Bauabzugssteuer


Anhand der Bauabzugssteuer 2018 sollen illegale Beschäftigungen im Baugewerbe unterdrückt werden.



Damit illegale Beschäftigungen im Baugewerbe stärker unterbunden werden können, wurde die Bauabzugssteuer eingeführt, die seit dem Jahr 2002 in Höhe von 15% von unternehmerisch tätigen Auftraggebern von Bauleistungen einbehalten und dann an das Finanzamt übergeben werden muss. Durch die Bauabzugssteuer erhalten die Bauunternehmer zunächst 15% weniger Entgelt.

Die Bauabzugssteuer 2018 fällt jedoch nur dann an, wenn die Baumaßnahmen im Inland durchgeführt werden. Dabei ist es unerheblich, ob diese von einem deutschen oder einem ausländischen Unternehmen durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu müssen die Steuern nicht einbehalten und abgeführt werden, wenn eine im Ausland ansässige Person oder ein Unternehmen oder auch ein deutsches Unternehmen eine deutsche Firma mit den Baumaßnahmen beauftragt.

Unter gewissen Voraussetzungen kann auch im Inland der Abzug der Bauabzugssteuer umgangen werden. Dies ist der Fall, wenn eine Freistellungsbescheinigung im Besitz des Auftragnehmers ist oder wenn die Bagatellgrenzen von 15.000 Euro bzw. 5.000 Euro im Jahr nicht überschritten wird. Die erste Grenze wird angesetzt, wenn steuerfreie Vermietungsumsätze vom Leistungsnehmer ausgeführt werden. Die zweite Grenze bildet den Maßstab, wenn dies nicht der Fall ist. Erwirtschaftet ein Vermieter lediglich steuerfreie Umsätze, handelt es sich bei ihm trotzdem um einen Unternehmer. Dabei kommt es jedoch erst zum Steuerabzug, wenn mehr als zwei Wohnungen vermietet werden. Der gesamte Betrag wird mit der Bauabzugssteuer besteuert, wenn dieser über die genannten Bagatellgrenzen hinaus geht. Sollte ein Auftraggeber zum Einbehalten und Abführen der Steuern verpflichtet sein, dies aber nicht tun, kommen Bußgelder in Höhe von an die 25.000 Euro und unter gewissen Umständen sogar eine Haftstrafe auf ihn zu.

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Bauabzugssteuer – Abführung

Die Bauabzugssteuer erhält das Finanzamt, das für den Leistenden verantwortlich ist und dessen Einkommensteuer regelt. Bei dem Leistenden handelt es sich um die Person oder das Unternehmen, welche die Bauleistung erbringt. Die Übermittlung aller Steuerabzüge an das Finanzamt muss der Leistungsempfänger bis zum 10. Tag des Folgemonats durchgeführt haben. Bei dem zuständigen Finanzamt für den Leistenden handelte sich um das Wohnsitzfinanzamt des Bauunternehmers oder Handwerkers. Handelt es sich bei der leistenden Partei um eine Personen- oder Kapitalgesellschaft, ist das zuständige Finanzamt das aus dem Bezirk, in dem die Geschäftsleitung der Gesellschaft ihren Sitz hat.

Anhand amtlich vorgeschriebener Vordrucke werden die Steuerabzugsbeträge angemeldet, was für jedes Bauunternehmen separat erfolgen muss. Dabei können allerdings die jeweiligen Rechnungsbeträge des vorangegangenen Monats und dafür angefallenen Steuern zusammengenommen werden. Für die Gültigkeit der Steueranmeldung ist die Unterschrift des Leistungsempfängers, wobei es sich beispielsweise um den Bauherren handelt, notwendig.

Werden gewisse Fristen nicht eingehalten, verlangen die Finanzämter zusätzliche Zahlungen als Ausgleich. Somit fallen Verspätungszuschläge in Höhe von 10% des Abzugsbetrags an, sollte die Steueranmeldung nicht rechtzeitig erfolgen. Auch wenn die Zahlungen erst verspätet eingehen, wird dies mit einem Säumniszuschlag bestraft. Es reicht aus, den Mehrbetrag anzumelden und an das Finanzamt zu übermitteln, wenn die Gegenleistung, also der Rechnungsbetrag, nachträglich geändert wird. Die Notwendigkeit einer Korrektur entfällt, wenn im Nachhinein die Gegenleistung vermindert wird.

