Geschlossene Publikumsfonds


Geschlossene Publikumsfonds 2019 als Investment-Fonds


Bei einem Publikumsfonds handelt es sich um ein Investment-Fonds, in den jeder investieren kann. Auch Privatpersonen sind davon nicht ausgeschlossen. Die Anleger stellen dem Fonds also ihr Geld zur Verfügung, welches der Verwalter dann mit einer bestimmten Anlagestrategie auf verschiedene Anlagebereiche verteilt. Es kann entweder ein offener oder ein geschlossene Publikumsfonds 2019 sein.

Ein offener Publikumsfonds gibt dem Anleger durch eine bestimmte Vereinbarung im Vertrag die Möglichkeit, seine Fondsanteile zurückzugeben oder zu kündigen, bevor die sogenannte Liquidations- oder Auslaufphase anfängt.

Im Fall von geschlossene Publikumsfonds, um den es im Folgenden gehen soll, gibt dem Anleger nicht diese Möglichkeit. Hier kann der Anleger seine Anteile erst nach Beginn dieser Phase zurückgeben. Die Mindestlaufzeit für einen geschlossenen Fonds dauert oft länger an, als bei einem offenen. Dies resultiert daraus, dass es sich bei den Vermögensgegenständen von geschlossenen Fonds oft um größere und somit illiquide Vermögensgegenstände handelt. Beispiele dafür sind unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen. Will ein Anleger seinen Anteil trotzdem vorher loswerden, gibt es die Optionen der außerordentlichen Kündigung, das gesetzliche Widerrufsrecht oder die Veräußerung an Dritte, welche jedoch wegen des geringen Handelsvolumens zu weiteren hohen Kosten führt. Daher eignet sich ein geschlossener Fonds vor allem für Anleger, die für eine langfristige Anlage länger auf ihr Geld verzichten können und Interesse an größeren Projekten haben.

Insgesamt erwirbt man durch Fondsanteile eine Beteiligung an der Entwicklung der verschiedenen Vermögensgegenstände. Daraus können gegebenenfalls regelmäßige Erträge zustande kommen, zum Beispiel Mieteinnahmen von Immobilien. Dies ist vor allem für Sachwerte der Fall. Das Kapital von einem geschlossene Publikumsfonds wird für gewöhnlich nur wenig gestreut. Allerdings muss er so viele Vermögensgegenstände enthalten, dass der Fonds insgesamt als risikodiversifiziert gilt. Das bedeutet, er muss mindestens drei ungefähr gleichwertige Vermögensgegenstände enthalten oder das Ausfallrisiko muss durch eine vielseitige Nutzungsstruktur der Vermögensgegenstände genügend gestreut sein. Letzteres kann beispielsweise durch die Existenz unterschiedlicher Gewerbearten erzielt werden.

Risiken geschlossene Publikumsfonds 2019

Da die Wertentwicklung der Fonds von den Anlageentscheidungen im Publikumsfonds und somit von den einzelnen Entwicklungen der Vermögensgegenstände abhängt, besteht keinerlei Garantie für den Erfolg der Anlage. Hat der Verwalter schlechte Anlageentscheidungen getroffen und die ausgewählten Vermögensgegenstände entwickeln sich negativ, so kann es zu teilweisen oder kompletten Verlusten führen. Zusätzlich ist der Verkauf individueller Vermögensgegenstände durch die bestehende Illiquidität stark eingeschränkt.

Kosten und Gebühren geschlossene Publikumsfonds

Kosten, auf die sich ein Anleger bei geschlossene Publikumsfonds einstellen muss, beinhalten den Betrag der Beteiligung, den Ausgabeaufschlag, die Initialkosten, die laufende Vergütung an den Verwalter der Fonds und an die Gesellschafter für die Fondsverwaltung.  Der Ausgabeaufschlag bezeichnet hierbei einen Betrag, der für den Verwalter selbst gezahlt wird. Die Initialkosten decken einmalige Aufwendungen und Vergütungen des Fonds, unter anderem also die Gründung, Marketing, Konzeption und Vertrieb. Sie müssen in der Beitrittsphase einmalig gezahlt werden. Die Vergütungen an den Verwalter der Fonds und die Gesellschafter für die Fondsverwaltung sind laufende Kosten. Diese und die Initialkosten muss der Anleger nicht direkt bezahlen, sondern sie werden indirekt durch die entsprechende Wertminderung der Beteiligung am Fonds gezahlt.

