ETF Anbieter


Bewertung und Auswahl der ETF Anbieter 2019



Haben Interessenten sich für einen ETF-Typen entschieden, müssen sie sich nach dem richtigen Anbieter (Emittenten) erkundigen. Die Anzahl der ETF Anbieter 2019 in Deutschland wird jedoch nicht größer, sondern aufgrund von Übernahmen eher kleiner. Die führenden ETF Anbieter weltweit waren 2013 iShares, State Street und Vanguard. 

In Deutschland stellt den größten ETF Anbieter die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank db x-trackers da. Zu ihrem Produktspektrum zählen bereits über einen langen Zeitraum swapbasierte Produkte und seit dem Jahr 2014 zum Großteil auch physisch replizierende ETFs. Diese ETFs stellen auch bei dem weltweit vertretenen ETF Anbieter iShares, der dem US-Finanzunternehmen BlackRock angehört, den Großteil der Produkte dar. Dagegen beinhaltet das Angebot des französischen Anbieters Lyxor hauptsächlich swapbasierte Produkte, wie es auch bei der Deutschen Bank der Fall ist. Auch von der Commerzbank wird ein mittlerweile großer ETF Anbieter gestellt, der sich Comstage nennt. Weitere ETF Anbieter sind:

  • DekaBank: Zugehörig zur Sparkassenorganisation
  • die Schweizer Großbank UBS
  • Amundi: Zusammenführung von Crédit Agricole und der Société Générale
  • EasyETF: Zugehörig zur französischen BNP Paribas
  • Ossiam Lux: Zugehörig zur französischen Bankengruppe Natixis
  • RBS Market Access-ETF: Zugehörig zur Bank of Scotland

Auswahlkriterien für ETF Anbieter 2019

Da es nicht nur einen Anbieter sondern viele verschiedene gibt, die in unterschiedlichen Regionen der Welt vertreten und demnach mehr oder weniger präsent in Deutschland sind, sollten sich Anleger im Vorfeld genau über die ETF Anbieter informieren. Bei einem Vergleich der Anbieter können verschiedene Kriterien berücksichtigt werden. Zu diesen zählen die Liquität des ETFs, die Transparenz, die Kosten, der Tracking Error, die Handelsspanne sowie die Größe des Fonds. Hinsichtlich der Kriterien muss an dieser Stelle noch darauf hingewiesen werden, dass die Liquidität, die Kosten und der Tracking Errror die Entwicklung der ETFs beeinflussen können, sodass diese anders verläuft, als ursprünglich angenommen. Hauptsächlich ist jedoch der zugrunde liegende Index für die Entwicklung verantwortlich, also die Chancen und Risiken die entstehen.

Liquidität des ETFs: Wie liquide ein ETF ist, sollte in jedem Fall die Entscheidung der Anleger beeinflussen, denn dieser Aspekt sorgt dafür, dass Anleger die Möglichkeit haben, ihre Investitionen zurück zu nehmen bzw. die Anlagen wieder an den Fonds zu verkaufen. Trotz desselben Index müssen die verschiedenen Anbieter nicht auch gleichermaßen liquide sein. Faktoren, die sich auf die Liquidität auswirken, sind einerseits sogenannte Market Maker, in deren Verantwortung die Festlegung der An- und Verkaufspreise liegt. Andererseits ist auch der sogenannte Creation/Redemption-Prozess für die Liquidität ausschlaggebend. Zur Bewertung der Liquidität dient eine bestimmte, von der deutschen Börse festgelegte Kennzahl, die jeweils den ETFs zugeordnet wird und dann verglichen werden kann. Diese Kennzahl nennt sich Xetra-Liquiditätsmaß XLM. Dabei sagt eine geringere Zahl eine höhere Liquidität aus, weil dies gleichzeitig auch geringere Market Impact-Kosten beim Handel eines Fonds bedeutet.

Transparenz: Vergleicht man einen ETF mit einem klassischen Publikumsfonds, so zeigen ETFs mehr Transparenz. Dies liegt daran, dass die ETF Anbieter das Portfolio für Anleger jederzeit bereit haben und mindestens jede Minute den aktuellen indikativen Nettoinventarwert veröffentlichen. Dieser Wert sagt den aktuellen Wert aller im ETF getätigten Investitionen aus. Trotz dieses transparenten Vorgehens sind nicht alle ETF Anbieter gleich. Risiken sind hier vor allem durch die Wertpapierleihgeschäfte und Swaps vorhanden, sodass Fonds mit einem Großteil derartiger Anlagen deutlich unsicherer sind.