Bauabzugssteuer – Abzugsfähige Bauleistungen

Für Bauleistungen, bei denen es sich unter anderem um Arbeiten der Herstellung, der Instandhaltung, der Instandsetzung, der Änderung und der Beseitigung von Bauwerken handelt, müssen Bauabzugssteuern gezahlt werden. Diese unterliegen Vergütungen, die von den Leistungsempfängern (einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder ein Unternehmen im Sinne des Umsatzsteuerrechts) gezahlt werden müssen. Erfolgt eine Änderung der Substanz eines Gebäudes, wenn Heizungsinstallationen stattfinden, Fenster eingebaut werden, Laden eingebaut werden oder Bodenbeläge gemacht werden, dann müssen auch für diese Kosten Bauabzugssteuern gezahlt werden.

Wird durch Bauleistungen keine Substanzveränderung des Gebäudes erzeugt, sind auch nicht zwangsläufig Bauabzugssteuern für die Leistungen zu zahlen. Die folgenden Leistungen haben keine Änderung der Substanz zur Folge: planerische Leistungen wie Vermessungsarbeiten, Berechnungen von Statikern, Entwürfe von Architekten, Arbeiten von Innenarchitekten oder Leistungen eines Bauingenieurs, und Arbeitnehmerüberlassungen, wobei es keine Rolle spielt, ob die Leistungen der Leiharbeiter als Bauleistungen durchgehen. Darüber hinaus zählen auch Reinigungs- und Wartungsarbeiten sowie der Einkauf von Baumaterial nicht zu den Leistungen, für die Bauabzugssteuern anfallen. Bei Reinigungsarbeiten, durch die eine substanzielle Veränderung der Fassadenoberfläche verursacht wird, handelt es sich dagegen sehr wohl um Bauleistungen.

Der Steuerabzug von Leistungen, die nur teilweise um die Bauabzugssteuer verringert werden müssen, fällt dann an, wenn auch für die Hauptleistung Steuern gezahlt werden müssen. Zu solchen teilweise besteuerten Leistungen gehören beispielsweise Planungs- und Ausführungsarbeiten von einer Installationsfirma. Hierbei würde die planerische Arbeit als Nebenleistung gesehen werden, weshalb alle Leistungen vom Steuerabzug betroffen sind.

Bauabzugssteuer – Anrechnung

Die Zahlung der Bauabzugssteuer erfolgt wie folgt: Werden Bauleistungen erbracht, dann erhält die leistende Partei nicht den vollen Lohn für die Arbeiten sondern lediglich den Betrag, der bereits um die Bauabzugssteuer vermindert wurde. Demnach behält der Leistungsempfänger, wobei es sich beispielsweise um den Bauherren handeln kann, die Steuer ein. Dieser ist dann dazu verpflichtet, die Steuer abzuführen und zwar an das Finanzamt, das für die leistende Partei, bei der es sich um eine bauausführende Person in Form eines Handwerkers oder um eine Firma handeln kann, zuständig ist. Die Verrechnung der Bauabzugssteuer mit anderen Steuerarten geschieht dann auf die im Folgenden dargestellte Art und Weise:

  • Verrechnung mit der einbehaltenen und angemeldeten Lohnsteuer der leistenden Partei;
  • Verrechnung mit der notwendigen Vorauszahlung auf die Einkommen- oder Körperschaftsteuer;
  • Verrechnung mit der Einkommen- oder Körperschaftsteuer des Besteuerungs- oder Veranlagungszeitraums der erbrachten Leistung;
  • Verrechnung mit der eigenen Bauabzugssteuer, die angemeldet und abgeführt werden muss.

