Ich-AG


Die Ich-AG 2018 bietet Vorteile in Form eines Gründungszuschuss für den Übergang zwischen Arbeitnehmer-Dasein und Selbstständigkeit.



Wer nicht länger als Angestellter arbeiten möchte und stattdessen selbstständig tätig werden möchte, der kann vor dem kompletten Eintritt in die Selbstständigkeit zunächst eine Ich-AG gründen und durch diese einen Existenzgründungszuschuss und weitere Vorteile erhalten.

Nachdem die Arbeitslosigkeit durch die Gründung der Ich-AG beendet wurde, werden im ersten Jahr 600 Euro, im zweiten Jahr 360 Euro und im dritten Jahr 240 Euro monatlich an Zuschüssen gewährt. Über drei Jahre geht dieser steuerfreie Zuschuss nicht hinaus. Darüber hinaus unterliegt dieser nicht dem Progressionsvorbehalt. Durch den Zuschuss besteht für die Betroffenen sowohl eine gesetzliche Rentenversicherung als auch eine gesetzliche Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung.

Rechtliche Lage der Ich-AG seit August 2006

Mit der Änderung der Rechtslage bezüglich der Ich-AG zum August 2006 kam es zu einem neuen und einheitlichen Gründungszuschuss, der den Existenzgründungszuschuss und das Überbrückungsgeld ersetzt. Dieser wurde als Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung festgelegt, sodass kein Rechtsanspruch auf diese Leistung mehr vorhanden ist. Der neue Gründungszuschuss soll Arbeitslosen den Übergang zur Selbstständigkeit erleichtern. Jedoch muss diese Arbeitslosigkeit erst vorhanden sein, denn ein unmittelbarer Übergang vom Arbeitnehmer zum Selbstständigen ist nicht möglich.

Die folgenden Bedingungen müssen erfüllt werden, damit ein Anspruch auf den Gründungszuschuss besteht:

  • Ein Minimum von 15 Arbeitsstunden in der Woche muss durch die Selbstständigkeit abgeleistet werden und dadurch die Arbeitslosigkeit beenden.
  • Durch eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, wie beispielsweise Industrie- und Handelskammern, berufsständische Fachkammern oder Kreditinstitute, muss nachgewiesen werden können, dass die selbstständige Tätigkeit auch bewältigt werden kann.
  • Ein Nachweis über notwendige Fachkenntnisse und Fähigkeiten für die selbstständige Tätigkeit muss erbracht werden. Andernfalls kann es zu einer Eignungsfeststellung kommen.

Wird der Gründungszuschuss gewährleistet, dann kommt es zur Auszahlung in zwei Phasen:

  • Zuerst kommt es zu einer sechsmonatigen Zahlung eines Zuschusses in der Höhe des letzten Arbeitslosengeldes, wodurch der Lebensunterhalt bestritten werden kann. Darüber hinaus sind weitere 300 Euro für die soziale Absicherung durch eine freiwillige gesetzliche Sozialversicherung vorgesehen.
  • Nach Ablauf der sechs Monate werden die Zahlungen für den Lebensunterhalt eingestellt, da dieser Zeitraum für die Festigung der selbstständigen Tätigkeit und die Etablierung auf dem Arbeitsmarkt ausreichen sollte, sodass mindestens der Lebensunterhalt durch die Tätigkeit bestritten werden kann. Kann der Gründer eine intensive Geschäftstätigkeit vorweisen, dann werden je nach Fall auch weitere neun Monate die 300 Euro für die Sozialabsicherung gezahlt.

Liegen zwischen dem Ende der Förderung und dem aktuellen Zeitpunkt noch keine 24 Monate, dann ist keine weitere Förderung möglich. Es kommt nicht zur Leistung eines Gründungszuschusses, wenn die geförderte Person bereits das Alter für die Regelaltersrente erreicht hat.