Kosten: Bei der Wahl eines ETF Anbieters sollten auch die Kosten eine große Rolle spielen, denn auch wenn der gleiche Index zugrunde liegt, können sich diese deutlich zwischen den ETFs unterscheiden. Schwierig wird der Vergleich an dieser Stelle, da die ETF-Anbieter nicht immer die gleichartigen Kosten angeben. Einige teilen nur die reinen Verwaltungskosten mit, während andere die Gesamtkostenquote veröffentlichen, in die neben den Verwaltungskosten auch die Kosten für die Prüfung und den Druck der Rechenschaftsberichte einfließen.

Tracking Error: Durch den Tracking Error (dt. Nachbildungsfehler) können Anleger erkennen, wie stark sich der ETF von der Entwicklung des abzubildenden Index unterscheidet. Fällt der Tracking Error höher aus, sind damit Kosten für den Anleger verbunden. Deshalb bieten sich ETFs mit einem niedrigen Tracking Error an. Eine aktuelle Regelung legt fest, dass bei neuen Produkten auch der erwartete Tracking Error direkt angegeben wird.

Handelsspanne: Der Unterschied zwischen Geld- und Briefkursen wird als Handelsspanne, oder auch Spread, bezeichnet. Hierbei kommen erneut indirekte zusätzliche Kosten auf den Anleger zu. Im Fall von ETFs fällt der Abstand jedoch recht gering aus, sodass kaum Auswirkungen für langfristige Anleger bestehen. Im Gegensatz dazu kommen für Trader sehr wohl Auswirkungen zustande.

Größe des Fonds: Gerade bei kleineren ETFs kann es vorkommen, dass diese durch zu geringe Einnahmen vom ETF Anbieter geschlossen werden. Dies kommt bei größeren ETFs dagegen seltener vor. Trotzdem muss die Schließung eines kleineren Fonds für die Anleger nicht direkt einen Verlust bedeuten. Der ETF Anbieter wirkt dem entgegen, indem er in einem solchen Fall entweder den Indexfonds zum Nettoinventarwert zurückkauft und Wert in Bar an den Anleger zahlt, oder den Wert der Investition in einem anderen Fonds anlegt.

Ausschüttende und thesaurierende ETF Anbieter

Ein Fonds unterscheidet sich unter anderem danach, ob er ausschüttend oder thesaurierend ist. Der erste Fall bedeutet, dass Gewinne in Form von Dividenden oder Zinszahlungen an den Anleger gehen. Im zweiten Fall erhalten Anleger diese Gewinne nicht, dafür werden sie direkt wieder investiert, wodurch der Anleger einerseits Steuern spart und andererseits die Suche nach weiteren Investitionsmöglichkeiten an die Fondsmanager abgibt.

ETF-Rating

Neben aktiv verwalteten Fonds werden auch ETFs anhand von Ratings bewertet. Dies führen Fonds-Ratingagenturen wie Morningstar, Lipper oder Feri durch. Abgesehen davon gibt es sogar Ratings, die speziell auf ETFs abzielen. Diese haben beispielsweise das Schweizer Fondsanalysehaus Fundexplorer und die Berliner Agentur Scope Ratings entworfen. In den meisten Fällen stützt sich die Bewertung auf Faktoren wie Abbildung der Messlatte, Emittentenqualität, Gebühren, Transparenz, Handelsliquidität und Spread. Im Fall der bereits genannten Agentur Scope sind die Faktoren Produktqualität, Indexqualität und Informationsqualität ausschlaggebend. Diese Faktoren beinhalten:

  • Produktqualität: Replikationsqualität, Kosten, Spreadhöhe
  • Indexqualität: Marktabdeckung, Produktreinheit, Rebalancing, Kursversorgung
  • Informationsqualität: Transparenz der ETF Anbieter, Qualität der Informationen für Anleger

Bedenken hinsichtlich der Ratings beziehen sich auf die Swap-Anteile bei swapbasierten Produkten, die zwar in der Regel gering ausfallen, jedoch zu Risiken für die Anleger führen können. Aus dem Grund wird verlangt, dass die Bonität der Swap-Kontrahenten ebenfalls in die Prüfung mit einfließt.