Land- und Forstwirtschaft 2018


Besteuerung von land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten durch Umsatzsteuer oder Durchschnittsbesteuerung.



Ob es sich bei einem Reitstall, in dem Pferde gehalten und gezüchtet werden und in dem Reitunterricht stattfindet um einen Gewerbebetrieb oder um einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft 2018 handelt, wird je nach Einzelfall neu beurteilt.

Um eine Tätigkeit der Land- und Forstwirtschaft handelt es sich beispielsweise dann, wenn die Besitzer, die ihre Pferde im Stall unterbringen, ebenfalls dadurch eine Reithalle und weitere Reitanlagen nutzen können. Beschränken sich die Leistungen des Stalls auf die Vermietung von Pferden zum Reiten, ohne dass weitere nicht der Landwirtschaft angehörige Leistungen hinzukommen, dann handelt es sich um eine landwirtschaftliche Tätigkeit. Werden lediglich für die Freizeit Pferde gehalten, dann wird für die Besteuerung der daraus entstehenden Umsätze die Umsatzsteuer herangezogen.

Nebenbetrieb der Land- und Forstwirtschaft

Es handelt sich um einen land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb, wenn

  • zu verkaufende Produkte durch die Verarbeitung von Rohstoffen entstehen, die zum Großteil im eigenen Hauptbetrieb hergestellt wurden oder
  • es zu Umsätzen durch angenommene Rohstoffe kommt, welche dann im eigenen Betrieb zu Produkten weiterverarbeitet wurden und zum Großteil für den eigenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb verwendet wurden. Darüber hinaus muss die Herstellung dem landwirtschaftlichen Bereich zugeordnet werden können.

Auch Substanzbetriebe wie Sandgruben können als Nebenbetriebe der Land- und Forstwirtschaft angesehen werden, solange die hauptsächliche Anwendung der gewonnenen Substanzen in der Land- und Forstwirtschaft erfolgt. Nicht als Nebenbetrieb gilt dagegen die Absetzung der selbst hergestellten Produkte über den eigenen Einzel- oder Großhandelsbetrieb und die Bereitstellung von Dienstleistungen oder besonderen Leistungen.

Handelsgeschäft der Land- und Forstwirtschaft

Bei selbst hergestellten Produkten eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs, bei denen durch keine weiteren Nebenbetriebe Arbeitsschritte vorgenommen wurden und die in eigenständigen Handelsgeschäften wie einem Ladengeschäft verkauft werden, ist eine Prüfung der Selbstständigkeit des Betriebs vorzunehmen. Werden über 40% der Produkte über das Handelsgeschäft abgesetzt oder bei weniger als 40% ist der Anteil der nicht selbstständig hergestellten Produkte nicht größer als 30%, dann handelt es sich um einen einheitlichen Betrieb.

Werden dagegen nicht mehr als 40% der selbst hergestellten Produkte über das Handelsgeschäft abgesetzt und mehr als 30% fremder Produkte machen den Umsatz des Handelsgeschäfts aus, dann handelt es sich um einen selbstständigen Gewerbebetrieb. Dies ist ebenfalls der Fall, wenn trotz der Absetzung von 40% der selbst hergestellten Produkte über das Handelsgeschäft diese im Vergleich zu allen Produkten jedoch nicht den Hauptteil ausmachen.

Durchschnittsbesteuerung in der Land- und Forstwirtschaft 

Für die Umsätze aus einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb wird eine pauschale Besteuerung angewendet. Es werden bestimmte Durchschnittssteuersätze angewendet, wobei dabei die Umsatzart der Ausgangsumsätze wichtig ist. Auch der Vorsteuerabzug kann bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben pauschal erfolgen. In einem Hofladen verkaufte Produkte werden je nach Herstellung versteuert. Dabei gilt für die selbst hergestellten Produkte die Durchschnittsbesteuerung, während bei gekauften Produkten die Umsatzsteuer verwendet wird. Bei den selbst hergestellten Produkten wird die Durchschnittsbesteuerung auch dann weiterhin durchgeführt, wenn der Betrieb bereits aufgegeben wurde.