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Der Fleischhunger der Welt

Der Fleischhunger der Welt

Die globale Fleischnachfrage wächst seit Jahrzehnten. Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO) zeigt, hat sich die weltweite Fleischproduktion seit den 1960er Jahren nahezu verfünffacht. Zuletzt prognostizierte die FAO die produzierte Menge an Fleisch auf rund 333 Millionen Tonnen. In den vergangenen Jahren konnte ein Wandel in der globalen Landwirtschaft beobachtet werden. Die Produktionskosten von Fleisch wurden durch den ansteigenden Anbau von Futtermitteln wie Soja oder Mais geringer, dadurch vergrößerte sich das Fleischangebot in vielen Staaten. Vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens stieg die Nachfrage nach verschiedenen Fleischsorten. Aus diesem Grund wird das meiste Fleisch mittlerweile auf dem asiatischen Markt produziert. Der Schwerpunkt liegt dabei bei Schweine- und Geflügelfleisch.

Die Corona-Krise hat laut FAO dazu geführt, dass Produktion und Lieferketten vielfach gestört waren. Sie schätzt daher, dass 2020 die globale Fleischproduktion nach 2019 zum zweiten Mal in Folge sinken wird. Ein Großteil des Rückgangs sei außerdem auf den weltweite Rückgang der Schweinefleischproduktion zurückzuführen. Vor allem in Asien sei es durch das Auftreten der afrikanischen Schweinepest zur Produktionsausfällen gekommen. Ferner sei die Rindfleischproduktion in den USA und Australien gesunken.

Der Weltklimarat fordert Menschen auf, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Bei der Produktion von Fleisch werden große Mengen von CO2 freigesetzt. Jedes Kilo Rindfleisch, das in Deutschland verkauft wird, erzeugt laut dem Klimarechner des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) im Schnitt ein Äquivalent von gut zwölf Kilogramm CO2.

In Deutschland werden in der Corona-Krise die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen diskutiert. Nach einer Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben stehen die Arbeitsbedingungen mit Subunternehmern und Sammelunterkünften mit vielen osteuropäischen Beschäftigten stark in der Kritik. Das Bundeskabinett hat daraufhin strengere Auflagen für die Branche auf den Weg gebracht. Demnach soll das Schlachten und die Verarbeitung des Fleisches in den Betrieben vom kommenden Jahr an nur noch von eigenen Beschäftigten erledigt werden. Werkverträge werden untersagt. Damit die neuen Vorschriften auch eingehalten werden, sind außerdem mehr und strengere Kontrollen geplant.