte Zeitraum beträgt an dieser Stelle sechs Monate. Wie hoch die Kosten sind, die von der Pflegekasse für Verhinderungspflege übernommen werden, liegt an der Pflegekraft. Ist diese erwerbsmäßig tätig, liegen die Kosten bei 1.612 Euro im Jahr. Sollte die Pflege von nicht erwerbsmäßig tätigen Angehörigen beispielsweise übernommen werden, liegt die Beschränkung der Kosten maximal bei dem 1,5-fachen Betrag des Pflegegeldes für den jeweiligen Pflegegrad.

Neben der Verhinderungspflege ist auch eine Kurzzeitpflege möglich, für die im Jahr ein Budget von 806 Euro zur Verfügung steht. Dieses kann zur Hälfte genutzt werden, wenn ein Verhinderungsfall eintritt und den Leistungsbetrag aufstocken, sodass im Jahr maximal 2.418 Euro für den Verhinderungsfall genutzt werden können. Nehmen Betroffene Verhinderungspflege in Anspruch, erhalten sie für sechs Wochen weiterhin die Hälfte des ihnen zustehenden Pflegegeldes.

Pflege zu Hause: Weitere Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag

Unterstützung im Alltag soll dadurch gewährleistet werden, dass die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Personen erhöht wird, indem sie Hilfe erhalten. Bei der Finanzierung dieser Hilfen greift die Pflegekasse unter die Arme, indem sie einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich an Personen mit Pflegegrad 1 und an Personen mit häuslicher Pflege gewährt. Leistungsbeträge der Pflegekasse, die in einem Monat nicht vollständig gebraucht werden, können auch in den nächsten Monat übertragen werden. Nach Ablauf eines Kalenderjahres können übrige Beträge ein weiteres Jahr übertragen werden. Wofür die Pflegebedürftigen den Entlastungsbetrag verwenden dürfen, ist genau festgelegt. Somit dürfen Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und weitere Unterstützungsmöglichkeiten nach Landesrecht davon finanziert werden. Die folgenden Angebote gelten als Angebote zur Unterstützung im Alltag (müssen von der jeweiligen Landesbehörde anerkannt sein):

  • Betreuungsangebote: ehrenamtliche Helfer übernehmen die Betreuung von Pflegebedürftigen unter fachlicher Anleitung;
  • Angebote zur Entlastung von Pflegenden: Angehörige oder Freunde als Pflegepersonen werden unterstützt und entlastet;
  • Angebote zur Entlastung im Alltag: Unterstützung für Pflegebedürftige in der Bewältigung des Alltags, Haushaltsführung und Organisation von Hilfeleistungen.

Der bereits angesprochene Umwandlungsanspruch kann auch dann genutzt werden, wenn die ambulanten Sachleistungen nicht den gesamten Leistungsanspruch abgedeckt haben und dann den übrigen Betrag für Angebote zur Unterstützung des Alltags verwenden.

Pflege-Wohngemeinschaften für Pflege zu Hause

Die wenigsten Menschen möchten aufgrund ihres Alters in einem Altersheim oder bei Pflegebedürftigkeit in einem Pflegeheim untergebracht werden. Jedoch ist es nicht immer möglich in ihrem zuhause gepflegt zu werden. Dafür wurden alternative Wohnformen geschaffen, durch die Betroffene ein neues Zuhause beziehen und dort gepflegt werden können, ohne in einem Heim zu landen. Derartige alternative Wohnformen sind:

  • betreutes Wohnen
  • Service-Wohnen mit einem extra Service-Vertrag neben dem Mietvertrag, der gewisse Dienst- und Hilfeleistungen mit einbindet
  • Wohnen in Mehrgenerationshäusern mit dem Konzept der gegenseitigen Hilfe zwischen Jung und Alt
  • Wohnen für Hilfe, bei dem z.B. Studierende weniger Miete zahlen müssen, weil sie hilfsbedürftigen Bewohnern im Haus unterstützen müssen
  • Pflege-Wohngemeinschaften (Pflege-WGs), in denen mehrere Menschen des gleichen Alters mit Pflegebedürftigkeit sowohl Privatsphäre haben, als auch Unterstützung bei Bedarf erhalten

Die Pflegeversicherung beteiligt sich finanziell besonders an der Pflege zu Hause, wenn es sich um Pflege-WGs handelt, wobei gewisse Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Die Beteiligung zeigt sich durch den sogenannten Wohngruppenzuschlag, der sich auf 214 Euro im Monat beläuft und denjenigen zur Verfügung steht, die Pflegegrad 1 haben, Pflegegeld erhalten, Pflegesachleistungen beziehen oder einen Entlastungsbetrag erhalten. Die folgenden Anforderungen werden an die WG gestellt:

  • zwischen zwei und elf Mitbewohner, von denen mindestens zwei Pflegebedürftigkeit vorweisen müssen
  • eine Präsenzkraft, die organisatorische Aufgaben hinsichtlich der allgemeinen Versorgung und der pflegerischen Versorgung übernimmt
  • es dürfen keine Leistungen erbracht werden, die einer vollstationären Unterbringung nahe kommen würden

Gründen Personen eine Pflege-WG neu, können die Bewohner mit Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag weitere finanzielle Unterstützung für Umbaumaßnahmen zum altersgerechten oder barrierearmen Wohnen erhalten. Diese sogenannte Anschubförderung muss beantragt werden und kann maximal 2.500 Euro betragen. Über 10.000 Euro darf die Förderung für eine WG allerdings nicht betragen. Die Anschubförderung können Personen mit jedem Pflegegrad beantragen. Tragen die Bewohner einer WG ihre Pflegeleistungen zusammen, sodass sie gemeinsam davon profitieren und weitere Leistungen dadurch ermöglichen, nennt sich dies Poolen.

Pflegebetten, Lagerungshilfen, Notrufsysteme, Betteinlagen oder Einmalhandschuhe gelten als Pflegehilfsmittel, durch die häusliche Pflege möglich wird und auch den Pflegebedürftigen in seiner Selbstständigkeit unterstützt. Fällt die Bereitstellung der Pflegehilfsmittel nicht in den Bereich der Krankenkasse, kommt die Pflegeversicherung dafür auf. Zuzahlungen müssen Pflegebedürftige bis zu 40 Prozent (maximal 25 Euro) leisten, wenn es sich um technische Pflegehilfen handelt. Gutachter, die bereits zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit und des Pflegegrades aktiv werden, geben auch Empfehlungen hinsichtlich Pflegehilfsmitteln ab, welche durch die Zustimmung der Betroffenen direkt beantragt werden.

Dient es der Selbstständigkeit der Betroffenen, macht es häusliche Pflege überhaupt erst möglich oder unterstützt es ambulante Pflegekräfte, dann leistet die Pflegekasse Zuschüsse für Umbaumaßnahmen von Wohnungen bis zu 4.000 Euro. Diese Leistung erhalten Pflegebedürftige aller Pflegegrade. Liegt eine Wohngruppe vor, ist der Zuschuss auf 16.000 Euro beschränkt.