Zusammengefasst wird die Bauabzugssteuer also in erster Linie mit der Lohnsteuer verrechnet und daraufhin zum restlichen Betrag mit der bereits veranlagten Einkommen- und Körperschaftsteuer. Die Verrechnung eines möglichen dann noch bestehenden Restbetrags findet auf die bereits dargestellte Weise statt. Es kann vorkommen, dass ein Restbetrag nicht verrechnet werden kann. Sollte dieser Fall eintreten, kann der Steuerpflichtige die Steuern erst am Ende des Veranlagungszeitraum erstattet bekommen. Eine frühere Erstattung kann nicht vorgenommen werden.

Damit die Bauabzugssteuer erstatt wird, muss die leistende Partei dies innerhalb der zwei Kalenderjahre nach dem Jahr der Anmeldung des Abzugs beantragen. Der Antrag muss an das zuständige Finanzamt gestellt werden. Handelt es sich bei der leistenden Partei um eine ausländische Person oder Firma, muss diese abgesehen vom Antrag auf die Erstattung der Steuer auch einen Bescheid der zuständigen ausländischen Finanzbehörde einreichen, wodurch die Ansässigkeit im Ausland bestätigt wird. Sollte die Frist für die Rückerstattung durch das Doppelbesteuerungsabkommen verändert werden, liegt nicht der gleiche Rückerstattungszeitraum vor, wie es bei inländischen leistenden Parteien der Fall wäre.

Bauabzugssteuer – Bagatellgrenze

Bestimmte Voraussetzungen verhindern, dass die Bauabzugssteuer auf gewisse Leistungen anfällt oder verringern die Chance auf den Abzug anhand von Freigrenzen. So tritt die Zweiwohnungsregelung bei Vermietung in Kraft, nach der erst dann auf Bauleistungen die Bauabzugssteuer anfällt, wenn mehr als zwei Wohnungen vermietet werden. Darüber hinaus Gibt es Freigrenzen, die sich auf 5.000 Euro bzw. 15.000 Euro belaufen. Um eine Freigrenze von 15.000 Euro handelt es sich, sollte die Abzugspflicht beim Leistungsempfänger lediglich aus dem Grund bestehen, weil dieser nur steuerfreie Vermietungsumsätze erzielt. Werden zusätzlich jedoch auch steuerpflichtige Umsätze eingenommen, liegt die Freigrenze nicht mehr bei 15.000 Euro sondern stattdessen nur noch bei 5.000 Euro.

Auch wenn ein Leistender mehrere Handwerker für Bauleistungen beauftragt, wird die Bagatellgrenze jedes mal für jeden Handwerker erneut und separat ermittelt. Für den Leistenden ist es sinnvoll bereits am Anfang des Jahres die verschiedenen Leistungen, die diverse Handwerker für ihn erbringen werden, zu errechnen und somit herauszufinden, ob die Bagatellgrenze überschritten wird. Ist dies nicht der Fall, müssen auch keine Bauabzugssteuern abgeführt werden. Ändert sich diese Annahme im Verlauf des Jahres und die Grenze wird doch überschritten, ist eine Nachzahlung der Steuern fällig.

Eine Nachzahlung für die Steuern der gesamten gezahlten Rechnungsbeträge an die jeweiligen Handwerker oder Bauunternehmer muss vorgenommen werden, wenn die Erhöhung der Rechnungsbeträge im Nachhinein zur Überschreitung der Bagatellgrenze geführt hat. sollte der Steuerabzug über den nachzuzahlenden Rechnungsbetrag hinaus gehen, findet dieser nur für die Zahlungen statt, die noch ausstehen.

Bauabzugssteuer – Bemessungsgrundlage

Seit dem Jahr 2002 fallen Bauabzugssteuern auf alle Gegenleistungen an, bei denen es sich in der Regel um die Zahlung des Rechnungsbetrags handelt. Die Bauabzugssteuer fällt auf den tatsächlichen Betrag an, sodass auch schon im Vorfeld geleistete Vorschüsse oder Abschlagszahlungen mit einfließen. Die Gegenleistung setzt sich aus dem Entgelt, das für die Bauleistung gezahlt wird, und der Umsatzsteuer zusammen. Der dabei entstehende Betrag wird mit 15% besteuert.

