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Deutlicher Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Starkes Ansteigen von Firmeninsolvenzen in Deutschland übertrifft Erwartungen

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Laut einem aktuellen Bericht des “Handelsblatt”, basierend auf einer Analyse der Restrukturierungsberatung Falkensteg, sind im ersten Halbjahr 2023 die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland erheblich angestiegen. Mit einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind insbesondere Firmen mit einem Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro betroffen. Dies übertrifft die von Experten zu Jahresbeginn prognostizierten 30 Prozent Anstieg deutlich.

Besonders hart getroffen hat es Branchen wie Immobilien, Automobilzulieferung und Maschinenbau. Unter den insolventen Unternehmen finden sich namhafte Firmen wie der Reiseveranstalter FTI, die Warenhauskette Galeria und das Modeunternehmen Esprit.

Die Baubranche steht ebenfalls vor schweren Zeiten, wie der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Dirk Andres berichtet. Viele Baumittelhersteller verzeichneten bereits im ersten Quartal erhebliche Umsatzeinbußen, was sich zunehmend auch auf die Bauunternehmen auswirkt.

Die Gesamtzahl der Insolvenzen über alle Unternehmensgrößen hinweg erreichte im ersten Halbjahr etwa 11.000 Fälle, die höchste Rate seit fast einem Jahrzehnt. Als Hauptgründe für diese Entwicklung gelten die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Inflation sowie steigende Energie- und Materialkosten. Zusätzlich erschweren Standortnachteile wie Fachkräftemangel und hohe Bürokratie die Situation.

Die Aussichten auf erfolgreiche Sanierungen verschlechtern sich zudem aufgrund globaler Krisen, ungünstiger Konjunkturaussichten und steigender Zinsen. Dies führt dazu, dass immer weniger Investoren bereit sind, in angeschlagene Unternehmen zu investieren. Von den 279 im Jahr 2023 in die Insolvenz gegangenen Unternehmen konnten bis Mitte 2024 nur 35 Prozent erfolgreich saniert werden, im Vergleich zu 57 Prozent vor drei Jahren.