Infografiken

Mehr Material für deutsche Baustellen

Nur noch knapp 36 Prozent der Hochbau- und etwa 28 Prozent der Tiefbaubetriebe gaben laut Konjunkturumfrage des ifo Instituts an, unter Materialmangel zu leiden. Wie unsere Grafik zeigt, stellen diese Werte eine deutliche Entspannung im Vergleich zu den vergangenen Sommermonaten dar.

Hatten im März nur sechs Prozent der Firmen im Hochbau und ungefähr drei Prozent der Firmen im Tiefbau mit ausbleibenden Materiallieferungen zu kämpfen, stiegen die Zahlen ab April explosionsartig an und erreichten im Juni ein Hoch von 50 Prozent im Hochbau und 40 Prozent in Tiefbau. Die Lockerung der Corona-Maßnahmen und die entsprechende Wiederaufnahme von Bauprojekten dürfte einen Teil zur Materialverknappung beigetragen haben, ein weitaus größerer Faktor war jedoch aller Voraussicht nach der Preisanstieg bei Rohstoffen wie Holz und Werkstoffen wie Stahl und Kunststoffrohren. Der gestiegene Holzbedarf in den USA hatte beispielsweise Mitte des Jahres dafür gesorgt, dass europäische Betriebe nicht mehr im entsprechenden Volumen und zu den gewohnten Preisen beliefert werden konnten. Zumindest in diesem Teilbereich ist im Herbst mit einer Entspannung zu rechnen.

Deutschlandweit nimmt das Baugewerbe zwar eine wichtige, aber keine dominante Rolle hinsichtlich der Beschäftigtenzahlen und seinem Anteil an der Bruttowertschöpfung ein. 2020 entfielen lediglich sechs Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung auf das Bauhauptgewerbe, 2019 wurde von 939.000 Beschäftigten ein Jahresumsatz von knapp 162 Milliarden Euro erwirtschaftet.