Die enstehende Summe wird vom Leistungsempfänger, also dem Auftraggeber, einbehalten und an das Finanzamt übermittel, die für den Leistenden zuständig ist. Der Leistungsempfänger muss dem Leistenden mitteilen, dass er die 15% des eigentlichen Lohns für die Bauleistungen einbehält, was aus einem Abrechnungsbeleg, zu dem der Leistungsempfänger verpflichtet ist, hervorgeht. Name und Anschrift des Leistenden, Rechnungsbetrag und Rechnungsdatum mit Zahltag, Höhe des Steuerabzugs und Anschrift des Finanzamts, an das die Anmeldung des Steuerabzugs sowie die Steuern selbst gehen, müssen dem Abrechnungsbeleg zu entnehmen sein. Eine Kopie der Steueranmeldung ist ausreichend, um diese an den Leistenden weiter zu geben. Somit ist die gesonderte Anfertigung eines Belegs nicht notwendig.

Bauabzugssteuer – Freistellung

Die Pflicht des Leistungsempfängers, die Bauabzugssteuer vom Lohn für Bauleistungen abzuziehen, diese einzubehalten und dann an das Finanzamt abzuführen, welches für den Leistenden zuständig ist, entfällt, sollte der Leistende eine Freistellungsbescheinigung vorlegen können. Um eine solche Bescheinigung zu erhalten, ist ein formloser Antrag beim Finanzamt ausreichend. In dem Zug muss ein Fragebogen vom Antragsteller ausgefüllt werden, wodurch das Finanzamt die notwendigen Informationen erhält. In der Regel wird die Freistellungsbescheinigung gewährt solange der Steuersparanspruch nicht gefährdet wird. Die folgenden Situationen können für den besonderen Fall der Ablehnung eines Antrags auf Freistellung verantwortlich sein:

  • Eine nicht durchgeführte Gewerbeanmeldung in der Gemeinde.
  • Die Weigerung, für die Ermittlung von steuererheblichen Tatbeständen wichtige Auskünfte zu leisten oder anderweitig mitzuwirken.
  • Der ausbleibende Nachweis von im Ausland ansässigen Leistenden über ihre Ansässigkeit anhand einer steuerlichen Bescheinigung der zuständigen ausländischen Behörde.
  • Die Existenz nachhaltiger Steuerrückstände.
  • Die Angabe falscher Daten bei der Steueranmeldung bzw. der Steuererklärung.
  • Die wiederholte Überschreitung der Frist für die Abgabe der Steueranmeldung bzw. der Steuererklärung.

Gewisse Umstände verhindern, dass einem im Ausland ansässigen Leistenden die Freistellung gewährt wird. Ein solcher Umstand wäre die Unwissenheit darüber, ob nicht auch die Bundesrepublik Deutschland den Anspruch auf das Besteuerungsrecht hat. Werden die Handlungen des Leistenden durch eine abhängige Vertretung durchgeführt oder der Antragsteller besitzt im Inland eine Geschäftsstelle, sind ebenfalls Voraussetzungen geschaffen, um einen Antrag auf Freistellung abzulehnen.

Wird eine Freistellungsbescheinigung ausgestellt, bezieht sich diese auf einen gewissen Zeitraum oder maximal auf drei Jahre. Darüber hinaus kann eine solche Bescheinigung auch nur für einen bestimmten Auftrag gelten. Sollte der Antrag auf Freistellung abgelehnt werden, erhält der Antragsteller einen Ablehnungsbescheid, gegen den er Einspruch einlegen kann.

Steuerfreibeträge 2018

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Bauabzugssteuer – Haftung

Da der Leistungsempfänger in der Position desjenigen ist, der im Fall von erbrachten Bauleistungen die Bauabzugssteuer einbehalten und abführen muss, ist dieser auch derjenige, der haftet. Zur Haftung kommt es beispielsweise dann, wenn der Steuerabzug nicht vorgenommen wird oder wenn dieser zu niedrig ist. Sollte allerdings ein Freistellungsbescheid vorgelegen haben, dessen Originalität glaubwürdig und nicht zweifelhaft war, muss der Leistungsempfänger nicht haften, wenn er den Steuerabzug nicht vornimmt. Dagegen kommt es sehr wohl zur Haftung, wenn der Leistungsempfänger über die Falschheit der Angaben in dem Freistellungsbescheid bescheid wusste bzw. wenn ihm die Falschheit nur aufgrund grober Fahrlässigkeit entgangen ist.

