Gehaltsentwicklung


Die Gehaltsentwicklung 2018 kann positiv weiterverlaufen. Auch der Mindestlohn bestärkte die positive Entwicklung.



Sogenannte Tarifindizes werden berechnet und dienen dann dazu, die Gehaltsentwicklung 2018 zu bestimmen. In dem Zeitraum von 2007 bis 2016 gab es einen Anstieg der Gehälter um 25%, während die Verbraucherpreise nur um ca. 12% anstiegen. Da zunächst die Gehälter noch anstiegen, obwohl die Wirtschaftskrise bereist ausgebrochen war, spürte Deutschland diese erst ungefähr drei Jahre später, denn erst im Jahr 2010 wurde ein wesentlich geringeres Gehaltswachstum deutlich.

Ausschlaggebend für das verspätete Eintreten der Folgen der Wirtschaftskrise hinsichtlich der Löhne waren die Tarifverträge. Da die meisten noch vor der Krise abgeschlossen wurden und für mehrere Jahre steigende Löhne festlegten, konnten die Betroffenen zunächst weiter profitieren. Arbeitnehmer mit Tarifverträgen, die während der Krise abgeschlossen wurden, merkten die Auswirkungen deutlich früher. Zu einem erneuten deutlichen Anstieg der Gehälter kam es erst im Jahr 2013, da zu dem Zeitpunkt die meisten in der Krise vereinbarten Tarifzahlunugen abgelaufen waren und somit neue, dem Aufschwung nach der Krise entsprechende, festgelegt werden konnten.

Mit dem Jahr 2015 kam dann der Mindestlohn, der hinsichtlich der Gehaltsentwicklung für viele Arbeitnehmer positive Auswirkungen hatte. Durch die branchenübergreifende Regelung waren nun auch Arbeitnehmer betroffen, die zuvor deutlich weniger als den Mindestlohn verdient hatten. Bereiche mit Tarifverdiensten erlebten durch den Mindestlohn keine allzu großen Veränderungen, da auch vor der Einführung ein Lohn oberhalb des Mindestlohns von ursprünglich 8,50 Euro gezahlt wurde.

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Nominal- und Reallohn in der Gehaltsentwicklung

Bei der Betrachtung der Gehaltsentwicklung werden zwei Bruttogrößen herangezogen. Es handelt es sich dabei um den Nominallohn, der den Bruttomonatslohn mit Sonderzahlungen ausmacht, und um den Reallohn, bei dem es sich um den Lohn handelt, der bereits hinsichtlich der Inflation bearbeitet wurde. Er stellt die Kaufkraft des Nominallohns dar. Da ein Anstieg der Reallöhne sowie der Nominallöhne zwischen 2007 und 2016 zu sehen war, während die Verbraucherpreise vergleichsweise geringer anstiegen, erhielten die Arbeitnehmer mehr Geld als sie ausgeben mussten. Aufgrund der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise fielen Lohnsteigerungen des Reallohns im Jahr 2009 allerdings aus, was sich auch in den Sonderzahlungen bemerkbar machte. Die immer häufigere Kurzarbeit wirkte sich negativ auf die Nominallöhne aus, sodass die Arbeitnehmer für ihre geleistete Arbeit tatsächlich weniger ausgezahlt bekamen.

Grundsätzlich kann nicht gesagt werden, inwieweit die Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 Einfluss auf die Gehaltsentwicklung bei Reallohn und Nominallohn gehabt hat. Was jedoch zu erkennen war, dass hinsichtlich der Qualifikation und Anforderung am Arbeitsplatz bei den Arbeitnehmern mit geringeren Qualifikationen deutlich höhere Nominallöhne im Jahr 2015 ausgezahlt wurden als bis dahin. Auch bei geringfügig Beschäftigten war eine sehr positive Gehaltsentwicklung mit einer Steigerung von rund 30% zu erkennen. Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte dagegen erhielten eine geringere Erhöhung. Vergleicht man Ost- und Westdeutschland so fällt die Gehaltsentwicklung im Osten mit einer Erhöhung von 28% positiver aus als im Westen mit 22%. Darüber hinaus profitierten Frauen stärker von der Entwicklung als Männer.