Schließlich sind Gebühren für die Verwahrstelle der Vermögensgegenstände, den eventuellen Erfolg des Verwalters und Tätigkeiten von Dritten, unter anderem zum Beispiel das Facility Management bei Immobilienfonds, einzuplanen.


Vertriebswege und Anbieter geschlossene Publikumsfonds

Die Verwalter der Fonds selbst sowie andere Finanzvertriebe wie Banken oder Finanzdienstleistungsinstitute verkaufen Anteile an geschlossenen Fonds. Diese sind dazu verpflichtet, den Anbietern bestimmte Informationen zur Verfügung zu stellen. Zu diesen obligatorischen Unterlagen gehören Verkaufsprospekte, wesentliche Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte und ein Beratungsprotokoll. Der Verkaufsprospekt enthält Details über die juristischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Fonds, während die Anlegerinformationen eine Kurzfassung davon darstellen. Sie soll dem Anleger im Entscheidungsprozess eine Hilfe sein. Zur besseren Vergleichbarkeit ist ein bestimmtes Format verbindlich. Zu den Vorschriften gehören die allgemeine Verständlichkeit und die Höchstlänge, die auf drei DIN-A4-Seiten beschränkt ist. Im Inhalt der Anlegerinformationen müssen Details zum Fonds, zu Anlagezielen, zur Verwaltungsgesellschaft, zur Anlagepolitik, zum Ertrags- und Risikoprofil und zuletzt auch zur bisherigen Wertentwicklung, den Gebühren und Kosten enthalten. Performance-Szenarien sind meistens optional.

Abgesehen davon gibt es auch freie Vermittler, die geschlossene Fonds anbieten, die die BaFin jedoch nicht so stark beaufsichtigt.

Aufsicht über den Vertrieb von geschlossene Publikumsfonds

Für inländische Verwalter von geschlossenen Fonds besteht eine Erlaubnis- oder Registrierungspflicht bei der BaFin. Diese überwacht Verwalter mit Erlaubnispflicht anschließend. Solche mit Registrierungspflicht sind meist von der Überwachung durch die BaFin ausgenommen. Die Größe der Verwaltungsgesellschaft bestimmt hierbei die Einteilung in erlaubnis- oder registrierungspflichtig. Besonders der Wert der Vermögensgegenstände inklusive Leverage ist für die Einteilung wichtig. Als registrierungspflichtig gelten all diejenigen Verwalter, die intern höchstens fünf Millionen Euro oder extern höchstens 100 Millionen Euro an Vermögensgegenständen verwalten. Erlaubnispflichtig ist jeder Verwalter, bei dem der Wert der Vermögensgegenstände die zuletzt genannten Zahlen übersteigt. Zusätzlich ist die BaFin für die Produktaufsicht, also die Genehmigung der Anlagebedingungen der Fonds, verantwortlich.

Die verschiedenen Vertriebswege für geschlossene Publikumsfonds haben ihre eigenen Aufsichtsbehörden. So kontrolliert die BaFin direkt vertreibende Verwalter und Finanzdienstleistungsunternehmen, während die Gewerbeordnung die jeweilige Behörde für andere Finanzanlagevermittler festlegt. Der Kreis, Gewerbeämter, die Ortspolizei oder die IHK sind Beispiele für entsprechende Behörden der einzelnen Bundesländer.

Die Wirtschaftlichkeit des Fonds liegt außerhalb des Verantwortungsbereiches der BaFin, sodass der Anleger allein die Risiken trägt und sich daher im Voraus ausreichend informieren sollte.