Sollte keine Freistellungsbescheinigung vorhanden sein, ist grundsätzlich eine Haftung vorhanden. Je nach Situation liegt es dann im Ermessen des Finanzamts zu entscheiden, ob dafür der Leistungsempfänger herangezogen wird. Ist dies der Fall, wird ein Haftungsbescheid über die Höhe der nicht abgeführten oder zu niedrig abgeführten Steuern ausgestellt. Diesen erlässt das Finanzamt, welches für den Leistenden zuständig ist.

Bauabzugssteuer – Leistungsempfänger

Nur eine Freistellungsbescheinigung oder die Unterschreitung der Bagatellgrenze sorgen dafür, dass der Empfänger von Bauleistungen, wenn es sich um ein Unternehmen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes oder um eine juristische Person handelt, von der Pflicht entbunden ist, Bauabzugssteuern einzubehalten und an das zuständige Finanzamt des Leistenden abzuführen. Handelt es sich beim Leistungsempfänger um Privatpersonen besteht keine Pflicht, die Bauabzugssteuern einzubehalten und abzuführen.

Damit ein Leistungsempfänger als Unternehmer gilt, also einer umsatzsteuerlichen Unternehmertätigkeit nachgeht, muss die Ausübung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit selbstständig und nachhaltig stattfinden. Zum Steuerabzug sind auch Kleinunternehmer, Unternehmer mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen wie Ärzte und pauschalversteuernde Land- und Forstwirte verpflichtet, denn diese gelten ebenfalls als Unternehmer. Das gleiche gilt für Vermieter und Verpächter von Gebäuden oder Gebäudeteilen und Grundstücken sowie ebenfalls Bauträger, die als Leistungsempfänger gesehen werden.

Bei Bauleistungen für Gebäude mit privater und unternehmerischer Nutzung muss hinsichtlich des Steuerabzugs überprüft werden, zu welchem Teil die jeweiligen Nutzungsrichtungen vorhanden sind. Sollte dabei der unternehmerische Teil überwiegen, bleibt die Pflicht zum Steuerabzug erhalten. Ein passender Aufteilungsmaßstab muss verwendet werden, um die Anteile privater und unternehmerischer Nutzung festzumachen. Dafür kann beispielsweise das Verhältnis der Nutzungsflächen zueinander herangezogen werden.

Bauabzugssteuer – Zuständiges Finanzamt

Zwar wird die Bauabzugssteuer vom Empfänger von Bauleistungen einbehalten und abgeführt, jedoch geschieht dies an das Finanzamt, welches für den Leistenden zuständig ist. Bei einer natürlichen Person als Leistender handelt es sich dabei um das Finanzamt, in dessen Zuständigkeitsbereich sich der Wohnsitz der natürlichen Person befindet. Dagegen kommt das Finanzamt für den Bezirk zum Einsatz, in dem sich die Geschäftsstelle oder der Sitz eines Unternehmens befindet, wenn als Leistender eine Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft fungiert. Befindet sich der Sitz und die Geschäftsleitung des leistenden Unternehmens im Ausland, wird das Finanzamt zuständig, welches durch die Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung festgelegt wird.

Der Leistungsempfänger muss eine Anmeldung des Steuerabzugsbetrags vornehmen, was anhand eines amtlich vorgeschriebenen Vordrucks an das zuständige Finanzamt erfolgen muss. Jedes Bauunternehmen, dass Leistungen erbringt, muss auch separat bezüglich des Steuerabzugs angemeldet werden. Neben der Prüfung und Annahme der Bauabzugssteuer, fällt in den Aufgabenbereich des zuständigen Finanzamts außerdem die Erteilung von Freistellungsbescheiden, die Verrechnung der Bauabzugssteuer mit der zu entrichtenden Steuer, die Erstattung des Steuerabzugs im Rahmen eines gestellten Antrags und die Übergabe der Haftung an den Leistungsempfänger, sollte dieser den Steuerabzug nicht oder zu gering vorgenommen haben.