Bagatellgrenze


Bis 2009 wurde auf den Zinsabschlag und den Steuerabzug verzichtet, solange der Kapitalertrag die Bagatellgrenze oder den Bagatellzinssatz nicht überschritten hat. Die Abgeltungssteuer hat die Bagatellgrenze abgeschafft.



Lag vor dem Jahr 2009 der Kapitalertrag nicht über dem Bagatellzinssatz oder der Bagatellgrenze, dann wurde der Zinsabschlag nicht einbehalten.

Solange es bei den Kapitalerträgen der einzelnen Guthaben nur zu einer einmaligen Gutschreibung im Jahr kommt und diese nicht höher als 10 Euro sind, dann kommt es nicht zu einem Steuerabzug.

Bagatellzinssatz

Sogenannte Sichteinlagen sind Gelder, die sich beispielsweise auf einem Girokonto befinden und auf die jederzeit zugegriffen werden kann in Form von Barabhebungen, Lastschriften oder Überweisungen. Liegt bei diesen Sichteinlagen der Zinssatz oder der Bonus nicht über 1%, dann muss die Bank die Kapitalertragssteuer weder einbehalten noch abführen.

Die gleiche Grenze gilt auch für Bausparguthaben. Zu dem gleichen Ergebnis kommt es ebenfalls, wenn es im aktuellen oder vorherigen Jahr zu einer Arbeitnehmer-Sparzulage oder einer Wohnungsbauprämie kam.

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Rechtslage zur Bagatellgrenze ab 2009

Durch die Einführung der Abgeltungssteuer kam es zur Abschaffung der Bagatellgrenze, weshalb seit dem Jahr 2009 beim Freistellungsauftrag auch vorhandene Konten und Bausparsummen von Bedeutung sind.

Es gibt eine Ausnahme, in der eine Bagatellgrenze über 500 Euro zum Tragen kommt. Dies ist dann der Fall, wenn der Gewinn durch Wertpapierverkäufe über die Ersatzbemessungsgrundlage hinaus geht. Diese Grundlage liegt bei 30% der Einnahmen durch den Verkauf. Durch die Überschreitung dieser Grundlage liegt eine Veranlagungspflicht vor. Die Ersatzbemessungsgrundlage kann jedoch nur dann verwendet werden, wenn die Bank nicht über den Kauf der Wertpapiere informiert wurde.