Durchschnittseinkommen


Durchschnittseinkommen 2019 Niedriglohn, Hochlohn, Mindestlohn



Das Durchschnittseinkommen 2019 beinhaltet auch den Niedriglohn. Hinsichtlich der Niedriglöhne in Deutschland kommt es zu verschiedensten Definitionen dieses Begriffs. Eine davon wurde von dm Statistischen Bundesamt aufgestellt, wobei es um den Medianverdienst geht.

Die Definition vom Durchschnittseinkommen besagt, dass sich der Medianverdienst dadurch bestimmt, indem die verschiedenen Verdiensthöhen der Beschäftigten in Deutschland mit dem höchsten Verdienst bis zum niedrigsten Verdienst aufgereiht werden, sodass der Verdienst direkt in der Mitte der Aufreihung dann den Medianverdienst darstellt. Dadurch ergeben sich Verdienste oberhalb und unterhalb des Medianverdienstes. Der Niedriglohn stellt dann die Verdiensthöhe dar, die geringer ist, als zwei drittel des Medianverdienstes. Für das Jahr 2014 galt ein Niedriglohn von 10 Euro in der Stunde. Von allen Beschäftigten in Deutschland gab es 21%, deren Verdiensthöhe sich unterhalb des Niedriglohns befand.

Grundlegend kommt es deutlich häufiger zu Bezahlungen im Niedriglohnbereich, wenn die Beschäftigten nur befristet oder geringfügig beschäftigt sind, sodass sie in der Woche nicht über 20 Arbeitsstunden hinaus kommen. Auch Zeitarbeitnehmer gehören zu diesen sogenannten atypischen Beschäftigten. Bei unbefristeten Beschäftigten, die in der Woche über 20 Stunden tätig sind, nicht als Zeitarbeitnehmer eingestellt sind und voll sozialversicherungspflichtig sind, fällt die Anzahl der Verdienste im Niedriglohnbereich deutlich geringer aus.

Darüber hinaus gibt es weitere Personengruppen, die in einem deutlich stärkeren Ausmaß vom Niedriglohn betroffen sind, als es bei anderen Personengruppen der Fall ist. Zu diesen betroffenen Gruppen zählen beispielsweise Frauen oder jüngere Arbeitnehmer, denn wie festgestellt wurde, sind fast doppelt so viele junge Beschäftigte im Alter von 15 bis 24 Jahren vom Niedriglohn betroffen als es bei Beschäftigten älterer Generationen der Fall ist. Auch die berufliche Qualifikation ist ein Faktor, der sich auf das Risiko zum Niedriglohn auswirkt.

Demnach gab es lediglich 2% der Beschäftigten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und 5% mit einem Hochschulabschluss, die nur den Niedriglohn erhielten. Demgegenüber standen im Jahr 2014 46% an Beschäftigten mit Niedriglohn, die keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können. Auch nach Gewerbeart können unterschiedliche Tendenzen hinsichtlich des Niedriglohns festgestellt werden. Dabei zeigt sich, dass gerade im Gastgewerbe ein sehr hohes Aufkommen am Niedriglohn vorhanden ist, während dies in der Energieversorgung mit weniger als 1% so gut wie nicht vorkommt.

Zeitliche Entwicklung im Durchschnittseinkommen 2019

Für das Jahr 2014 ergab sich in Deutschland ein Anteil von 20% aller Beschäftigten mit einem Verdienst im Niedriglohnbereich. Daraufhin wurde ein Vergleich zu anderen Jahren und ebenfalls zwischen den Gebieten Ostdeutschland und Westdeutschland vorgenommen. Aus dem Vergleich ausgeschlossen wurden allerdings Personengruppen wie Auszubildende, Beschäftigte in Altersteilzeit sowie Beschäftigte, unterhalb von 15 Jahren oder oberhalb von 64 Jahren.

Grundsätzlich wurde festgestellt, dass der starke Anstieg an Beschäftigten, die lediglich einen Niedriglohn verdienen, im Zeitraum zwischen 2006 und 2010 stattfand und in den Jahren bis 2014 dann kein weiterer Anstieg mehr aufgetreten ist. Hinsichtlich des Vergleichs zwischen Ost-und Westdeutschland wurde festgestellt, dass die Anzahl an Beschäftigten mit Niedriglohn im Osten fast doppelt so hoch wie im Westen war.

Gegenüber dem Niedriglohn steht auf der anderen Seite des Durchschnittseinkommen der Hochlohn, von dem gesprochen wird, sobald der Lohn über das Eineinhalbfache des Medianverdienstes hinausgeht. Die Anzahl an Beschäftigten mit Hochlohn ist in der Zeit, in der sich hinsichtlich des Niedriglohns nichts mehr verändert hat, weiterhin angestiegen. Der Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland zeigte an dieser Stelle, dass im Westen deutlich mehr Hochlöhne verdient wurden als im Osten.

Durchschnittseinkommen – Mindestlohn

Im Jahr 2015 wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt, der für alle Beschäftigten aller Branchen und Regionen gleich hoch ist und seit dem Jahr 2017 8,84 Euro beträgt. Daneben existierten bis Anfang des Jahres 2019 ebenfalls diverse branchenspezifischen Mindestlöhne, von denen seit Beginn des Jahres nur noch diejenigen weiterbestehen, die über den allgemein gültigen Mindestlohn hinausgehen. Die Personengruppen, die keinen Mindestlohn erhalten müssen, sind Jugendliche unter 18 Jahren, Auszubildende, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten der neuen Tätigkeit und Absolventen von freiwilligen oder verpflichtenden Praktika während der Ausbildung oder des Studiums.

Durch die Einführung des Mindestlohns wurde erreicht, dass ganze drei Millionen Menschen weniger einen Arbeitslohn unterhalb des Mindestlohns erhielten, wobei dennoch, auch nach der Einführung, eine deutliche Menge an Menschen mit weniger als dem Mindestlohn übrig blieb. Besonders für Frauen hat sich der Mindestlohn positiv ausgewirkt, denn ein Großteil dieser, erhielt zuvor weniger als den Mindestlohn. Auch an dieser Stelle ist ein Unterschied zwischen Osten und Westen zu erkennen, denn im Westen erhielten nur die Hälfte an Beschäftigten den Mindestlohn von denen, die ihn im Osten erhielten.

Eine Mindestlohnkommission trat mit der Einführung des Mindestlohns ins Leben, dessen Aufgabe darin besteht, in regelmäßigen Abständen den Mindestlohn an die Tarifentwicklung anzupassen. Dadurch kam es auch zu Beginn des Jahres 2017 zur Erhöhung des Mindestlohns von 8,50 Euro auf 8,84 Euro. Ausschlaggebend für die Entscheidungen der Kommission ist der monatliche Index der tariflichen Stundenverdienste oder Sonderzahlungen, der zwischen 2014 und 2016 um 3,2% erhöht wurde. Für das Jahr 2019 soll es erneut so einer Erhöhung es Mindestlohns kommen, bei dem die Kommission auch die Tarifentwicklung der beiden vorherigen Jahre miteinbeziehen will.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdienste auf einen Blick, 2017